| Last-Minute-Sieg bringt Platz 1 |
Buchstäblich in letzter Minute die Tabellenspitze der Eishockey-Oberliga, Gruppe Nord, erklommen haben am Sonntagabend die EC Hannover Indians. Erst drei Sekunden vor Ende der Partie beim bayerischen Aufsteiger Passau Black Hawks fiel die Entscheidung zugunsten der Niedersachsen, die nach dem 4:3 (2:1, 1:1, 1:1)-Erfolg und den gleichzeitigen Niederlagen Rostocks und Dresdens erstmals in dieser Saison mindestens bis Dienstag den Platz an der Sonne einnehmen.
Maßgeblichen Anteil am schwer erkämpften, aber verdienten, Sieg hatte Sandro Agricola. Der junge Keeper bot als Vertreter von Roman Kondelik eine gute Leistung zwischen den Pfosten des ECH und hielt seine Farben insbesondere im Schlussdrittel mit etlichen Glanzparaden im Spiel. Zu Beginn des Matches vor 710 Zuschauern im Passauer IceGate waren die Indians trotz der langen Anreise die aktivere Mannschaft. Mit schnell vorgetragenen Spielzügen kamen sie immer wieder zu guten Möglichkeiten, fanden zunächst aber in Passaus slowakischem Torhüter-Neuzugang Jozef Ondrejka ihren Meister. Erst in der sechsten Spielminute war es Sebastian Deml, der mit seinem zweiten Wochenendtreffer die Führung für den ECH erzielte. Hannover agierte nun weiter konzentriert und kontrollierte Spiel und Gegner. Passau kam lediglich zu einzelnen Entlastungsangriffen, die allesamt sichere Beute von Sandro Agricola waren. Kaltschnäuziger im Abschluss zeigten sich die Großstadtindianer, für die Alexander Engel nach 17 gespielten Minuten in Überzahl auf 2:0 erhöhte. Wie schon in den Spielen zuvor fanden die Indians nach dem Tor jedoch nicht schnell genug wieder die nötige Konzentration und kassierten – Spiegelbild der Partie gegen Kaufbeuren – kurz darauf den ersten Gegentreffer. Passaus Goalgetter Janne Kujala überlistete Sandro Agricola und verkürzte auf 2:1, das zugleich auch den Stand nach 20 Minuten bedeutete (19.). Hatten die Gäste aus Niedersachsen im ersten Durchgang etliche weitere Chancen ungenutzt gelassen, das Ergebnis deutlicher zu gestalten, zeigten sie sich am Anfang des Mitteldrittels vor Passaus Tor wieder konsequenter. Folgerichtig gelang Jamie Chamberlain – wiederum in Überzahl – nach 25 Zeigerumdrehungen das 3:1. Wer nun jedoch mit der Vorentscheidung zugunsten Hannovers gerechnet hatte, sah sich getäuscht. Vielmehr steckte Passau nicht auf und erhöhte den Druck. Da die Indians ihrerseits nun nicht mehr so konsequent in die Zweikämpfe gingen wie in Durchgang eins und den Gegner dadurch immer weiter aufbauten, war der neuerliche Anschlusstreffer zum 3:2 durch Black Hawk Janne Kujala (32.) die logische Folge. Dieser Treffer hatte bei den Innstädtern neue Energien geweckt, denn Passau drängte nun mit Macht auf den Ausgleich, den Sandro Agricola zwischen den Pfosten des ECH mit etlichen Glanzparaden zunächst aber noch verhindern konnte. So nahm Hannover den knappen Vorsprung mit zum zweiten Pausentee. Auch im Schlussabschnitt bestimmte Passau zunächst das Geschehen, starte Angriff um Angriff auf Hannovers Gehäuse, ohne jedoch erfolgreich zu sein. Um den wütend anrennenden Hausherren den Wind aus den Segeln zu nehmen, nahm Joe West nach 48 Spielminuten eine Auszeit. Doch auch dieser Schachzug von Hannovers Coach konnte den Passauer Ausgleich nicht verhindern. In der 54. Spielminute sorgte Christian Setz für das zu diesem Zeitpunkt leistungsgerechte 3:3. Offenbar hatte dieses Tor die richtige Signalwirkung, denn Hannover schaltete nun noch einmal einen Gang nach oben. Die Indians kamen zu etlichen guten Chancen, scheiterten aber beispielsweise durch Dennis Meyer am Pfosten des Gehäuses der Black Hawks. Als bereits alles auf die Verlängerung hindeutete, fasste sich Alexander Engel ein Herz und zog von der blauen Linie ab. Seinen Schuss durch Freund und Feind fälschte Verteidiger-Hüne Thomas Morrow unhaltbar für Passaus Goalie Jozef Ondrejka ab. Damit war drei Sekunden vor Spielende das 4:3 und ein neuerlicher dreifacher Punktgewinn perfekt, der die Indians auf Rang eins der Oberliga-Gruppe Nord katapultiert, da Dresden zeitgleich 2:4 in Halle verlor und Rostock beim 2:5 in Bad Tölz ebenfalls den Kürzeren zog. Sicher wäre beim kampfstarken Aufsteiger in Passau ob der Spielanteile auch eine Punkteteilung in Ordnung gegangen, doch zeigt der Erfolg in letzter Sekunde auch eindrucksvoll die Stärke der EC Hannover Indians 2007/08: Gestützt auf eine gute konditionelle Verfassung gelingt es den Cracks von Trainer Joe West immer wieder, enge Matches gerade in der Schlussphase zu ihren Gunsten zu entscheiden. Dies unterstreicht die tolle Moral, den Kampfgeist und Siegeswillen – Faktoren, die im Laufe der Spielzeit noch zu ganz großen Trümpfen werden könnten. Am kommenden Freitag gilt es nun für die Großstadtindianer, beim Süd-Überraschungsteam EHC Klostersee mit einer konzentrierten Leistung weiter nachzulegen (02.11.2007, 20.00 Uhr, Eisstadion Grafing), bevor am Sonntag der EC Peiting am Pferdeturm in Hannover gastiert (04.11.2007, 19.00 Uhr). Ehe es aber am nächsten Wochenende wieder um Punkte geht, steht erst einmal der nächste Fan-Stammtisch der EC Hannover Indians auf dem Programm. Wie bereits angekündigt ist die komplette Mannschaft des ECH mit Trainern und Betreuern am morgigen Montag, 29.10.2007, gemeinsam mit der neuen Führungscrew um Geschäftsführer Peter Bertrang ab 19.30 Uhr zu Gast in Lehner’s Wirtshaus in der Altstadt. EHF Passau Black Hawks – EC Hannover Indians 3:4 (1:2, 1:1, 1:1) Tore: 0:1 (5:15) Sebastian Deml (Jan Welke, Ryan Huddy), 0:2 (16:48) Alexander Engel (Ryan Huddy) 5-4, 1:2 (18:41) Janne Kujala (Jaroslav Majer, Andreas Popp), 1:3 (24:30) Jamie Chamberlain (Jan Welke, Kyle Doyle) 5-4, 2:3 (31:38) Janne Kujala (Alexander Gantschnig, Kevin Steiger), 3:3 (53:31) Christian Setz (Alexander Popp), 3:4 (59:57) Thomas Morrow (Alexander Engel, Kyle Doyle) Strafminuten: Passau 12, Hannover 6 Zuschauer: 710 |
| Autor: Niki Jaklitsch - Kommentare (0) - 28.10.2007 um 22:34 |
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