| Starkes Powerplay entzaubert plumpen ESV |
Mit einem rundum überzeugenden Auftritt die Punkte am heimischen Pferdeturm behalten haben am Freitag Abend die EC Hannover Indians. Beim 5:2 (2:1,2:1,1:0)-Erfolg gegen den bereits zu DEL-Zeiten sportlich stets geschlagen heimreisenden Gast aus Kaufbeuren war der ECH stets Herr im eigenen Hause, wirbelte die bisher so sattelfeste Joker-Abwehr mit zunehmender Spielzeit immer mehr durcheinander und könnte mit einem weiteren Sonntagserfolg in Passau auch tabellarisch einen Sprung nach vorne machen.
Dem Auftritt der Allgäuer war am Pferdeturm mit Spannung entgegen geblickt worden. Nach einem eher bescheidenen Auftritt am letzten Sonntag gegen die Blue Devils aus Weiden galten die Chancen gegen den ESVK vor Spielbeginn als etwa gleich verteilt, was das erste Drittel zunächst noch untermauern sollte. Zwar war der Gastgeber von Beginn an eine Nuance aktiver als die ganz auf Konter spekulierenden Joker, doch waren Tormöglichkeiten zunächst rar, wenn man von Minute 5 absieht, als R. Huddy`s Karusselfahrt mit dem am Abend völlig neben sich stehenden L. Velebny noch nicht von Erfolg gekrönt war. Die sechs baumlangen Allgäuer Defender konnten zunächst durch gutes Stellungsspiel in der eigenen Zone dem Tempospiel Hannovers noch Paroli bieten, lagen nach rund zehn Minuten allerdings trotzdem mit 0:1 zurück, da J. Welke im Powerplay genau in den Giebel gezielt hatte. Der junge dritte ESVK-Block um S. Endrass hatte nur eine Zeigerumdrehung bereits die richtige Antwort parat, als A. Althenn einen Nachschuss per Rückhand verwandeln konnte – der zu diesem Zeitpunkt gar nicht einmal unverdiente Ausgleich und für die Fans gleichbedeutend mit dem ersten Pausentee, denn 07/08 hatte der ECH bislang nie mehr als ein Tor im Auftaktdrittel erzielt. Die 20. Minute sollte diese Bilanz jedoch ad acta legen und eindrucksvoll aufzeigen, dass am Abend Tempo über Masse siegen würde. Der teilweise wieder spektakulär aufspielende Kanadier R. Huddy spielte S. Deml wunderbar frei und dem in der Vorbereitung so starken Ex-Miesbacher gelang mit seinem ersten Saisontor doch noch die wichtige Pausenführung. Abschnitt zwei, bislang mit sieben Unentschieden in zwölf Saisonspielen meist eher unspektakulär verlaufen, sollte die Waage bereits deutlich pro Hannover kippen lassen, das ständige Anrennen der vier Indianreihen gegen nur drei ESVK-Blöcke und teilweise schlichtweg dumme Strafen nahmen die Gäste praktisch völlig aus dem Spiel. Gleich sechs Überzahlspiele durften die Indians im Mittelabschnitt aufziehen, waren aber auch dazwischen in den wenigen Phasen bei 5:5 das deutlich aktivere Team – was fehlte war das erlösende 3:1, denn klarste Chancen fanden wieder einmal nicht den Weg in den Kasten des vorzüglich haltenden Youngster-Keepers M. Fous. Als selbst ein Alleingang von R. Huddy keinen Torerfolg brachte schwante den Indiansfans Böses, doch mit zwei genutzten Powerplays konnte der ECH spät im Drittel doch noch davonziehen. Zunächst traf J. Chamberlain per Rückhand (37.), anschließend nahm P. Baumgartner den nach der erneut prompten Antwort zum 3:2 (B. McLeod fiel die Scheibe im Slot vor die Füsse – 38.) wieder frohlockenden Jokern mit einem herrlichen Hammer von der blauen Linie (39.) bereits sämtlichen Kampfeswillen für den Schlussabschnitt. Anstelle wütender ESVK-Angriffe bekam die Kulisse nämlich auch in den letzten 20 Minuten fast ausschließlich dominante Indians zu sehen, während den Allgäuern trotz vier Offensivausländern die ganz große Klasse im Angriffsspiel fehlte. Mit toller Arbeit im eigenen Drittel leitete der ECH nun eine Vielzahl an Schnellangriffen gegen die oftmals zu langsam agierende Kaufbeurer Hintermannschaft ein, lediglich der 20-jährige Filius von Ex-BL-Keeper C. Fous stemmte sich den Indians erfolgreich entgegen. Bei einer erneut tollen PP-Kombination Hannovers Mitte des Schlussdrittels war allerdings auch der junge Deutsch-Tscheche im ESVK-Kasten machtlos – J. Chamberlain erzielte aus spitzem Winkel seinen zweiten Tagestreffer und auch bereits den Endstand, denn R. Huddy`s Schmankerl-Drehschuss aus vollem Lauf sicherte Fous genau auf der Torlinie und auch die in der Schlussphase mit reichlich Eiszeit bedachte Reihe um S. Breiter fand nicht mehr den Weg ins Tor, veranlasste den sichtlich genervten Joker R. Paule lediglich noch zu einer närrischen 2+10-Minuten-Strafe, was das Hauptübel des ESVK am Abend dokumentierte: solange man weg von der Strafbank blieb war man im Spiel, doch ab dem zweiten Abschnitt häuften sich die Besuche in der Kühlbox, prompt kippte die Partie zugunsten von Hannover, das auch im Schlussdrittel kaum mehr als drei, vier Jokerchancen zu überstehen hatte, Ex-Indian J. Webb blieb gar völlig unauffällig, war in keinster Weise der dominante Faktor seiner Reihe, so wie man es noch 06/07 kannte. Fazit: mit einer engagierten, temporeichen und teilweise auch spielstarken Vorstellung ließen die Hannover Indians den Kaufbeurern am Abend keine Chance. Lediglich die inzwischen postwendend nach eigenen Toren kassierten Gegentreffer sieben und acht durch Unkonzentriertheiten boten einen Anlass zur Kritik, ansonsten stand man defensiv äußerst sicher und konnte zudem erstmals seit der 9:1-Playoff-Gala gegen Ravensburg wieder mehr als drei Powerplaytore in einer Partie erzielen. Nimmt man nun den Trip zum bislang noch nicht recht in der Oberliga angekommenen Neuling Passau am Sonntag zum Start des zweiten Saisonviertels nicht auf die leichte Schulter, so ist schon in 48 Stunden das Erklimmen von Tabellenrang 2 möglich, wenn die Rostocker Piranhas in Bad Tölz patzen sollten... Fr.,26.10.07: Hannover Indians – ESV Kaufbeuren 5:2 (2:1,2:1,1:0) Tore: 1:0 (10.) Welke 2 5-4, 1:1 (11.) Althenn, 2:1 (20.) Deml 1, 3:1 (37.) Chamberlain 5 5-4, 3:2 (38.) Mc Leod, 4:2 (39.) Baumgartner 5 5-4, 5:2 (49.) Chamberlain 6 5-4. Strfm.: ECH 8 – ESVK 22 +10 f. Paule Zusch.: 2563 HSR: Krüger Top(+): Taktisch agierten die Joker bei weitem nicht so geschickt wie in der Vorwoche die Blue Devils aus Weiden – die Zuschauer konnten sich somit über ein temporeiches Spiel mit nur wenigen Unterbrechungen freuen. Schon nach 2h 10m war die Partie beendet. Flop(-): Einziger Kritikpunkt kann an diesem Abend die Zuschauerzahl sein. Keine 2600 Fans an einem Freitagabend gegen einen attraktiven Gegner – gegenüber dem Oktober im Vorjahr hat man somit momentan noch einmal rund 200 Fans im Schnitt weniger zu beklagen. Freilich ein Phänomen, dass sich 07/08 deutschlandweit durch fast alle Ligen zieht. GWG: J. Chamberlain (37.) Beste Akteure: R. Thomson, J. Chamberlain – M. Fous Bes.: - erstmals 07/08 alle drei Drittel einer Partie gewonnen - Powerplayexperten: J. Chamberlain (vier von sechs Toren in Überzahl) und P. Baumgartner (4/5) - Häufig 1:0: in neun von 13 Partien erzielte Hannover das erste Tor des Spiels ECH: Kondelik,(Agricola) – Engel,Morrow,Thomson,Staltmayr,Dahms,Baumgartner,Sondermann – Deml,Huddy,Welke,Meyer,Chamberlain,Phillips,Anderson,Doyle,Krull,Rohatsch,Suchomski,Breiter. ESVK: Fous,(Baader) – Paule,Seifert,Velebny,Pufal,Aßner,Schmelcher – McFeeters,McLeod,Rau,Webb,Schury,Robert,Kerber,Endrass,Althenn,Mayer. |
| Autor: os - Kommentare (0) - 26.10.2007 um 23:46 |
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