| Wiedersehen mit dem ESV Kaufbeuren |
| Über elf Jahre ist es her, dass sich Eishockey-Teams aus Hannover und Kaufbeuren in einem Pflichtspiel am Pferdeturm gegenüberstanden. Nach dem 6:2-Erfolg des EC Hannover gegen die Kaufbeurer Adler am 12. Januar 1996 – noch in der DEL – treffen beide Mannschaften am morgigen Freitag (26.10.2007, 20.00 Uhr, Eisstadion am Pferdeturm Hannover) wieder aufeinander. Die EC Hannover Indians, Tabellendritter der Eishockey-Oberliga, Gruppe Nord, empfangen die Buron Joker des ESV Kaufbeuren zum Kräftemessen (Schiedsrichter der Partie ist Michael Krüger vom ERV Dinslakener Kobras). Die Allgäuer belegen mit 22 Punkten momentan Platz vier der Süd-Gruppe der Oberliga.
Nicht nur die Tabellenstände ähneln sich – die Indians haben als Nord-Dritter drei Zähler mehr auf ihrem Konto –, beide Clubs verfolgen in der Spielzeit 2007/08 ähnliche Ziele. Ein Play-off-Platz soll auf alle Fälle herausspringen, doch genau wie in Hannover hätte auch im Allgäu sicherlich niemand etwas dagegen, wenn am Ende einer langen Spielzeit der Sprung in die 2. Bundesliga gelänge. Darauf arbeitet Kaufbeurens neuer Coach Maurizio Mansi, der als Spieler zwischen 1996 und 1998 reichlich DEL-Erfahrung im Allgäu sammelte, zielstrebig hin. Dazu hat der 42-jährige Italo-Kanadier eine Mannschaft zusammengestellt, in der die Mischung aus erfahrenen Kräften und aufstrebenden jungen Talenten stimmt. Mit unbändigem Einsatz und kompromisslosem Zweikampfverhalten wollen und werden die Buron Joker sicherlich noch so manchem technisch besseren Team in der Oberliga das Leben schwer machen. Im Tor setzen die Allgäuer in Person von Christian Baader auf einen alten Bekannten. Der 29-Jährige, durch Engagements in Kassel und Düsseldorf DEL-erfahren, gehörte in der vergangenen Spielzeit trotz des Kaufbeurer Abstiegs aus der 2. Bundesliga – in der Play-down-Serie gegen Crimmitschau unterlag der ESVK 3:4 – zu den Lichtblicken und Leistungsträgern. Heuer erhält der Linksfänger durch Martin Fous starke Unterstützung. Der Deutsch-Tscheche von den Junioren des HC Zlin gilt als großes Talent und wird sein Können sicher häufiger unter Beweis stellen dürfen. Dabei kann er sich auf starke Vorderleute verlassen, denn die Abwehr ist – dies verdeutlicht ein Blick auf die Statistik – das Prunkstück der Gäste aus Süddeutschland. Ganze 32 Gegentore mussten sie in zwölf Spielen hinnehmen, die wenigsten der Gruppe Süd und Platz drei der gesamten Oberliga. Maßgeblichen Anteil daran haben mit dem Ex-Landsberger Andreas Pufal und Rückkehrer Robert Paule (kam aus Freiburg wieder an die Wertach) deutsche Akteure, die auch schon in der 2. Bundesliga ihren Mann gestanden haben. Gemeinsam mit dem früheren Münchner Malte Seifert und Youngster Christoph Aßner bürgen sie für solide Defensivarbeit und konsequentes Aufräumen vor dem eigenen Tor. Für die offensiven Akzente im Abwehrverbund der Joker ist Lubos Velebny zuständig. Der slowakische Hüne (1,88 m, 97 kg) mit Nordamerika-Erfahrung in Kalamazoo hat den Sprung aus seinem Heimatland, wo er zuletzt für den Extraligisten HKm Zvolen auflief, wie erwartet problemlos geschafft. Mit 14 Punkten aus zwölf Spielen belegt der 25-Jährige aktuell Rang sechs der oberligaweiten Verteidiger-Scorerwertung. Um die Hintermannschaft zu komplettieren, kann Kaufbeuren mit einem großen Pfund wuchern. Aus dem Team des aktuellen deutschen Juniorenmeisters drängen – wie auch im Sturm – immer wieder Talente nach oben. So werden sicher auch Andreas Neumann oder Mario Kozlovsky ihre Chance erhalten, sich in der dritthöchsten deutschen Spielklasse zu beweisen. Gestützt auf eine starke Defensive schicken die Gäste vier Kontingentspieler im Sturm ins Rennen. Allen voran Jordan Webb, der vor der Saison aus Hannover von seinem sportlichen Leiter aus Landsberger Zeiten, Klaus Habermann, nach Kaufbeuren gelotst wurde. Habermann ist 2007/08 in dieser Funktion im Allgäu tätig und hat dem ESVK einen Glücksgriff beschert. Mit 19 Punkten aus zwölf Spielen (sieben Tore) ist die ehemalige Nummer 81 des ECH momentan zweitbester Scorer in Kaufbeuren. Besser ist nur noch Rob McFeeters mit 23 Zählern (zehn Treffer) in ebenfalls zwölf Partien. Der 28-jährige Kanadier spielte zuletzt für die Fresno Falcons in der ECHL und hat sich bei seinem ersten Europa-Engagement rasch zum Leistungsträger entwickelt. Korsettstangen sind auch Benjamin McLeod von der University of Ottawa (CIS) und Jonathan Robert, den es von den Rio Grande Valley Killer Bees aus der CHL ins Allgäu verschlug. Während McLeod mit 13 Vorlagen (17 Scorerpunkte) aus zwölf Matches als Vorbereiter brilliert, besticht Robert durch seine Allroundfähigkeiten, wie seine persönliche Bilanz von 14 Punkten in zwölf Spielen, darunter sechs Tore, verdeutlicht. Unumstrittener Leader der am Freitag voraussichtlich in Bestbesetzung auflaufenden Buron Joker aus Kaufbeuren ist aber Thorsten Rau. Das mittlerweile 35 Jahre alte Eigengewächs und Urgestein ist mit seiner u.a. auch in Trier, Ulm, Heilbronn und Crimmitschau gesammelten Profi-Erfahrung seit der Rückkehr zu seinem Heimatclub 2002 Integrationsfigur und Vorbild für die Youngster des ESVK. Zudem erweist sich der Linksaußen als konstant produktiv und hat in der laufenden Spielzeit schon acht Tore erzielt. Insgesamt 18 Scorerpunkte bescheren dem Routinier damit momentan Rang drei in der teaminternen Scorerwertung. Scoring-Potential bringen auch der Ex-Tölzer Stefan Endraß und der zuletzt für Landsberg auflaufende Daniel Schury ins Kaufbeurer Team. Gemeinsam mit jungen Akteuren wie Robert Mayer oder Alexander Althenn und etlichen weiteren deutschen Juniorenmeistern ergibt das für Coach Maurizio Mansi eine ausgeglichene Kaufbeurer Truppe, die für jeden Gegner schwer auszurechnen ist. So steht denn auch den EC Hannover Indians am Freitag eine interessante, aber schwere Aufgabe bevor. Gegen das viertbeste Powerplay-Team der Liga, das ansonsten aus Hannoveraner Sicht ein unbeschriebenes Blatt ist, wird es für die Niedersachsen vor allem darum gehen, über die gesamte Spielzeit konzentriert in der Defensive zu arbeiten und unnötige Strafen zu vermeiden. Gelingt es Ryan Huddy, Kyle Doyle und Co. dann noch, die herausgespielten Torchancen endlich auch konsequent zu verwerten, bestehen gute Chancen, in der Neuauflage des Duells zweier Traditionsclubs drei wichtige Punkte am Pferdeturm zu behalten. |
| Autor: Niki Jaklitsch - Kommentare (0) - 25.10.2007 um 13:04 |
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