| 10 Minuten Eishockey reichen |
Mit den Blue Devils aus Weiden einen direkten Tabellenkontrahenten bezwungen und sich zusammen mit Dresden und Rostock etwas abgesetzt haben am Sonntag Abend die EC Hannover Indians. Die Darbietung beim 3:2 (1:1,0:0,2:1)-Sieg gegen die Oberpfälzer war allerdings nur ergebnismässig ein Schritt nach vorn, 50 Minuten lang waren nurmehr knapp 2100 Fans geradezu erschrocken gewesen vom geringen Unterhaltungswert der Partie, die zwar Einsatz, Kampf und Arbeit, praktisch aber überhaupt keine spielerischen Elemente zu bieten gehabt hatte.
Mit den bereits aus dem Leipzigspiel bekannten neu zusammen gesetzten Angriffsreihen waren funktionierende Automatismen und spielerische Schmankerl vom ECH am heutigen Abend kaum erwartet worden, dass es allerdings nur so wenig zu sehen geben würde überraschte die Fans, die nach dem Deggendorfheimspiel einen neuen Unterhaltungstiefpunkt geboten bekamen. Zwar zeigte sich Hannover in Abschnitt eins optisch leicht überlegen und hatte ein leichtes Chancenplus, dies resultierte jedoch eher aus Rebounds oder Zufallsaktionen denn aus herauskombinierten Möglichkeiten; allerdings war Blue Devils Keeper B. Voigt hierdurch ebenso wenig in Verlegenheit zu bringen wie durch hannoversche Powerplaysituationen, denen es am Abend bereits an der Basis, dem Gewinn der gegnerischen blauen Linie, mangelte. Somit entsprang das 1:0 einer tollen Einzelaktion von K. Doyle, der in Unterzahl eine Dahms-Befreiung aufnehmen und im Fallen unter Voigt hindurch versenken konnte (20.). Ein tip-in S. Wolsch`s brachte keine 35 Sekunden später dennoch ein Unentschieden zur ersten Pause, der solide Kondelik-Vertreter S. Agricola war ohne jede Abwehrchance. Der zweite Abschnitt dauerte quälend lange 20 Minuten und brachte die Weidener im Endeffekt um Zählbares, da sie die sich hier bietenden Konterchancen gegen völlig verunsichert auftretende Indians nicht gut zu Ende spielten. Dafür agierte man aber defensiv recht sicher und profitierte bei zwei 2:1-Situationen Hannovers davon, dass der Torabschluss der Pferdetürmler weiterhin eine von mehreren Großbaustellen bleibt. Mit einem blitzschnell ausgenutzten 5:3-Powerplay zu Beginn des Schlussabschnitts (42.) bogen die keineswegs überragend aufspielenden Teufel dann früh auf die vermeintliche Siegerstrasse ein, hatten bis zehn Minuten vor Schluss kaum brenzlige Situationen zu überstehen, doch mit dem 2:2-Ausgleich im Powerplay von D. Meyer, der ein Huddy-Zuspiel über B. Voigt in die kurze Ecke beförderte (52.), ging noch einmal ein Ruck durchs Indiansspiel, wurden die Zuspiele durch das Erfolgserlebnis plötzlich präziser, versprangen die Scheiben nicht mehr wie von Geisterhand geführt. Da allen Offensivaktionen aber auch weiterhin trotz famosem Arbeitspensum ein rechtes Konzept zu fehlen schien, durfte sich der Gast beinahe in seiner siebten Overtime im 13. Saisonspiel wähnen, erst die beiden auffälligsten Indiansakteure kreierten in Minute 60 schmerzhaft für die Oberpfälzer den glücklichen ECH-winner, als J. Welke`s Zuspiel von hinter dem Tor direkt beim zentral lauernden R. Huddy landete und der Kanadier sich eiskalt zeigte – 58 Sekunden vor Schluss stand es 3:2 und auch die Herausnahme B. Voigt`s sollte den Blue Devils nicht mehr zu einem Zähler in Hannover verhelfen. Fazit: weite Strecken der letzten vier Begegnungen können nicht dem entsprechen, was der Kader der EC Hannover Indians zu leisten im Stande sein müsste. Zwar sprangen trotz nur wenig erbaulichen Auftritten sieben Punkte heraus, stimmt die Gesamtbilanz von 8:4-Siegen durchaus, doch das Torverhältnis von +7 verrät bereits, dass ausnahmslos alle Erfolge Arbeitssiege waren, dass die Dominanz eines Gegners noch nicht geleistet werden kann. Müssen sich Hannovers Fans auch in den nächsten Wochen auf kampfbetontes und teilweise nur wenig ansehnliches Arbeitshockey einstellen oder wird die voranschreitende Saison spielerische Fortschritte bringen? Dem Auftritt am kommenden Freitag gegen Kaufbeuren darf man mit Spannung entgegen sehen... So.,21.10.07: Hannover Indians – Blue Devils Weiden 3:2 (1:1,0:0,2:1) Tore: 1:0 (20.) Doyle 9 4-5, 1:1 (20.) Wolsch 5-4, 1:2 (42.) Wolsch 5-3, 2:2 (52.) Meyer 3 5-4, 3:2 (60.) Huddy 7. Strfm.: ECH 12 – BDW 12 Zusch.: 2163 HSR: Györgyicze Top(+)/Flop(-): Wer gewinnt hat recht, so lautet ein altes Sprichwort aus dem Sport. Und die Hannover Indians finden momentan sehr oft noch `irgendwie` einen Weg zum Sieg. Dieser Fakt, die tolle Moral, auf Nackenschläge 07/08 fast umgehend mit Toren reagieren zu können und der ehrliche Jubel der Indiansakteure nach einem Duselsieg wie heute, das sind Punkte, die optimistisch in die Zukunft blicken lassen. Für einige Fans freilich dürfte es gerne etwas weniger Kampf, dafür etwas mehr spielerische Raffinesse sein. GWG: R. Huddy (60.) Beste Akteure: J. Welke – A. Gawlik, S. Wolsch ECH: Agricola,(Kondelik) – Engel,Morrow,Staltmayr,Thomson,Dahms,Baumgartner – Deml,Huddy,Welke,Meyer,Chamberlain,Phillips,Anderson,Doyle,Krull,Rohatsch,Suchomski,Breiter. BDW: Voigt,(Engmann) – Priebsch,Penk,Gawlik,Galway,Schneider,Herbst – Jäske,Fournier,Schreier,Hausmanninger,Zbriger,Wolsch,Zellner,Fendt,Hagn. |
| Autor: Oliver Schilling - Kommentare (0) - 21.10.2007 um 23:40 |
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