| Deggendorf Fire vor Oberliga-Premiere |
| Nach den Blue Lions Leipzig gastiert mit Deggendorf Fire am morgigen Freitag (12.10.2007, 20.00 Uhr) der zweite Aufsteiger in die Eishockey-Oberliga – und der erste aus der Südgruppe – am hannoverschen Pferdeturm. Mit 18 Zählern haben die gastgebenden EC Hannover Indians genau doppelt so viele Punkte auf ihrem Konto wie die Neulinge aus Niederbayern, und dennoch erwartet die Cracks von Trainer Joe West eine schwere Aufgabe. Volle Konzentration über die gesamte Spielzeit wird nötig sein, um die Punkte in Niedersachsen behalten zu können.
Damit dieses Ziel erreicht wird, muss der ECH einem Deggendorfer Akteur besondere Aufmerksamkeit schenken: Thomas Greilinger. Der 26 Jahre alte Ex-Nationalspieler, mit 1,84 Metern Körpergröße und 108 Kilogramm Kampfgewicht nicht nur auf dem Eis eine imposante Erscheinung, zählt zu den spektakulärsten Spielern der Liga und ist Dreh- und Angelpunkt im Angriff des Aufsteigers. Im vergangenen Jahr hatte der in Deggendorf geborene Greilinger, der in seiner Karriere auch schon 216 DEL-Spiele für München, Schwenningen, Nürnberg und Mannheim absolvierte, mit 98 Scorerpunkten in 37 Spielen (51 Tore) maßgeblichen Anteil an der Bayernliga-Vizemeisterschaft und dem Aufstieg von Fire. Nachdem der Rechtsschütze seine langwierige Knieverletzung nun offenbar auskuriert hat, gelang ihm der Sprung zurück in die Oberliga problemlos, wie 16 Zähler (neun Tore) in acht Spielen in der Saison 2007/08 belegen. Neben Greilinger baut Deggendorfs Coach Günter Eisenhut vor allem auf die Routine von John Sicinski. Der kanadische Center war in der Saison 2004/05 als Kapitän der Stuttgart Wizards schon einmal am Pferdeturm zu Gast und fand anschließend über die Bundesliga-Station EHC München den Weg nach Niederbayern, wo er in seine zweite Saison geht. Dritter Leistungsträger im Angriff ist Thomas Kulzer, der mit den Straubing Tigers ebenfalls schon reichlich Erfahrung in höheren Ligen gesammelt hat und zuletzt bei Fire vor allem für die nötigen Tore verantwortlich zeichnete. Für die nötigen Treffer zu sorgen, auf diesen einfachen Nenner lässt sich auch die Aufgabe der beiden US-Boys Tom Collingham und Eric Thomassian bringen, die beide aus der NCAA nach Deggendorf wechselten. Beide haben den Sprung in die deutsche Oberliga gut geschafft. Collingham ist nach Thomas Greilinger mit neun Punkten (drei Tore) aus acht Spielen zweitbester Deggendorfer Scorer, während Thomassian sieben Zähler (drei Treffer) auf seinem Konto stehen hat. Ein Wiedersehen feiert Eric Thomassian am Pferdeturm übrigens mit Neu-Indianer Thomas Morrow. Beide gingen in der vergangen Spielzeit noch gemeinsam für Boston University aufs Eis. Neben seinen Routiniers kann Fire-Coach Günter Eisenhut eine ganze Reihe junger Nachwuchstalente ins Rennen schicken, die – oft aus der eigenen Talentschmiede – langsam an die Oberliga und höhere Aufgaben heran geführt werden sollen. Am hochkarätigsten ist hier sicherlich der Ex-Tölzer Michael Endraß. Der aktuelle U 20-Nationalspieler schaffte bei seinem letzten Engagement an der Isar in 58 Partien 19 Scorerpunkte (sechs Tore) und gehört in Deggendorf trotz seiner erst 19 Jahre bereits zu den Leadern. Gemeinsam mit dem 18-Jährigen Markus Ruderer und Daniel Lupzig – er wird in Kürze volljährig – erhielt Endraß eine Förderlizenz vom Deggendorfer DEL-Partner Krefeld Pinguine. Komplettiert werden die Angriffsreihen des Deggendorfer SC von Michael Winnerl (hat nach einem Kreuzbandriss das Training wieder aufgenommen und wird gegen die Indians nicht auflaufen, Alexander Sterz, Dominik Retzer und Markus Simbeck. Der 31 Jahre alte Haudegen war in der abgelaufenen Spielzeit mit 24 Treffern in 37 Bayernliga-Partien drittbester Torschütze von Fire. Über viel Erfahrung verfügt auch Jan Schinköthe. Der Rückkehrer aus Bad Tölz spielt bereits zum dritten Mal in seiner Karriere in Deggendorf (1993-96 bei den Deggendorf Flames in der Oberliga Süd bzw. Hacker-Pschorr-Liga und 2001/02 nochmals für die Flames in der mittlerweile eingleisigen Oberliga) und soll mit seiner Routine das junge Team führen. Zudem verfügt der Linksschütze mit aktuell neun Scorerpunkten auf seinem Konto (zwei Tore) auch über beachtliches Offensivpotential für Spielaufbau und Powerplay. Um Jan „Schinken“ Schinköthe versammeln sich mit Manuel Bayer (früher u.a. für die Bayreuth Tigers am Puck) und dem bereits in Heilbronn, Bad Nauheim und beim EHC Klostersee aktiven Johannes Saßmannshausen junge Cracks mit Potential und Oberliga-Erfahrung, die sich in Deutschlands dritthöchster Spielklasse nun endgültig durchbeißen möchten. Mit diesem Ziel hat auch Jamie Dowhayko die Reise nach Europa angetreten. Der 24-jährige kanadische Verteidiger war zuletzt für die University of Manitoba in der College-Liga CIS aktiv und verleiht seit vier Spieltagen der Deggendorfer Hintermannschaft weitere Stabilität. Somit haben die Gäste vier Kontingentstellen besetzt und können im Bedarfsfall noch einmal nachlegen. Die Routiniers Philipp Weinzierl – er sammelte bei den Flames ebenfalls schon Oberliga-Erfahrung – und Patrick Landstorfer, der bei den Regensburger Eisbären sogar schon in der 2. Bundesliga im Einsatz war, komplettieren gemeinsam mit den Youngsters Karl-Heinrich Stern, Nico Wolfgramm und Roman Schreyer den Defensivverbund des Aufsteigers. Auch zwischen den Pfosten blieben Deggendorfs Verantwortliche ihrer Maxime treu, jungen Talenten erfahrene Kräfte zur Seite zu stellen. So hütet mit Reinhard Haider ein Mann das Gehäuse, der zuletzt in Miesbach konstant gute Leistungen abrief und zuvor in Weiden, Regensburg und Freiburg zu den stärksten Goalies der jeweiligen Ligen bis hinauf in die 2. Bundesliga gehörte. Mit den Augsburger Panthern sammelte der 37 Jahre alte Linksfänger sogar DEL-Erfahrung, absolvierte er in der Spielzeit 1994/95 doch 33 Partien in der Eliteklasse für die Fuggerstädter. Angesichts dieser beeindruckenden Laufbahn ist es wenig verwunderlich, dass die beiden jungen Eigengewächse Alexander Zitzelsberger und der erst 16 Jahre alte Marco Feiertag derzeit wenig Aussichten auf Einsätze haben. So gilt es derzeit für das Duo, sich im Training als Alternative anzubieten und fleißig vom Routinier Haider zu lernen – damit im Fall der Fälle ein verlässlicher Back-up parat steht. Die Gäste von Deggendorf Fire sind vor allem im Sturm hochkarätig besetzt, nicht nur dank Thomas Greilinger. So gilt es für die Indians (ohne Alexander Engel, der seinen Muskelfaserriss auskuriert, aber möglicherweise mit Kurzeinsätzen von Michael Dahms nach überstandenem Kieferbruch), in der Abwehr über die volle Spielzeit hoch konzentriert und kompromisslos zu Werke zu gehen. Keine einfache Aufgabe, zumal der Aufsteiger aus Hannoveraner Sicht ein völlig unbeschriebenes Blatt darstellt. Beide Teams standen sich in ihrer Clubgeschichte noch nie gegenüber. Drei Punkte sind natürlich das erklärte Ziel der Akteure um Kapitän Seppi Staltmayr, nicht nur um die Vergleichsbilanz gegen Deggendorf positiv zu eröffnen, sondern vor allem, um Nord-Spitzenreiter Dresden weiter auf den Fersen zu bleiben. Kann der ECH das Tempo stets hoch halten, unnötige Strafzeiten vermeiden und die herausgearbeiteten Torchancen konsequent verwerten, wäre alles andere als ein Erfolg der Großstadtindianer eine Überraschung. |
| Autor: Niki Jaklitsch - Kommentare (0) - 12.10.2007 um 01:45 |
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