<-- Zurück zu den Nachrichten
Vorbericht Dresden vs. ECH
InfoDrei Tage nach dem überraschenden 2:1-Erfolg beim Süd-Spitzenreiter EC Bad Tölz bekommen es die EC Hannover Indians am morgigen Freitag (05.10.2007, 20.00 Uhr, Eisstadion am Pferdeturm Hannover) erneut mit einem Oberliga-Vertreter aus dem Süden der Republik zu tun. Zu Gast in Niedersachsens Metropole sind die EV Füssen Leopards, gegen die Jan Welke und Co. nachlegen und drei Zähler auf heimischem Eis einfahren möchten.

Auch wenn nach sieben absolvierten Spielen nur zwei Siege und insgesamt neun Zähler auf dem Konto des Teams von Neu-Trainer Dave Rich stehen, darf der Allgäuer Traditionsclub, der seit 1949 15 nationale Meistertitel einfahren konnte (den letzten 1973) einfahren konnte, keinesfalls auf die vermeintlich leichte Schulter genommen werden. Vielmehr müssen die EC Hannover Indians gerade auch gegen Teams aus unteren Tabellenregionen hoch konzentriert zu Werke gehen. Zumal dann, wenn – wie im Falle des EV Füssen – ein durchweg gut besetzter Kontrahent auf dem Eis am Pferdeturm gastiert.

Im Tor bauen die Verantwortlichen des EVF schon seit 1999 auf den früheren Weißwasseraner André Irrgang, der an guten Tagen Spiele im Alleingang gewinnen kann. Neu zum Team stieß mit Beginn dieser Saison Christian Krüger. Der 24-Jährige stammt aus der Füssener Talentschmiede und wird sich nach Stationen in Schwenningen und Bietigheim (2. Bundesliga) sowie beim DEL-Club Hamburg Freezers sicher nicht ausschließlich mit der Rolle des Back-ups begnügen, sondern gemeinsam mit Irrgang für ein solides Duo bürgen. Vermutlich nur sporadisch zum Einsatz kommen dürfte hingegen Jennifer Harß. Die 20 Jahre alte Linksfängerin durchlief in Füssen alle Nachwuchsteams und kann nun in der Oberliga zeigen, dass auf sie bei Bedarf Verlass ist.

In der Abwehr galt es für Coach Dave Rich und Sportdirektor Franz-Josef Baader, den Abgang von Top-Defender Jeff White zum EHC Freiburg adäquat zu kompensieren. Dies scheint mit der Verpflichtung von Henri Virta gelungen zu sein. Der jüngere Bruder des nun ebenfalls für Freiburg verteidigenden Ex-Weideners Turo Virta kam von KooVee Tampere aus Finnland an den Kobelhang nach Füssen und ist nach sieben absolvierten Spielen mit 13 Zählern zweitbester Defender der Oberliga. Zehn Assists unterstreichen dabei deutlich Virtas Qualitäten im Spielaufbau. Ebenfalls viel für die Offensive leistet der zweite Kontingentspieler in Füssens Hintermannschaft, Nick Anderson. Der aus der ECHL von den Las Vegas Wranglers gekommene Rechtsschütze rangiert mit zwei Toren und sieben Vorlagen nach sieben Spielen auf dem fünften Platz der Verteidiger-Scorerliste der gesamten Oberliga. Leitwölfe in der jungen Füssener Truppe sind sicher der bereits seit 1996 das EVF-Trikot tragende Robert Scharpf und Markus Wartosch, der neben dem Engagement bei seinem Heimatclub auch schon in Stuttgart und Memmingen Oberliga-Erfahrung gesammelt hat. Mit Leonhard Prantl (Einsatz am Freitag fraglich), Armin Wurm und Michael Hemmerle haben hingegen drei ganz junge Akteure – Hemmerle, der Älteste des Trios, ist 20 Jahre alt – aus dem eigenen Junioren-Team die Chance, sich für die Oberliga zu empfehlen. Den „Sprung nach oben“ bereits geschafft haben Florian Bindl, Christian Krötz und Florian Neumayer, die seit 2005 für den EVF auflaufen und aus der Hintermannschaft der Leoparden nicht mehr wegzudenken sind.

Ein ganz besonderes Auge sollte Hannovers Abwehr indes auf den Neu-Füssener Garrett Festerling haben. Der Topscorer des WHL-Teams Regina Pats (22 Tore und 51 Vorlagen in 67 Partien) ersetzt seit dem vergangenen Wochenende den aus Sicht des Füssener Managements enttäuschenden Jason Weitzel (vor Vertragsauflösung ein Tor und vier Vorlagen in ebenso vielen Oberliga-Spielen), der erst zu Saisonbeginn von der University of Regina nach Füssen gekommen war.

Welches Potential Festerling hat, deutete der Mittelstürmer bei seinem zweiten Einsatz für den EVF gegen den EHC Klostersee an. Zum 8:7-Erfolg nach Verlängerung steuerte der 21-Jährige am Dienstagabend drei Treffer bei, darunter das Game Winning Goal. Beim Debüt im Füssener Trikot konnte Festerling die Niederlage seines neuen Clubs am Sonntag in Berlin zwar nicht verhindern (2:3 n.P.), aber immerhin einen Assist für sich verbuchen.

Zum offenbar äußerst treffsicheren Neuzugang gesellen sich etliche Routiniers, die seit Jahren in der Oberliga zuverlässig Punkte sammeln. Allen voran Kapitän Eric Nadeau, 2004 aus Kempten in den Königswinkel gekommen und seitdem in den teaminternen Statistiken stets ganz oben zu finden. Aktuell rangiert der 33 Jahre alte Franko-Kanadier, dessen Einsatz am Freitag allerdings fraglich ist, mit 14 Punkten (sieben Tore) aus fünf bestrittenen Matches auf dem sechsten Platz der Oberliga-Scorerliste. Unterstützung erhält Nadeau vor allem vom technisch beschlagenen Ukrainer Ruslan Bezshchasnyy, der seit 2002 in schöner Regelmäßigkeit die gegnerischen Abwehrreihen schwindlig spielt und neben seiner Schnelligkeit auch über einen ausgeprägten Torriecher verfügt Den entwickelt derzeit auch Eigengewächs Florian Häfele, der in seiner zweiten Saison in der Oberliga aktuell in sieben Spielen bereits sechs Mal getroffen hat.

Mit dem früheren Ravensburger Andrej Naumann verfügen die Leoparden über einen weiteren Spieler osteuropäischer Schule mit Scoring Touch. Die bislang fünf Assists des Deutsch-Russen belegen seine Stärken in der Vorbereitung von Toren.

In Florian Vaitl, der aus dem Füssener Nachwuchs stammt, in Kaufbeuren aber auch schon Zweitliga-Erfahrung gesammelt hat, hat Coach Dave Rich einen weiteren vielseitigen Angreifer zur Verfügung, der sowohl als Torschütze wie auch Vorbereiter überzeugt und dem Kader der Gäste die nötige Tiefe verleiht. Dies tut auch Tom Fiedler, der bei den Berliner Eisbären seine Karriere begann, nach einigen DEL-Einsätzen 2003/04 hauptsächlich für das Oberliga-Team der Juniors auflief und zuletzt für den Zweitligisten Eispiraten Crimmitschau spielte. Bei der Rückkehr in die Oberliga möchte der bullige 22-Jährige nun zeigen, dass mehr in ihm steckt als zuletzt gezeigt (in Crimmitschau sammelte er zehn Scorerpunkte, davon drei Tore, in 58 Spielen) und sich endgültig für höhere Aufgaben empfehlen.

Denselben Anspruch haben langfristig sicher auch die Youngsters Thomas Hemmerle, Johannes Mayr, Tim Richter, Raphael Rohwedder, Raphael Minelli und Markus Wagner, die in der vergangenen Spielzeit allesamt noch für Füssens Bundesliga-Junioren aufliefen und nun behutsam an Deutschlands dritthöchste Spielklasse herangeführt werden sollen.

Komplettiert wird die Offensivabteilung der stark auf die ausländischen Leistungsträger angewiesenen Allgäuer von Rückkehrer Matthias Ziegler (aus Memmingen), der bereits zwischen 2001 und 2006 für seinen Heimatclub in der Oberliga auflief. Der Einsatz des Rechtsaußen gegen die Hannover Indians ist morgen verletzungsbedingt allerdings noch fraglich.

In der Warteschleife befindet sich derzeit auch Nikolai Varianov junior. Der Center mit Gardemaßen (1,86 Meter, 99 Kilogramm), in der abgelaufenen Spielzeit mit 47 Punkten (22 Treffer) viertbester Leoparden-Scorer und Sohn von EVF-Urgeisten Nikolai Varianov (absolvierte zwischen 1994 und 2001 299 Partien mit 408 Scorerpunkten für die Allgäuer) sollte im Team der Leopards eine Schlüsselrolle übernehmen. Statt dessen ist der frühere Höchstädter derzeit überzähliger Ausländer, da er – in Russland geboren – zwar jahrelang im Füssener Nachwuchs aktiv war, nach der Abschaffung des Status’ Eishockey-Deutscher aber als Kontingentspieler zählt. Sollte EVF-Kapitän Eric Nadeau gegen die Indians passen müssen, dürfte Varianov auflaufen, andernfalls bleibt ihm wohl nur die Tribüne.

Doch egal ob mit oder ohne Nikolai Varianov junior, der EV Füssen wird am Freitag einen harten Prüfstein für die EC Hannover Indians darstellen. Die Niedersachsen müssen morgen (Schiedsrichter der Partie ist Levente Györgyicze vom EHC Troisdorf) über die gesamte Spielzeit hoch konzentriert zu Werke gehen und im Abschluss weiterhin so konsequent und kaltschnäuzig sein wie zuletzt in Bad Tölz. Kann diese Vorgabe umgesetzt werden, liegen drei Zähler und damit der weitere Ausbau der seit der Saison 2006/07 makellosen ECH-Bilanz von vier Siegen in vier Spielen gegen Füssen (7:3 und 5:2 in Füssen, 5:2 und 4:1 auf heimischem Eis) auf alle Fälle in Reichweite. Seine Premiere im Trikot der Indians feiert am Freitag Adam Ondraschek. Der 21 Jahre alte Torhüter vom Förderlizenzpartner Kassel Huskies aus der 2. Bundesliga wird am Wochenende den erkrankten Sandro Agricola als Back-up hinter Roman Kondelik vertreten.
Quelle: ECH-Liveticker
Autor: Niki Jaklitsch - Kommentare (0) - 10.10.2007 um 23:23

Kommentare


Es sind momentan noch keine Kommentare zu dieser News vorhanden!


Kommentar zu dieser News abgeben:
Name:
Email:
Spamschutz: spam
Nachricht: ;-( :-D 8-O X-( :-| 8-) ;-) :-) :-(



Will auch eine kostenlose Newsseite haben :-)