| Erfolgsserie soll ausgebaut werden |
| Nach dem Sechs-Punkte-Wochenende mit Siegen in Bad Nauheim und gegen die Blue Devils Weiden möchte der Eishockey-Oberligist EC Hannover Indians in den kommenden Spielen ihren Lauf weiter beibehalten. Vor der Sonntagspartie bei den Juniors des DEL-Clubs Eisbären Berlin treffen die Niedersachsen, mit 94 Punkten noch immer auf dem zweiten Platz im Norden rangierend, auf den Tabellenletzten. Am Freitag (07.03.2008, 20.00 Uhr, Hauptschiedsrichter ist Rolf Zupp vom EV Duisburg) gastieren die Black Dragons des EHC Thüringen aus Erfurt im hannoverschen Eisstadion am Pferdeturm.
Drei Mal trafen beide Teams bislang aufeinander und drei Mal behielt der ECH gegenüber dem Aufsteiger, der zwischenzeitlich mit argen finanziellen Problemen zu kämpfen hatte, nach dem Abgang einiger Leistungsträger nun aber wieder stabilisiert ist, die Oberhand. 6:3 und 4:2 lauteten die Ergebnisse in den ersten Vergleichen zugunsten der Niedersachsen, beim letzten Match in Erfurt Anfang Februar durfte sich Indians-Keeper Sandro Agricola nach dem 6:0-Triumph sogar über seinen zweiten Shut-out der Saison freuen. Triumphieren will der ECH auch am Freitag, um im Duell um Platz zwei und damit das Heimrecht im Play-off-Viertelfinale gegenüber den Blue Lions Leipzig (empfangen zeitgleich die Dresdner Eislöwen) weiter die Nase vorn zu haben. Doch auch wenn Erfurt in 49 Partien erst 31 Punkte geholt hat, wird das Duell mit den „schwarzen Drachen“ kein Selbstläufer für die Indians. Vielmehr gilt es, über 60 Minuten hoch konzentriert zu spielen, die nötige Disziplin für wenige Strafzeiten an den Tag zu legen und kaltschnäuzig im Abschluss zu sein. Zudem müssen die Niedersachsen konsequent in die Zweikämpfe gehen, um die Erfurter Angreifer nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Zentrale Figur im Sturm des Teams von Trainer Thomas Belitz ist Zbynek Marak. Der 36-Jährige sammelte 2002/03 schon Zweitliga-Erfahrung in Wolfsburg und zeichnet sich mit 59 Punkten aus 48 Spielen (21 Tore) als fleißigster Scorer der Dragons aus. Damit trägt der Tscheche gemeinsam mit dem Kanadier Scott Corbett (22 Tore und 43 Scorerpunkte in 48 Matches) die Hauptlast des Tore schießens bei den Gästen. Unterstützung kommt von Sebastian Buchwieser. Der durch Gastspiele in Essen und Augsburg DEL-erfahrene Mittenwalder hat in der Oberliga schon für Haßfurt, Leipzig und Stuttgart gespielt und aktuell in Erfurt in 45 Einsätzen 37 Punkte (16 Tore) verbucht. Trotz einer Augenverletzung aus dem Training lief der Center schon am Dienstag gegen Leipzig (2:4) wieder auf und wird seinem personell ohnehin nicht auf Rosen gebetteten Team auch in Hannover zur Verfügung stehen. Fraglich ist hingegen der Einsatz von Youngster Maximilian Dimitrovici, der von einer fiebrigen Erkältung geplagt wird. Überhaupt erhalten in Erfurt viele junge Cracks – überwiegend aus dem eigenen Nachwuchs – die Chance, sich in Deutschlands dritthöchster Spielklasse zu zeigen und durchzubeißen. Dazu gehören auch Marcel Axtheim, Oliver Kämmerer und Robert Zander – keiner der drei Stürmer ist älter als 21 Jahre. In die Kategorie Routiniers fallen hingegen Timo Basse, der zweite Ex-Stuttgarter in Thüringen, und der international erfahrene Roman Nesrsta. Der Deutsch-Tscheche ging im Nachbarland bereits für die U 18- und U 20-Teams der Spitzenclubs HC Zlin und HC Vsetin aufs Eis und stand kurzzeitig auch schon bei den Blue Lions Leipzig (noch in der Regionalliga) und dem Oberligisten EHC Freiburg unter Vertrag. In der Abwehr stellt Jamie Wright mit Pavel Vait ein routiniertes Duo. Der Kanadier Wright ist mit 26 Punkten (13 Toren) aus 43 Spielen bester Erfurter Defensiv-Scorer, während der 35-jährige Vait durch Karrierestationen bei den Lausitzer Füchsen und den Eispiraten des ETC Crimmitschau bereits etliche Jahre Zweitliga-Erfahrung vorweisen kann und vorrangig auf die Sicherung des eigenen Gehäuses bedacht ist. Dritter Routinier in der Hintermannschaft ist der Ex-Neuwieder Harry Kulczynski, der vor allem für körperbetontes Spiel zuständig ist, wie seine 95 Strafminuten belegen. Neben den erfahrenen Cracks kommen auch in der Abwehr etliche Youngsters zum Einsatz, etwa Florian Brink und Sebastian Hofmann. Einer der prominentesten Erfurter steht zwischen den Pfosten: Kai Fischer (30) ist in seiner Eishockey-Karriere weit herumgekommen und spielte u.a. schon für Düsseldorf und die Revier Löwen in der DEL, Essen und Heilbronn in der 2. Bundesliga und vor seinem Wechsel nach Erfurt in Höchstadt in der Bayernliga. Bei seinem letzten Engagement in der Oberliga – 2004/05 in Hügelsheim – war er einer der Erfolgsgaranten des damaligen Aufsteigers und sicherte seinem Team etliche Siege. Zwar sind die Voraussetzungen in Erfurt etwas anders und für Fischer gilt es meist, Niederlagen in Grenzen zu halten. Dass der Linksfänger freilich zu viel mehr in der Lage ist, bewies er im Oktober 2007, als ihm beim 1:0 über die Blue Lions Leipzig ein Shut-out gelang. Aufgrund der starken und konstanten Leistungen des Routiniers bleibt so für Erfurts Backup, den jungen Martin Otte, im Regelfall nur der Platz auf der Ersatzbank. Auch wenn der ECH gegen Erfurt als großer Favorit ins Rennen geht, bedarf es einer kompakten Mannschaftsleistung, bei der das ganze Team stets hellwach sein muss, um die vermeintlich so klare Angelegenheit auch faktisch zugunsten Hannovers entscheiden zu können. Wenn Ryan Huddy (mit sechs Zählern Topscorer gegen Erfurt) und Kyle Doyle (fünf Punkte gegen die Black Dragons) ihren Torhunger weiter beibehalten, das Powerplayfunktioniert – Erfurt stellt mit einer Penalty-Killing-Quote von 75 % derzeit das schwächste Unterzahlteam der gesamten Oberliga – und nicht zuletzt die Fans wie in den letzten Spielen für eine stimmungsvolle Kulisse sorgen, bestehen gute Aussichten auf einen weiteren erfolgreichen Eishockeyabend am Pferdeturm. Fehlen wird dabei allerdings Toptorjäger Jamie Chamberlain, der aufgrund einer Viruserkrankung pausieren muss. |
| Autor: Niki Jaklitsch - Kommentare (0) - 06.03.2008 um 23:07 |
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