| Am Ball bleiben zahlt sich aus - 5:2 |
Weiterhin heimstark präsentieren sich die Hannover Indians im Kalenderjahr 2008. Mit einem am Ende vollauf verdienten 5:2 (0:2,2:0,3:0)-Erfolg gegen die Blue Devils aus Weiden konnte der ECH auch im achten Heimspiel des Jahres siegreich das heimische Eis verlassen und bleibt im Kampf um den so wichtigen zweiten Tabellenplatz im Norden den Blue Lions aus Leipzig somit auch weiterhin die entscheidende Nasenlänge voraus. Über mehr als 50 Minuten sahen die offiziell mehr als 3000 Zuschauer dabei ein Indiansteam, das über weite Strecken tolles Offensivhockey aus einem Guss bot und trotzdem schon nach einer halben Stunde hoffnungslos im Hintertreffen hätte liegen können. Pausenloses Anrennen und eine beeindruckende Physis sicherten jedoch am Ende doch noch verdient den Heimdreier, dem am Sonntag (18.30 Uhr) in Bad Nauheim weitere Zähler folgen sollen.
Mit veränderten Angriffsreihen versuchte Indians-Coach J. West am Abend dem Pferdeturm-Angstgegner Nr. 1 aus der Oberpfalz (in sieben Gastspielen viermal in Hannover siegreich) beizukommen und ein weiteres Schlüsselspiel im Kampf um die bestmögliche Play-Off-Ausgangssituation erfolgreich zu beeinflussen. So rückte Allrounder B. Phillips als defensivstarke und physische Komponente zu den beiden Topscorern K. Doyle und J. Chamberlain, während der in den letzten Woche unglaublich stark aufspielende S. Breiter mit einer `Beförderung` in Reihe zwei zu D. Musial und D. Meyer belohnt wurde. Alle vier Offensivreihen machten gegen die blauen Teufel von Beginn an mächtig Druck und kreierten gegen die zuletzt in Leipzig kräftig durcheinandergewirbelten Weidener bis Minute 10 praktisch in jeder Zeigerumdrehung eine dicke Einschusschance. Doch weder D. Musial (3./ HSR Korb hatte vor dem Hineinstochern des Pucks durch den Ex-Dresdner bereits abgepfiffen), noch R. Huddy, K. Doyle oder J. Chamberlain konnten zunächst den Ex-Indianer B. Voigt im oberpfälzischen Gehäuse bezwingen, da die Qualität der Schüsse zumeist zu gering war, die Weidener Hintermannschaft immer wieder geschickt blockte und überdies K. Du am Pfosten scheiterte (6.). Die erste Strafe des Spiels gegen J. Anderson nahm dann jäh den Anfangsschwung der Indians aus dem Spiel, der Gast kam nun zu ersten guten eigenen Tormöglichkeiten und sollte in einer 4:4-Situation binnen 13 Sekunden gleich zweimal eiskalt zuschlagen. Zunächst war es ein mutiger Vorstoß von J.-P. Priebsch, der den Gästen die überraschende Führung brachte (12.) und nur Sekunden später – der ECH hatte den Schock noch nicht verdaut – markierte M. Zbriger aus Nahdistanz sogar das 0:2 (13.), wobei der Traumpass durch K. Fournier die eigentliche Attraktion darstellte. Dass die Indians im Anschluss bis zur Pausensirene kein Bein mehr auf das Eis brachten ist angesichts der kalten Dusche verständlich, die Blue Devils kontrollierten nun die Szenerie und für Hannover stand in den letzten 40 Minuten eine der denkbar kniffligsten Aufgaben in der Eishockey-Oberliga bevor, nämlich einen Zweitore-Rückstand gegen ungemein effizient spielende Oberpfälzer aufholen zu müssen. Ein weiterer Schuss ans Gestänge durch R. Huddy gleich nach Wiederbeginn (22.) sollte früh die Richtung für die letzten zwei Drittel vorgeben. Zehn Minuten lang drückte Hannover ebenso vehement auf den Weidener Kasten wie in Abschnitt eins, doch im Verbund mit seinen Vorderleuten blieb B. Voigt auch weiterhin relativ sicher Herr über alle Indianschancen, denen nach wie vor die ganz große Qualität fehlte. Dies sah auf der Gegenseite ganz anders aus. Gleich zweimal musste Indians-Torsteher bei Direktschüssen aus Nahdistanz gegen Teufel-Angreifer den Hexer spielen und präsentierte beide Male den mit dem Spiel schon abgeschlossen habenden Indiansfans jeweils in unnachahmlicher Manier den Puck im Anschluss seelenruhig in seinem Fanghandschuh. In zwei optisch beeindruckenden Powerplays machten die Oberpfälzer zwar pausenlos Druck, versäumten es aber das entscheidende 0:3 vorzulegen. Kaum komplett, bediente R. Huddy den aufgerückten A. Engel und der Ex-DEL-Profi zeigte seinen Kollegen im Angriff wie ein platzierter Torabschluss aussieht – der Puck schlug genau im linken oberen Torwinkel ein (31.) und Hannover war endgültig `back in business`. Mit nurmehr drei Sturmreihen forcierte der ECH in der Folge das Tempo weiter und konnte nach einigen weiteren guten Möglichkeiten, die B. Voigt mehrmals als spektakulären Retter sahen, doch noch vor der zweiten Pause ausgleichen. Eine einzige Unkonzentriertheit des 25-jährigen Torstehers nutzten D. Musial und J. Chamberlain aus, als der Kanadier nach herrlichem Pass des `Langen` sofort auf die kurze Ecke zielte und Voigt damit auf dem falschen Fuß erwischen konnte (39.). Die Partie stand wie zu Spielbeginn pari und wohl jedem im Stadion war klar: wer im Schlussdrittel das erste Tor schießen würde, der würde als Sieger das Eis verlassen. Die Frage nach dem Gewinner war somit im Grunde bereits nach 16 Sekunden des letzten Abschnitts entschieden, denn die ungemein selbstbewusst aus der Kabine kommenden Gastgeber schienen die Oberpfälzer nun nach dem toll egalisierten 0:2 förmlich überrennen zu wollen. Ein geblockter Chamberlain-Schuß fiel dem 32-jährigen B. Phillips förmlich vor die Kelle und da der stets bewegungsfreudige Voigt durch den Schussversuch von Hannovers #88 bereits aus der Position gelockt worden war, musste der Ex-Memminger nur noch den verwaisten Kasten treffen – das 3:2 (41.) und gleichzeitig schon das Siegtor, denn auch in der Folge dominierte der ECH den beileibe nicht schwachen Gast deutlich, was durch das zweite Überzahltor des Abends nur zwei Minuten später endlich auch einmal auf der Anzeigetafel ersichtlich wurde – J. Chamberlain hatte in `seinem` Revier direkt vor dem Kasten wieder einmal den richtigen Riecher gehabt und mit seinem 39. Saisontor im 47. Spiel mit P. Campbell gleichgezogen, der 2003/04 für die gleiche Toranzahl 53 Partien gebraucht hatte und seitdem Indians-Torrekordhalter auf Oberliganiveau gewesen war. Die folgenden Minuten sahen ein flüssig laufendes Match (insg. nur 2 h 5 m) mit guten Chancen auf beiden Seiten, denn auch die Weidener sind als charakterstarkes Team bekannt, das immer nach Rückschlägen zurück kommen kann. An R. Kondelik sollte es freilich am Abend kein weiteres Vorbeikommen geben, der Deutsch-Tscheche mauerte sein Tor bis zur Schlusssirene ebenso zu wie sein Gegenüber B. Voigt, der in den letzten 45 Sekunden einem sechsten oberpfälzischen Angreifer wich. Mit Unterstützung eines Linesmans, der in der Schlusssekunde bei einem Indianskonter den Gegenspieler des anstürmenden K. Doyle fachgerecht entsorgte, erhöhte der ECH mit der Sirene gar noch auf 5:2, was im Endeffekt sogar noch den höchsten Heimerfolg in der Bilanz mit den blauen Teufeln sicherte. Fazit: ein ungemein wichtiger Sieg fürs eigene Selbstbewusstsein. Das Wissen um die eigene Stärke wird nach dem Wenden eines Zweitore-Rückstandes gegen den zumeist unbequem zu spielenden Nord-4. sicherlich noch einmal zunehmen, dennoch gilt es auch die Aufgabe am Sonntag im hessischen Bad Nauheim absolut ernst zu nehmen. Die Kurstädter haben sechs ihrer letzten neun Heimspiele gewonnen und werden im Kampf um Tabellenrang sechs ihre allerletzte Chance nutzen wollen. Den Blue Devils aus Weiden ist es am Abend nicht gelungen, gegen die Hannover Indians das durchaus mögliche 3:0 zu erzielen. Zwar wäre dieses von den Spielanteilen her auch nicht verdient gewesen, doch Effizienz war 07/08 ja bereits des öfteren eine Stärke der Oberpfälzer gewesen. Nun wird am Sonntag gegen Halle und am Dienstag in Rostock eine möglichst optimale Punktausbeute angepeilt. Fr.,29.2.08: Hannover Indians – Blue Devils Weiden 5:2 (0:2,2:0,3:0) Tore: 0:1 (12.) Priebsch 4-4, 0:2 (13.) Zbriger 4-4, 1:2 (31.) Engel 8, 2:2 (39.) Chamberlain 38 5-4, 3:2 (41.) Phillips 4, 4:2 (43.) Chamberlain 39 5-4, 5:2 (60.) Doyle 29 5-6. Strfm.: ECH 12 – BDW 12 Zusch.: 3124 HSR: Korb Top(+)/Flop(-): Die Reihenumstellungen haben gefruchtet. In Reihe eins arbeitete B. Phillips viel für die beiden kanadischen `Zwillinge` Doyle/Chamberlain und erzielte nebenbei das Siegtor; die Formation war für vier Tore verantwortlich und dürfte auch in der Zukunft gesetzt sein. Ob der All-Time-Indians-Torrekord von M. Gaudet aus der Regionalligasaison 2001/02 (54 Tore) dabei ein realistisches Ziel für J. Chamberlain bleibt, werden die nächsten Wochen zeigen. Toll auch Reihe zwei um den weiter ganz prima wirbelnden S. Breiter, den ruhigen und intelligenten Strategen D. Musial und den selbstlosen Defensivarbeiter D. Meyer. Lediglich die altbewährte Formation um Huddy/Du/Anderson muss in der ein oder anderen Situation vielleicht noch eine Idee `einfacher` spielen. GWG: B. Phillips (41.) Beste Akteure: R. Kondelik, J. Chamberlain – B. Voigt, J.-P. Priebsch Bes.: - schon zum vierten Male 07/08 ein 0:2 noch zum Sieg gedreht - ligaweit Nr. 1 im Powerplay: J. Chamberlain (19 Tore) - 2003/04 am `Tag den es nicht gibt` Verlierer in Ravensburg (2:3), vier Jahre später am 29.2. strahlender Sieger ECH: Kondelik,(Agricola) – Morrow,Baumgartner,Staltmayr,Stolikowski,Dahms,Engel,(Sondermann) – Chamberlain,Doyle,Phillips,Musial,Meyer,Breiter,Huddy,Du,Anderson,Krull,Rohatsch,Deml. BDW: Voigt,(Engmann) – Galway,Priebsch,Penk,Gawlik,Schneider,Herbst – Fournier,Jäske,Wolsch,Walsh,Zbriger,Hausmanninger,Zellner,Fendt,Geigenmüller,(Hagn). |
| Autor: os - Kommentare (0) - 29.02.2008 um 23:58 |
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