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Nächstes Schlüsselspiel gegen Weiden
Nach der 0:3-Niederlage am Sonntag bei den Dresdner Eislöwen steht für den Eishockey-Oberligisten EC Hannover Indians am kommenden Freitag (29.02.2008, 20.00 Uhr, Eisstadion am Pferdeturm Hannover, Schiedsrichter ist Jan Korb vom Bremer EC) wieder eine richtungsweisende Partie an. Mit einem Sieg gegen die Blue Devils Weiden kann der Zweite der Gruppe Nord (88 Punkte) seinen Platz gegenüber Verfolger Leipzig (83 Zähler, die Blue Lions treffen auf die Roten Teufel aus Bad Nauheim) weiter festigen.



Dass es für die Cracks von Headcoach Joe West freilich ein hartes Stück Arbeit werden wird, dieses Ziel zu erreichen, verdeutlichen die letzten Ergebnisse gegen die Oberpfälzer. Die drei bisherigen Partien endeten alle mit nur einem Tor Differenz, wobei sich der ECH zwei Mal – in Weiden 4:3 und beim Hinspiel am Pferdeturm 3:2 – durchsetzen konnte und die „blauen Teufel“ im Januar vor eigenem Publikum 4:3 siegreich waren. Schlüsselfiguren im Team des Tabellenvierten (75 Zähler) aus Bayern sind vor allem die pfeilschnellen Kontingentangreifer, auf die Trainer-Neuling Alex Stein zurückgreifen kann. Durch ihre läuferischen Fähigkeiten sind sowohl Topscorer Miikka Jäske – der Finne belegt mit 90 Zählern (32 Tore) aus 46 Spielen ligaweit Rang vier – als auch Mike Zbriger für blitzschnelle Konter prädestiniert, mit denen es den Blue Devils schon häufiger gelang, die Abwehr des ECH vor größere Schwierigkeiten zu stellen. Der 26 Jahre alte Zbriger, im Vorjahr noch für Flint, Chicago und Bloomington in der nordamerikanischen Minor League CHL aktiv, hat in 46 Matches bereits 57 Punkte gesammelt und dabei 27-mal getroffen. Das Topscorer-Trio aus der Oberpfalz komplett macht Karl Fournier. Der 25-jährige Angreifer spielte in den vergangenen drei Spielzeiten für die University of Moncton (CIS) und hat bei seinem ersten Europa-Engagement nach 46 Einsätzen 83 Scorerpunkte vorzuweisen, wobei vor allem die Zahl 55 bei den Vorlagen beeindruckt.

Doch nicht nur die Ausländerstellen des hannoverschen Freitagsgastes sind im Sturm stark besetzt. Mit dem Ex-Bremerhaven Michael Fendt und dem im Vorjahr noch für Dresden in der 2. Bundesliga spielenden Sebastian Wolsch – ihm gelangen heuer bereits fünf Shorthander – verfügen die Devils auch über starke deutsche Angreifer. Rückkehrer Wolsch, der zwischen 2003 und 2006 auch in der 2. Bundesliga schon einmal das Weidener Trikot trug, ist mit 53 Zählern aus 44 Partien fleißigster deutscher Punktesammler. In seinen bislang zwei Einsätzen gegen den ECH konnte der 23-Jährige drei Treffer verbuchen, so dass klar ist, dass die Hintermannschaft der Indians auch auf Wolsch ein besonderes Auge wird haben müssen.


Auch in der Abwehr der Gäste stimmt die Mischung zwischen routinierter Abgeklärtheit und jugendlichem Elan, wie überhaupt in Weiden zahlreiche junge Akteure die Chance erhalten, sich dauerhaft für höhere Aufgaben zu empfehlen. Paradebeispiel hierfür ist Andreas Gawlik. Der 18-Jährige, zuletzt im Nachwuchs der Eisbären Berlin aktiv, gilt als eines der größten Defensivtalente Deutschlands. In bislang 43 Einsätzen für Weiden hat der Rechtsschütze bereits 13 Treffer erzielt und ist damit erfolgreicher als EVW-Urgestein Jan Penk. Der seit 1999 für die Devils aktive Tscheche hat 2007/08 erst achtmal getroffen, belegt aber mit insgesamt 38 Punkten in 46 Spielen Rang eins der teaminternen Verteidigerwertung vor Gawlik (33). Mit dem Ex-Bietigheimer Ralf Herbst, dem zuletzt für Kassel und die Ratinger Ice Aliens (bis zu deren Insolvenz) aktiven Jan-Philipp Priebsch und Tim Schneider, der im Vorjahr noch per Wolfsburger Förderlizenz 18 Matches für den ECH bestritt, stehen weitere starke junge Verteidiger im Weidener Kader. Gemeinsam mit Routinier Jerry Galway – der 30-Jährige Kanadier war in der Vorsaison noch für den Zweitligisten Lausitzer Füchse Weißwasser auf dem Eis – bilden sie einen sattelfesten Defensivverbund, der immer wieder wichtige Impulse für die schnellen, stets brandgefährlichen Konter der Weidener zu liefern in der Lage ist. Es ist sicher auch diesen Fähigkeiten geschuldet, dass am Freitag das zweitstärkste Powerplay-Team der gesamten Oberliga (Erfolgsquote derzeit 24,68 %, während die Indians mit einem Wert von 20,38 % auf Platz acht dieser Statistik liegen) am Pferdeturm gastiert.


Ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten gibt es für die Großstadtindianer und ihre Fans auf der Torhüterposition der Blue Devils. Benjamin Voigt, 2005/06 aus Bayreuth nach Hannover gekommen und während seines 14 Partien dauernden Gastspiels schnell zum Publikumsliebling avanciert, hat in Weiden endgültig gezeigt, dass er das Zeug zur dauerhaften Nummer eins hat. Da der Goalie, der insgesamt 11 DEL-Einsätze für Krefeld und Augsburg in seiner Vita stehen hat, augenblicklich konstant auf hohem Niveau spielt und gegen Peiting bereits einen Shut-out verbuchen konnte, bleibt Stellvertreter Oliver Engmann meist nur der Platz auf der harten Ersatzbank.



Angesichts der hochkarätig besetzten und schwer auszurechnenden Teams der Blue Devils Weiden steht den EC Hannover Indians ein heißer Tanz bevor, bei dem sie über die volle Spielzeit bis an ihre Leistungsgrenze werden gehen müssen, um das Eis als Sieger verlassen zu können. In erster Linie gilt es, geduldig zu spielen und den konterstarken Oberpfälzern nicht ins offene Messer zu laufen. Vielmehr müssen aus einer sattelfesten Defensive heraus die herausgearbeiteten Torchancen im entscheidenden Moment konsequent verwertet werden. Wenn der ECH dann noch die nötige Disziplin an den Tag legt und Besuche auf der Strafbank aufs Minimum beschränkt werden, bestehen gute Aussichten, mit lautstarker Unterstützung der Fans drei im Kampf um Rang zwei enorm wichtige Punkte gegen Weiden in Niedersachsen zu behalten.
Autor: Niki Jaklitsch - Kommentare (0) - 27.02.2008 um 21:58

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