| ECH fordert den Tabellenführer |
| Zum dritten Mal binnen fünf Tagen messen sich die EC Hannover Indians am morgigen Sonntag mit einem Team aus Ostdeutschland. Nach Siegen gegen Leipzig und Halle gastiert der Eishockey-Oberligist, mit 88 Punkten derzeit Zweiter der Nordstaffel, beim Spitzenreiter Dresdner Eislöwen (24.02.2008, 18.00 Uhr, Freiberger Arena Dresden). Auch wenn die Elbstädter im Moment noch elf Zähler Vorsprung haben, ist für die Indians in der derzeitigen Form ein Sieg kein Ding der Unmöglichkeit. Eine besondere Partie dürfte das Gastspiel indes für Tobias Stolikowski und David Musial werden. Der Verteidiger und der Angreifer begannen die Saison noch im Dress der Eislöwen, schlossen sich dann aber den Großstadtindianern an und werden gegen ihre alten Teamkameraden hoch motiviert zu Werke gehen.
Der Vergleich mit den Dresdner Eislöwen verspricht in mehrfacher Hinsicht ein Topspiel zu werden. Zum einen treffen zwei der besten Goalies der gesamten Oberliga aufeinander. Auf Dresdner Seite steht seit dieser Spielzeit Michal Marik zwischen den Pfosten. Der 32-jährige Tscheche, vom norwegischen Club Stjernen Hockey nach Sachsen gekommen, hat nicht nur bereits drei Shut-outs auf seinem Konto, sondern wurde kürzlich – als Vertreter des verletzten Nürnbergers Dimitri Kotschnew – auch beim DEL-All Star Game in Dresden zum besten Spieler des Teams Europa gewählt. Auch beim darauf folgenden All Star Game der ESBG gehörte der Linksfänger zu den herausragenden Akteuren. Auf Seiten der Indians befindet sich Hexer Roman Kondelik derzeit in bestechender Form und hatte nicht nur am Sieg gegen Leipzig maßgeblichen Anteil, der Deutsch-Tscheche war auch beim umkämpften 3:1 gegen Halle Turm in der Schlacht. Zudem verfügen beide Clubs über starke Back-ups. Mit Norbert Pascha, früher auch schon für den Oberligisten Bayreuth Tigers aktiv, steht Dresdens Coach Marian Hurtik im Bedarfsfall ebenso ein souveräner Vertreter zur Verfügung, wie ihn ECH-Trainer Joe West in Sandro Agricola – dem 20-Jährigen gelangen 2007/08 schon zwei Partien ohne Gegentor – aufbieten kann. Die Defensive der Eislöwen umfasst nominell zwar nur sechs Akteure, doch gehören die mit zum Besten, was die Oberliga zu bieten hat. Leitfigur ist der Kanadier Jason Lundmark. Der 23 Jahre alte frühere Peitinger ist mit 50 Scorerpunkten (22 Tore) in 45 Spielen drittbester Abwehrspieler der Liga und einer der Gründe, warum Dresden mit einer Erfolgsquote von 24,12 % das viertbeste Überzahlspiel der gesamten Liga vorzuweisen hat (die Indians rangieren mit 20,58 % Trefferquote in dieser Disziplin auf dem achten Platz). Weitere Stütze in der Defensive ist Rückkehrer Jakub Körner, der von 2004 bis 2006 schon einmal für Dresden – auch in der 2. Bundesliga – auflief und zuletzt beim Zweitligisten Bietigheim Steelers seinen Erfahrungsschatz weiter ausbauen konnte. Das Wissen, wie man aufsteigt, bringen auch Andreas Maier und Roman Weilert mit. Beide standen im vergangenen Jahr noch im Team der Heilbronner Falken und waren dort Eckpfeiler des späteren Aufsteigers. Zu diesen gehörte auch Tobias Stolikowski, der inzwischen das Trikot der Indians trägt und mit seinem neuen Team seinem alten Arbeitgeber auf dem Rückweg in die 2. Bundesliga morgen zum Stolperstein werden will. Vervollständigt wird die Hintermannschaft der Elbstädter vom Ex-Weisswasseraner Marcel Linke und dem in der Vorsaison noch in der 2. Bundesliga für den ESV Kaufbeuren aktiven Martin Hamann. In den bisherigen drei Vergleichen – Dresden setzte sich zu Hause 3:2 n.V. und am Pferdeturm 5:3 durch, die zweite Partie in Hannover entschied der ECH 4:2 für sich – war ein Mann zentrale Figur in der Offensive, auf den die Eislöwen morgen werden verzichten müssen. Petr Sikora, mit 70 Punkten zweitbester ESC-Scorer und gegen Hannover bislang mit vier Vorlagen in Erscheinung getreten, zog sich im Spiel gegen Bad Nauheim am vorigen Sonntag (9:7) einen Innenbandriss zu. Für den ehemaligen Garmischer, der zwischen 2001 und 2006 bereits das Eislöwen-Trikot trug, ist die Saison damit beendet. Gegen die Indians ebenfalls nicht mitwirken kann Jason Deleurme. Der frühere Nauheimer, zum Jahreswechsel nach Dresden gekommen und durch seine Zeit bei den Schwenninger Wild Wings (2000 bis 2002) DEL-erfahren, musste sich einer Operation am Knöchel unterziehen und fällt noch rund eine Woche aus. Somit ist von der Paradereihe des ESCD „nur“ noch Kevin Gardner übrig. Der 26 Jahre alte Kanadier, der vor der Saison aus Füssen den Weg nach Dresden fand, verfügt über ausgeprägten Torinstinkt, was seine aktuelle Statistik von 33 Treffern in 44 Spielen beweist. Mit 77 Scorerpunkten ist der Linksschütze zudem bester Scorer seines Teams und rangiert ligaweit auf Rang sieben. Man darf also gespannt sein, wer im direkten Duell der zuverlässigsten Punktesammler die Oberhand behält: Gardner und die Eislöwen oder der ECH mit Torjäger Jamie Chamberlain (37 Treffer in 45 Spielen) und Vorlagenkönig Kyle Doyle (40 Assists in 42 Matches). Freilich sind die Eislöwen auch hinter der Topformation stark besetzt. Auf den Abgang von David Musial in Richtung Pferdeturm reagierten die Verantwortlichen mit der Verpflichtung von Daniel Menge. Der aus Augsburg gekommene 25-Jährige ist in Dresden ein alter Bekannter, trug er doch in der 2. Bundesliga in den Jahren 2005 und 2006 schon einmal das Jersey der Eislöwen. Gemeinsam mit dem Ex-Regensburger David Cermak und den Routiniers Petr Hruby und Pavel Vit soll Menge nun für den direkten Wiederaufstieg in Deutschlands zweithöchste Spielklasse sorgen. Ihren Teil dazu beitragen wollen auch der Ex-Kasseler Adriano Carciola, Kilian Glück, der Ex-Freiburger Michael Schmerda und Youngster Jiri Mikesz von den Eisbären Juniors Berlin. Mit dem Deutsch-Tschechen Michal Schön vom Bayernligisten Höchstadter EC haben die Eislöwen kurz vor Transferschluss zudem einen jungen Akteur nachverpflichtet, der Trainer Marian Hurtik weitere Variationsmöglichkeiten bei der Aufstellung der Sturmreihen eröffnet. Voraussichtlich nicht Bestandteil dieser Formationen wird morgen hingegen Markus Guggemos sein. Der Einsatz des Ex-Wolfsburgers ist verletzungsbedingt zumindest fraglich. Doch auch ohne den 25-Jährigen werden die Dresdner Eislöwen eine hohe Hürde für die EC Hannover Indians darstellen. Um sie erfolgreich zu überspringen, müssen die Großstadtindianer um Ryan Huddy und Dennis Meyer, denen Dresden besonders zu liegen scheint – beide punkteten gegen die Sachsen wie Kyle Doyle bislang vier Mal – vor allem geduldig und diszipliniert spielen. Werden zudem noch die herausgearbeiteten Torchancen konsequent verwertet, bestehen gute Erfolgsaussichten. Gegen die derzeit nicht mehr so souverän wie zu Saisonbeginn agierenden Eislöwen – zuletzt verlor der ESCD in Weiden nach einer 5:2-Führung noch 5:6 nach Verlängerung und auch beim Tabellenletzten in Erfurt gab es eine 3:4-Niederlage – ist höchste Konzentration angesagt und eine Top-Leistung vonnöten. Allerdings dürfte sich im Hannoveraner Lager kaum jemand überrascht zeigen, wenn den bis auf Jan Welke und Steve Slaton voraussichtlich vollzählig antretenden Großstadtindianern angesichts ihres derzeitigen Laufs und des nötigen Glücks in engen Situationen in Dresden ein Punktgewinn gelänge. Schiedsrichter des um 18.00 Uhr beginnenden Gipfeltreffens ist Franz-Josef Trainer vom EHC Bad Aibling. |
| Autor: Niki Jaklitsch - Kommentare (0) - 23.02.2008 um 17:53 |
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