| Kontingentspieler gehen voran |
Dank eines spät eingefahrenen 3:1 (1:0,0:0,2:1)-Erfolges gegen die Saale Bulls Halle ihren Vorsprung vor dem Hauptkontrahenten um Platz 2 in der Oberliga Gruppe Nord, den Blue Lions Leipzig, auf acht Punkte ausbauen können haben am Freitag Abend die EC Hannover Indians. Während die Sachsen wie schon 72 Stunden zuvor auch an der Ostsee mit 2:5 unterlagen, gewann Hannover zugleich in einem schnellen (2 h 10 m), fairen, spannenden aber bestenfalls mittelprächtigen Spiel gegen die sich erneut als Angstgegner präsentierenden Bullen und darf sich nun am Sonntag (18.00 Uhr) nach zuletzt neun Siegen in zehn Auftritten vom Tabellenprimus aus Dresden auf seine Spitzenteamtauglichkeit testen lassen.
Mit jeweils `vollen Kapellen` starteten die zuletzt beide siegreich gebliebenen Teams aus Halle und Hannover in den abendlichen vierten Saisonvergleich, der bis heute noch die Sachsen-Anhaltiner in Front gesehen hatte. Über 3000 Fans waren vom Verlauf des ersten Spieldrittels mehr oder weniger überrascht. Die Rolle des Herausforderers, der mit 34 Punkten Rückstand auf den ECH als klarer Außenseiter an den Pferdeturm gereist war, nahm der Gast nämlich selbstbewusst an und ergriff praktisch über den gesamten ersten Abschnitt die Initiative. Als kompakte Einheit, die Dank Extraschichten des 39-jährigen J. Kasperczyk ebenso wie Hannover vier Angriffsreihen aufbieten konnte, gestattete Halle den Indians praktisch überhaupt kein eigenes Offensivspiel, war auf der anderen Seite aber auch nicht in der Lage, die optische Überlegenheit in Zählbares umzumünzen – es mangelte trotz reichlich Puckbesitz schon am Herausarbeiten von klaren Tormöglichkeiten, denn in der eigenen Zone zeigte sich der ECH wie schon im gesamten Februar nahezu perfekt. Die individuelle Klasse eines Kontingentspielers unterschied beide Teams dennoch bei 20:00 um ein Tor. Mit einer spektakulären Einzelaktion war R. Huddy in Minute 4 durch das Hallenser Drittel gekurvt und hatte nach zwei Gegenspielern auch noch ESC-Goalie T. Schnelle düpiert und damit das 2000. Pflichtspieltor in der Geschichte der Hannover Indians markiert, hernach hatte der ECH dem Gast das Spiel überlassen, ohne aber die Kontrolle über das Match zu verlieren. Die für ihre magere Auswärtsbilanz schon im ersten Abschnitt erstaunlich stark aufspielenden Bullen sollten den Gastgebern auch im Anschluss das Leben schwer machen. In der Defensive harmonierten die erfahrenen Kempen Schertz, Weiß, Zatopek und Dvorak ideal mit den jüngeren aber physisch starken Müller und Schmitz, behielten bei praktisch jedem ECH-Angriff die Oberhand und leiteten immer wieder mutige Konter ein. Wirklich eng wurde es für Hannover freilich jedoch nur in zwei Unterzahlsituationen, ansonsten stand die Hintermannschaft auch weiterhin bombensicher. Zu ihren gefürchteten Schnellangriffen kamen die Indians jedoch auch im zweiten Spieldrittel nicht und da die Saale Bulls auch weiterhin in der eigenen Zone die entscheidenden Zweikämpfe für sich entschieden, endete der Abschnitt folgerichtig 0:0, was für die Gäste schon einen Achtungserfolg darstellte, denn nur ein Gegentor bis 40:00, das hatte es 07/08 auswärts erst zweimal gegeben – beide Male hatte Halle am Ende als Sieger das Eis verlassen. Auch im Schlussdrittel warteten die meisten der gut 2900 Indiansanhänger vergeblich auf eine `Leistungsexplosion` ihrer Lieblinge. Der ECH schaltete auch weiterhin das eigene Angriffsspiel keinen Gang höher, da die Bullen nach wie vor stark verteidigten; wohl nur selten dürften die Statistiker in einem Indiansheimspiel so wenige Torschüsse für den ECH innerhalb der ersten 45 Minuten vermerkt haben. Die immer mutiger werdenden Hallenser zeigten sich auch weit im Schlussdrittel noch nicht als kräftemäßig nachlassende `Rentnerband` und störten weiterhin früh das hannoversche Aufbauspiel, was dem ECH nach der halben Ewigkeit von 291 (!) Minuten wieder einmal einen Gegentreffer bei 5:5 bescheren sollte. Unter Druck gesetzt geriet ein Aufbaupass von T. Morrow im eigenen Drittel zu kurz, die Gäste schalteten nach Puckgewinn blitzschnell und brachten Torjäger M. Miklik zentral vor dem Tor in Scheibenbesitz, eine Chance, die sich der Slowake nicht nehmen ließ – das 1:1 (48.). Kurios im Anschluss wieder einmal die Reaktion der Indians. Keinesfalls brach das junge Team nun geschockt in sich zusammen und kassierte auch noch das 1:2, sondern wie schon so oft 07/08 ging die Post unmittelbar nach dem nächsten Bully wieder in Richtung Gästetor ab. Am Abend sollte ein `Wieder-hinein-Finden` ins Match jedoch alles andere als ein Kinderspiel werden, denn wer rund 50 Minuten mit gebremstem Schaum agierte, der wird kaum einen imaginären Hebel umlegen können und den nun selbstbewussten Gegner überrollen können. Im Falle des ECH kam die Hilfe in Form eines weiteren, zumindest umstrittenen, Powerplays rund viereinhalb Minuten vor Schluss. Nach zwei zuvor ereignislos verstrichenen Überzahlspielen im Schlussdrittel war auch dieser Versuch gegen stark in Unterzahl agierende Hallenser scheinbar zum Scheitern verurteilt, doch wie schon beim 1:0 machte erneut ein Kontingentspieler den qualitativen Unterschied pro Indians aus. Ein von T. Schnelle nach oben abgewehrter Baumgartnerschuss wurde von J. Chamberlain spektakulär volley aus der Luft ins Tor versenkt (57.), zum 37. Male in dieser Saison hatte der Kanadier gezeigt, dass das Gebiet um den Kasten herum sein Revier ist; die `Hoher-Stock-Reklamationen` der Gäste hielten sich in Grenzen, da der 26-jährige die Höhe der Torlatte nicht überschritten hatte. Schon gut 100 Sekunden vor Schluss nahm R. Torgler seinen Keeper T. Schnelle vom Eis und versuchte, die Partie mit 6:5-Feldspielern doch noch einmal für Halle zu wenden, doch gegen die Indiansdefensive (fünf Gegentore in den letzten fünf Spielen) war auch im Anschluss kein Kraut mehr gewachsen, einen Konter über J. Chamberlain konnte K. Doyle 12 Sekunden vor Ultimo gar noch zum 3:1-Endstand nutzen. Fazit: Chapeau, ESC. Das war eine ganz starke Leistung, die die Saale Bulls am Freitag Abend am hannoverschen Pferdeturm aufs Eis gezaubert haben. Zweifellos haben einem die Hannover Indians 07/08 bei fünf Punkten und 14:14 Toren gelegen. Die Chance auf Tabellenplatz fünf und damit den direkten Klassenerhalt sind aber mit dieser Niederlage trotz des sonntäglichen direkten Duells mit Rostock gleich Null, vielmehr müssen die im Rücken näher kommenden Nauheimer noch beachtet werden. Den Hannover Indians steht nach fünf klaren Siegen in Folge auch einmal eine unspektakuläre Leistung zu. Schön vielmehr, dass endlich einmal nicht nur mannschaftliche Geschlossenheit, sondern auch die individuelle Klasse einzelner Akteure in Schlüsselmomenten für einen `Dreier` gesorgt haben. Am Sonntag in Dresden ist den Indians mit ihrer momentanen Sicherheit in der Defensive nun alles zuzutrauen. Fr.,22.2.08: Hannover Indians – Saale Bulls Halle 3:1 (1:0,0:0,2:1) Tore: 1:0 (4.) Huddy 20, 1:1 (48.) Miklik, 2:1 (57.) Chamberlain 37 5-4, 3:1 (60.) Doyle 28 5-6. Strfm.: ECH 8 – ESC 10 Zusch.: 3042 HSR: Heffler GWG: J. Chamberlain (57.) Beste Akteure: T. Stolikowski, S. Breiter – K. Schmitz, J. Schertz Bes.: - Domäne der Deutschen bei Jubiläumstoren durchbrochen: 500. Indianstor: E. Melia am 12.10.01 zum 8:0-Endstand in der Wedemark 1000. Indianstor: Da. Reiss am 7.3.03 beim 6:4 in Amberg zum 4:4 1500. Indianstor: J. Welke am 9.12.05 beim 2:3 n.V. gegen Landsberg zum 1:1 2000. Indianstor: R. Huddy am 22.2.08 beim 3:1 gegen Halle zum 1:0 ECH: Kondelik,(Agricola) – Morrow,Baumgartner,Staltmayr,Stolikowski,Dahms,Engel,(Thomson),(Sondermann) – Chamberlain,Doyle,Musial,Huddy,Du,Anderson,Phillips,Meyer,Krull,Deml,Rohatsch,Breiter. ESC: Schnelle,(Smolka) – Zatopek,Schertz,Weiß,Müller,Dvorak,Schmitz,Kern – Kubis,Kasperczyk,Miklik,Thiede,Vavroch,Kuhlee,Kimstatsch,Zille,Rusch,Gross,Weise. |
| Autor: os - Kommentare (0) - 22.02.2008 um 23:52 |
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