| Tolle Mannschaftsleistung gegen Leipzig |
Mit einem 5:2 (2:0,2:1,1:1)-Erfolg endlich auch gegen den letzten Nordkontrahenten siegreich geblieben sind am Dienstag Abend die EC Hannover Indians. Beim am Ende vielleicht um ein Tor zu hohen Erfolg gegen die Blue Lions aus Leipzig waren eine starke Defensivleistung und ein sich in brillanter Form präsentierender R. Kondelik die Basis für den `Dreier` gegen den unmittelbaren Kontrahenten im Kampf um den so wichtigen, weil Heimrecht in Play-Off-Runde eins versprechenden, zweiten Tabellenplatz in der Gruppe Nord. Die starken Sachsen hinterliessen jedoch trotz der Niederlage einen vorzüglichen Eindruck und müssen von Hannover wohl bis zum Meisterrundenende am 16.3. beachtet werden.
Vor auf den Tag genau vier Monaten hatten sich beide Teams das letzte Mal gegenübergestanden, als die Lions Hannover im zweiten Vergleich zum zweiten Mal hatten bezwingen können und auch am Abend gab es für den so auswärtsstarken Liganeuling trotz der Ausfälle von J. Potac und E. Haiduk nicht die geringste Veranlassung, sich am Pferdeturm zu verstecken. Schon die ersten zweieinhalb Minuten untermauerten das taktische Geschick der Leipziger, die einen Großteil ihrer über 200 Saisontore nach Puckgewinnen in der neutralen Zone und blitzartigem Umschalten nach vorne erzielt hatten und hiermit zunächst auch Hannover vor Probleme stellten. Dennoch ließ schon der erste eigene Angriff die Indians jubeln, als das BLL-Pärchen Müller/Felsch bei einem ECH-Angriff S. Deml vor dem eigenen Tor völlig `blank` gelassen hatte, was der Ex-Miesbacher zum schnellen 1:0 nutzen konnte (3.). Ein frühes Tor wird allgemein in fast jeder Sportart als `Basis zu Sieg` gepriesen, insbesondere auch bei den Hannover Indians, wo das eigene 1:0 in 80% der Fälle am Ende zum Sieg führt, jedoch: ausgerechnet die blauen Löwen hatten in den ersten Vergleichen ein 0:1 aus ihrer Sicht jeweils noch kippen können. Und als sich schon Sekunden später das Tornetz hinter R. Kondelik wölbte, da war der Jubel unter den rund 100 mitgereisten Gästefans groß, HSR Györgyicze hatte jedoch bei angezeigter Strafe gegen Hannover die Kondelik-Abwehr eines BLL-Schusses als `Puckkontrolle` gewertet und verweigerte dem erfolgreichen Nachschuss der Sachsen die Anerkennung. Jene waren in der Folgezeit mit spektakulärem Tempospiel pausenlos am Drücker, doch Hannovers Defensive stand bis auf zwei, drei riskante Abspiele in der eigenen Zone sicher und konnte überdies auf R. Kondelik bauen, der mehrmals dem Leipziger Ausgleich im Wege stand. Als die rund 2700 Indiansfans im Begriff waren, den 1:0-Vorsprung zur ersten Pause als `glücklich` abzuhaken, da setzte der heute wiederum sehr agile K. Doyle gar noch einen drauf: mit Anlauf kommend überwand er BLL-Keeper V. Kirst mit einem mächtigen Hammer bei 5-4 zum 2:0 und versprach den Indians für die restlichen 40 Minuten glänzende Perspektiven. Die Antwort der Gäste kam jedoch prompt. Ihrerseits in Überzahl spielten die Kenig-Zwillinge in erneut atemberaubendem Tempo D. Bartell frei und der Ex-Weisswasseraner konnte den Puck zum 2:1-Anschluss in die Maschen hämmern (21.). Die Hannover Indians reagierten auf den Anschluss taktisch genau richtig, ließen den Gast nicht ins Rollen kommen und konnten ihrerseits nur drei Minuten später den alten Zweitorevorsprung wieder herstellen, als T. Stolikowski mit einem tollen `Pfund` zum 3:1 traf. Das permanente Bearbeiten des finnischen Brüderpaars durch den ECH sollte dann nur eine Zeigerumdrehung Konsequenzen haben, als der HSR eine Zwei-Minuten-Strafe gegen Hannovers J. Anderson verhängte, gleichzeitig aber auch beiden Kenigs jeweils eine 10-Minuten-Disziplinarstrafe aufdrückte, so dass die Sachsen praktisch bis kurz vor Drittelende auf ihre Ausnahmeakteure verzichten mussten. Hiervon sichtlich beeindruckt verriet der Gast erstmals Schwächen, sämtliche vorher wie ein funktionierendes Uhrwerk ablaufenden Aktionen gerieten ins Stocken, lediglich Oldie E. Hofverberg sorgte noch für Struktur im BLL-Spiel, das bei 5:5 nun von Hannover besser kontrolliert werden konnte. Kaum zurück von der Strafbank wollten die Gebrüder Kenig nun natürlich ihren Frust mit Toren für die Gäste abbauen, doch bevor die Finnen wieder richtig im Spiel angekommen waren, sorgte Hannover eiskalt für das vorentscheidende 4:1. Wie schon beim 1:0 ging das Tor auf das Konto von Reihe vier und lebte in der Entstehung vom außergewöhnlichen Willen und Geschick des S. Breiter, der sich durch seinen Gegenspieler hindurch ins Leipziger Drittel tankte und anschließend M. Rohatsch mit tollem Querpass ideal auflegte (37.). Bei 40:00 schien die Partie damit entschieden. Hut ab jedoch vor der Leistung des Neulings in Abschnitt drei. Mit nur drei Angriffsreihen gegen deren vier bei Hannover unterstrich man eindrucksvoll, dass der bisherige Saisonverlauf keinesfalls ein Zufallsprodukt ist und dass die Lions weitaus mehr können, als nur schnell zu kontern. Allem Druck gegenüber dem Hannoverschen Gehäuse fehlte jedoch das nötige Fortune im Abschluss, selbst eine Vielzahl an Powerplays konnten die Sachsen am Abend nicht verwerten. Dank exzellentem Stellungsspiel in der eigenen Zone und einem im allen Notfällen phantastisch reagierenden R. Kondelik wusste der ECH die Uhr im Schlussabschnitt gut herunterzuspielen; dass es kaum noch eigene Angriffe auf den Kasten des inzwischen eingetauschten S. Staudt gab, konnten die Indiansfans verschmerzen, die vielmehr schon zehn Minuten vor Ultimo mit ihren eigentlich postspielzeitlichen Feierlichkeiten begannen und damit sinnbildlich den Hut zogen vor den nun bereits 243 (!!) Minuten, in denen Hannover keinen Gegentreffer bei gleicher Spieleranzahl mehr zugelassen hat. Auch der 4:2-Anschluss (59.) der unverdrossen weiter anrennenden, inzwischen aber in puncto Tempo etwas gedrosselt daherkommenden Gäste, fiel bei sächsischer Überzahl, überdies hatte Coach Z. Travnicek bereits bei 57:00 seinen Keeper vom Eis genommen, der auch nach dem Hammer des Slowaken M. Rohacik auf der Bank blieb, nach dem umgehend erzielten empty-net-goal durch J. Anderson (59.) jedoch zurück in seinen Kasten konnte, da der Deutsch-Kanadier nur 20 Sekunden nach dem Anschluss für das entscheidende 5:2 hatte sorgen können – dies war das 1999. Pflichtspieltor der Hannover Indians, im Spiel am kommenden Freitag gegen die Halle Saale Bulls dürfte also der Schütze zum ersten ECH-Tor besonderen Grund zur Freude haben... Fazit: die Hannover Indians haben mit einer erstaunlich abgeklärten Leistung die stark aufspielenden Blue Lions Leipzig in die Schranken gewiesen. Mit eiskalt erzielten eigenen Toren und einer weitestgehend sicheren Defensivleistung blieb am Ende die eindeutig unspektakulärere Mannschaft Sieger in diesem Vergleich, doch war dies gleichzeitig auch der heutige Schwachpunkt der Sachsen, die bei allen toll anzuschauenden Puckstaffetten eben die entscheidenden Tore nicht machten. Am Freitag beim Erzfeind in Rostock wird überdies nun K. Kenig, Toptorschütze der Lions, fehlen, es bleibt abzuwarten, ob die Sachsen ihren Kontrahenten auch ohne den Finnen werden dominieren können, Auftritt eins an der Ostsee ging freilich glatt an die Piranhas. Die Hannover Indians dürfen nach diesem `Sechs-Punkte-Erfolg` keinesfalls den Fehler machen und die Freitagspartie gegen den vermeintlich leichten Gegner Halle auf die leichte Schulter nehmen, im Kopf vielleicht schon beim Topspiel am Sonntag in Dresden sein. Dass die Sachsen-Anhaltiner immer für eine Überraschung gut sind zeigten sie bekanntlich erst an Weihnachten bei ihrem Penaltysieg am Pferdeturm. Di.,19.2.08: Hannover Indians – Blue Lions Leipzig 5:2 (2:0,2:1,1:1) Tore: 1:0 (3.) Deml 5, 2:0 (20.) Doyle 27 5-4, 2:1 (21.) Bartell 5-4, 3:1 (24.) Stolikowski 2, 4:1 (37.) Rohatsch 5, 4:2 (59.) Rohacik 6-4, 5:2 (59.) Anderson 17 5-6. Strfm.: ECH 26 – BLL 14 +10 f. K. Kenig + 10 f. M. Kenig Zusch.: 2718 HSR: Györgyicze GWG: T. Stolikowski (24.) Beste Akteure: R. Kondelik, S. Breiter – E. Hofverberg, R. Gaudet Bes.: - klar stärkster Spielabschnitt: nur neun von 44 Mitteldritteln gingen 07/08 bisher verloren - Heimsiege gegen Leipzig nur Dienstags: von fünf Heimvergleichen mit den Sachsen blieb man nur an den drei Dienstagterminen erfolgreich - Verblüffender Fakt: bis zum Sonntag in Rostock hielt wohl eine der kuriosesten Serien im Team der Indians – ausgerechnet Strafbankstammgast J. Anderson (drittbösester Bube der Liga) hatte bis zum 43. Spiel nie bei einem Unterzahltor die Strafbank gedrückt, während gleich 18 Indiansakteure mindestens einmal den Gegner aus der Kühlbox hatten jubeln sehen müssen (klar führend: T. Morrow mit 11 Treffern). Ein weiteres Indiz für die Cleverness des 21-jährigen, bei dem man stets den Eindruck hat, er könne seine Härte ausgezeichnet dosieren und genau zum richtigen Spielzeitpunkt anbringen oder bloss ein Zufall...? ECH: Kondelik,(Agricola) – Morrow,Baumgartner,Staltmayr,Stolikowski,Dahms,Engel,(Sondermann) – Chamberlain,Doyle,Musial,Huddy,Du,Anderson,Phillips,Meyer,Krull,Deml,Rohatsch,Breiter. BLL: Kirst, ab 40:01 Staudt – Gaudet,Rohacik,Müller,Felsch,Witting,Meindl – K.Kenig,M.Kenig,M.Weigant,Bartell,Hoffmann,Czajka,Henk,Eichelkraut,Hofverberg,(Grimm),(P.Weigant). |
| Autor: os - Kommentare (0) - 19.02.2008 um 23:57 |
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