| ECH bei kriselnden Rostockern |
| Nach zwei Wochen Pause zur Regeneration und intensiven Vorbereitung auf den Endspurt um Rang zwei greifen die EC Hannover Indians morgen wieder ins Geschehen der Eishockey-Oberliga Nord ein. Am Sonntag, 17.02.2008, gastieren die Niedersachsen um 19.00 Uhr in der Eishalle Schillingallee beim Rostocker EC (Schiedsrichter ist Frank Awizus vom ECC Preussen Juniors Berlin). Die Piranhas von der Ostsee haben zuletzt vier Spiele in Folge meist deutlich verloren, so dass sich die Verantwortlichen Anfang der Woche zu einer Krisensitzung mit der Mannschaft und Trainer Sergej Jaschin gezwungen. Doch auch diese brachte noch keine Besserung, denn am Freitag mussten sich die Raubfische bei den Blue Devils Weiden 3:8 geschlagen geben.
Weil angeschlagene Gegner bekanntlich zu den gefährlichsten gehören, stehen die Indians morgen vor einer besonders schweren Aufgabe. Der Tabellenzweite (79 Punkte), bei dem Toptorjäger Jamie Chamberlain jüngst seinen Vertrag um zwei Jahre verlängerte, wird über die gesamte Spielzeit hellwach, hoch konzentriert und diszipliniert zu Werke gehen müssen, um drei wichtige Punkte mit auf die Rückreise nehmen zu können. Auch wenn Rostock momentan weit weg ist von seiner starken Form zu Saisonbeginn, als im Oktober ein klares 5:1 gegen den ECH gelang, verfügt der REC über ein hochkarätiges Team, das sich zuletzt unter Wert verkaufte. Im Tor baut Olympiasieger Sergej Jaschin – er gewann den Titel 1988 in Calgary mit der damaligen UdSSR – auf die Fangkünste von Branislav Hippik. Der 31 Jahre alte Slowake hat bereits einen Shut-out auf seinem Konto und kann an guten Tagen Matches im Alleingang gewinnen. Als Stellvertreter fungiert Tobias John. Der frühere Berliner hat bereits mehrfach gezeigt, dass im Bedarfsfall auf ihn Verlass ist. Eine Schwächung muss die Rostocker Defensive durch den Sonntags-Ausfall von Pavel Blaha hinnehmen. Der tschechische Routinier, der in seiner Deutschland-Karriere auch schon für Adendorf, Crimmitschau und Bad Aibling in der Oberliga spielte, handelte sich gegen Weiden seine dritte Disziplinarstrafe ein und wird dem Tabellenfünften (55 Zähler) damit gegen die Indians fehlen. Dennoch ist die Hintermannschaft durch den Ex-Timmendorfer Viatscheslav Koubensky – zwischenzeitlich mit deutschem Pass ausgestattet und vergangene Woche beim All Star Game in Crimmitschau im Einsatz -, den aus seiner Wolfsburger Zeit zweitligaerfahrenen Christian Franz und Ex-Indian Armin Finkel stark besetzt. In der Kritik stand hingegen zuletzt Marian Smerciak, dem aufgrund für einen Kontingentspieler anscheinend nicht passender Leistungen im letzten Heimspiel gegen Halle im Schlussdrittel eine Denkpause verordnet wurde. In Weiden durfte der 35-jährige Slowake wieder mitwirken, konnte die deutliche Schlappe aber nicht verhindern. Nicht mehr zum Team der Piranhas gehört hingegen Nickolas Bovenschen. Der 2002/03 noch für die Indians in der Oberliga auflaufende Defender wurde kürzlich aufgrund privater Probleme vom REC beurlaubt. Die angespannte Personalsituation in Rostock verschärfte sich weiter, nachdem sich Stürmer Jan Michalek im Training vor dem Weiden-Spiel durch einen Sturz in die Bande verletzte und im Krankenhaus behandelt werden musste. Die Ausfalldauer ist ungewiss, am Wochenende wird der Ex-Stuttgarter jedoch sicher nicht auflaufen. So sollen andere die Kohlen gegen den ECH aus dem Feuer holen. Allen voran die Routiniers André Grein und Jens Stramkowski, beide im Vorjahr noch in der 2. Bundesliga aktiv. Grein lief zuletzt für die Moskitos Essen auf und glänzt mit 26 Assists aus 39 Spielen und ebenso vielen Scorerpunkten als Vorbereiter, während der Ex-Kaufbeurer Stramkowski mit 17 Treffern drittbester Torjäger seines Teams ist und insgesamt 33 Scorerpunkte aus 39 Matches auf seinem Konto hat. Übertroffen wird der bullige Angreifer (1,84 m, 92 kg) in Sachen Torgefahr nur noch vom DEL-erfahrenen Martin Ekrt (absolvierte zwischen 1995 und 1997 54 Matches für die Nürnberg Ice Tigers) mit 18 Treffern und Topscorer Karol Bartanus. Der technisch beschlagene, defensiv mitunter jedoch recht nachlässige Slowake verbuchte in 37 Oberligaspielen 27 Tore und 26 Vorlagen. Nachdem die Play-off-Chancen der Piranhas mit 18 Zählern Rückstand auf Weiden wohl nurmehr theoretischer Natur sind, soll Bartanus mit seinen verbliebenen Angriffskollegen wie dem früheren Schweinfurter Benedikt Waldner, dem Ex-Nauheimer Anton Bauer und David Hördler – Bruder des Berliner Nationalverteidigers Frank Hördler – nun dafür sorgen, dass den Rostockern im Oberliga-Premierenjahr der Klassenerhalt gelingt. Für die EC Hannover Indians geht es in Rostock hingegen darum, mit einem Sieg ihre gute Ausgangsposition vor dem nächsten Schlüsselspiel im Kampf um Platz zwei am Dienstag gegen die Blue Lions Leipzig zu sichern. Um so erfolgreich zu sein wie beim 6:1 im November am heimischen Pferdeturm, müssen All Star Peter Baumgartner, Sebastian Deml und Co. vor allem geduldig und diszipliniert agieren, um im entscheidenden Moment die herausgearbeiteten Torchancen konsequent zu verwerten. Dabei müssen die Großstadtindianer allerdings auf Kyle Doyle verzichten. Der Indians-Topscorer ist nach seiner Spieldauerdisziplinarstrafe beim 5:1-Heimsieg gegen die Juniors der Eisbären Berlin vor zwei Wochen gesperrt und morgen zum Zuschauen verurteilt. Dafür kehren Dennis Meyer und Bryan Phillips wieder ins Team zurück. Beide haben ihre Verletzungen rechtzeitig zu Beginn der „Endspiele“ um die beste Ausgangsposition in den Play-offs überwunden und werden gemeinsam mit den anderen Indianern alles geben, damit drei wichtige Punkte mit auf die Rückreise nach Niedersachsen genommen werden können. |
| Autor: Niki Jaklitsch - Kommentare (0) - 16.02.2008 um 17:45 |
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