| Harte Nuss: Eisbären Juniors zu Gast |
| Mit einem unangenehmen Gegner bekommt es Eishockey-Oberligist EC Hannover Indians am Sonntag (03.02.2007, 19.00 Uhr) vor heimischer Kulisse im hannoverschen Eisstadion am Pferdeturm zu tun. Die Cracks von Trainer Joe West empfangen die Eisbären Juniors Berlin zum Kräftemessen. Gegen das Nachwuchsteam des DEL-Clubs aus der Bundeshauptstadt tut sich der ECH beinahe schon traditionell schwer, hatte auch in den letzten Vergleichen dieser Saison seine liebe Mühe und konnte sich jeweils nur nach Verlängerung bzw. Penaltyschießen durchsetzen (3:2 n.V. in Hannover, 2:1 n.P. in Berlin).
Dennoch sind natürlich drei Punkte das erklärte Ziel des ECH, auch wenn dies alles andere als einfach werden wird. Die jungen Eisbären, bei denen häufiger auch Cracks aus der DEL aushelfen, sind immer für eine Überraschung gut. Am Freitag setzte das Team von Cheftrainer Derek Mayer (zwischen 1996 und 2001 noch aktiver Eisbär in der DEL) mit einem souveränen 4:0 über die Rostocker Piranhas einmal mehr ein großes Ausrufezeichen. Schon dieses Ergebnis wird den Indians Warnung genug sein, die Juniors nicht zu leicht zu nehmen und vielmehr hellwach und hoch konzentriert zu Werke zu gehen. Zwischen den Pfosten können die Berliner auf viel Potential bauen. Tobias Güttner hat in Ravensburg, Stuttgart, Höchstadt und eben Berlin schon reichlich Oberliga-Erfahrung gesammelt, konnte sich dauerhaft jedoch noch nicht als Nummer eins durchsetzen. Dennoch hat der 25-Jährige auch schon 13 Einsätze für die Hamburg Freezers und Nürnberg Ice Tigers in Deutschlands höchster Spielklasse in seiner Vita stehen. Mit dem 19 Jahre alten Etienne Renkewitz von den Star Bulls Rosenheim verfügen die Berliner über ein großes Goalie-Talent, dem gegen den TEV Miesbach – wie seinem Kollegen Güttner gegen Rostock – auch schon ein Shut-out gelang. Sein Einsatz ist aufgrund eines grippalen Infekts allerdings fraglich. Ein Blick auf die Feldspieler der Juniors veranschaulicht die Philosophie der Berliner: Vorrangiges Ziel ist es, Spieler für die DEL und das deutsche Eishockey auszubilden. Hierzu setzt man auf ein mehrstufiges System, das es nahezu allen Spielern erlaubt, per Förderlizenz auch in der Erstklassigkeit aufzulaufen. Jüngere Akteure wie Dominik Bielke und Laurin Braun – beide sind erst 17 bzw. 16 Jahre alt – haben zudem die Möglichkeit, in der Deutschen Nachwuchs-Liga (DNL) Spielpraxis zu sammeln. Korsettstangen der Defensive sind Felix Thomas und der frühere Freiburger Gregor Stein. Eine Schwächung musste die Abwehr allerdings durch den Abgang von René Kramer hinnehmen, der seit einiger Zeit für Zweitliga-Spitzenreiter Kassel Huskies aufs Eis geht. Mehr theoretischer Natur sind die Einsatzmöglichkeiten von Frank Hördler, Tobias Draxinger und Jens Baxmann. Das Trio wäre zwar noch im Besitz einer Förderlizenz, hat sich aber im DEL-Team durchgesetzt und zählt dort zu den Stammkräften. Daher scheint es unwahrscheinlich, dass einer dieser Akteure noch einmal das Juniors-Trikot trägt. Auch im Sturm kann Derek Mayer auf einen großen Talentpool zurück greifen, vermisst jedoch Erfahrung in seinen Reihen. Zwar bestritt Ex-Indianer Benjamin Hecker die Vorbereitung mit den Hohenschönhausenern, doch schloss sich der Stürmer letztlich dem Regionalligisten FASS Berlin an. Da die jungen Eisbären zudem finanziell bedingt auf Kontingentspieler verzichten, müssen Youngsters wie Markus Ziesche oder der Ex-Weisswasseraner Elia Ostwald trotz ihrer erst 20 bzw. 19 Jahre ebenso Führungsaufgaben übernehmen wie Constantin Braun. Topscorer des Teams ist derzeit der auch schon für Heilbronn aktive Marius Garten, der in 37 Partien 14-mal traf und insgesamt 31 Punkte erzielte. Auf Rang zwei der teaminternen Scorerwertung folgt Bruce Becker mit 30 Zählern (16 Tore) aus 36 Spielen. Eine wichtige Rolle für die Produktivität des Angriffs spielen auch der Ex-Kölner Alexander Oblinger, der zum Freitags-4:0 in Rostock einen Treffer beisteuerte, und Daniel Weiss. Da die DEL aufgrund des All Star Games am Samstag in Dresden derzeit pausiert, ist zudem nicht auszuschließen, dass im Kader des Siebten der Nordgruppe (35 Punkte) gegen die Indians noch die eine oder andere Überraschung auftaucht. Dessen ungeachtet wollen die Großstadtindianer, bei denen Josiah Anderson aufgrund seiner Sperre aus dem Erfurt-Spiel nicht mitwirken darf, natürlich drei Zähler in Hannover behalten, die im Duell um Rang zwei mit den Blue Lions Leipzig (spielfrei) wieder enorm wichtig wären. Um dieses Ziel zu erreichen, muss der aktuelle Rangzweite (76 Zähler) gegen die defensiv ausgerichteten Juniors vor allem die nötige Geduld an den Tag legen. Gelingt es dem ECH dann noch, gegen das schwächste Powerplay-Team der Liga (Erfolgsquote lediglich 10,11 %) die herausgespielten Chancen endlich einmal konsequent zu Toren zu nutzen, sind alle Voraussetzungen für einen erfolgreichen Eishockey-Abend am Pferdeturm geschaffen (Schiedsrichter der Partie ist Matthias Kühnel vom ESC Wedemark). |
| Autor: Niki Jaklitsch - Kommentare (0) - 03.02.2008 um 04:52 |
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