| Indians wollen auch in Weiden punkten |
| Nach den Siegen in Halle und gegen Dresden am vergangenen Wochenende möchten die EC Hannover Indians ihre Erfolgsserie auch in den kommenden Spielen fortsetzen. Am Freitag (25.01.2008, 20.00 Uhr, Eisstadion an der Raiffeisenstraße Weiden) gastiert der Tabellendritte der Eishockey-Oberliga Nord (70 Zähler) in der Oberpfalz beim Vierten Blue Devils Weiden (62 Punkte). Mit einem Sieg möchten die Großstadtindianer den Abstand zu Rang vier weiter vergrößern und zugleich den auf Platz zwei stehenden Blue Lions Leipzig auf den Fersen bleiben, die ebenfalls 70 Punkte auf ihrem Konto haben.
Um dieses hochgesteckte Ziel zu erreichen, müssen die Niedersachsen in Weiden freilich über die gesamte Spielzeit voll konzentriert und diszipliniert zu Werke gehen. Alex Stein, Coach der Blue Devils, hat ein Team zusammengestellt, das technisch sehr beschlagen ist, aber auch kämpferisch überzeugen kann. Im Angriff bauen die „blauen Teufel“ vor allem auf die Treffer ihrer Kontingentstürmer Miikka Jäske, Karl Fournier und Mike Zbriger. Der 25 Jahre alte Kanadier Zbriger, in der abgelaufenen Spielzeit noch für die UHL-Clubs Chicago Hounds, Flint Generals und Bloomington Prairie Thunder aktiv, fungiert mit 25 Toren aus 38 Spielen als Goalgetter, während der im zweiten Jahr für Weiden spielende Finne Jäske mit 46 Assists in 38 Spielen eher für die Torvorbereitung zuständig ist. Dritter im torgefährlichen Bunde ist Karl Fournier. Mit 63 Punkten (22 Tore) ist der in den vergangenen drei Spielzeit für die University of Moncton (CIS) auflaufende Kanadier hinter Miikka Jäske (69) zweitbester Scorer seines Teams. Nicht nur die Ausländerstellen im Angriff sind in Weiden hochkarätig besetzt, Trainer Stein verfügt auch über etliche starke Deutsche. Eine Führungsrolle fällt hier Michael Fendt zu. Der 28-Jährige verfügt über Zweitliga-Erfahrung aus Bremerhaven und Ingolstadt und ist damit eine der Leitfiguren im durchschnittlich knapp 24 Jahre alten Devils-Team. Eine starke Saison spielt bislang auch Sebastian Wolsch. Das 23-jährige Eigengewächs, in der Spielzeit 2006/07 noch für die Dresdner Eislöwen in der 2. Bundesliga am Puck, entwickelte nach seiner Rückkehr Torjägerqualitäten und ist mit 18 Treffern und insgesamt 39 gesammelten Punkten bester deutscher „Knipser“ und Scorer seines Teams. Vervollständigt werden die Angriffsreihen der Blue Devils von Urgestein Stephan Hagn, der seit 1995/96 ununterbrochen für seinen Heimatverein spielt, und dem zweitligaerfahrenen Ex-Straubinger Lukas Hausmanninger. Gegen die Indians hingegen passen muss Andreas Geigenmüller, der mit einer Handprellung ausfällt. Dafür trägt seit kurzem Stefan Ortolf wieder das Teufel-Trikot. Der 20-Jährige schloss sich nach seinem Premierenjahr in Weiden vor der Saison den Lausitzer Füchsen in der 2. Bundesliga an, konnte dort aufgrund einer Erkrankung durch einen Zeckenbiss aber nie richtig Fuß fassen. Nach vollständiger Genesung soll der auch schon für das DNL-Team der Kölner Haie aktive Stürmer Spielpraxis sammeln. Bei den ersten Einsätzen für seinen neuen alten Club gegen Dresden und Leipzig am vergangenen Wochenende gelang Ortolf ein guter Einstand, der aber nicht von Punkten begleitet war. Auch die Defensive spiegelt die Linie der Blue Devils wider, an der Seite weniger Routiniers jungen Cracks Spielpraxis und Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Kopf der Hintermannschaft ist Jan Penk. Der bald 40-jährige Tscheche, ob seiner knallharten Schlagschüsse „Iron“ genannt, läuft bereits seit dem Jahr 2000 für Weiden auf und ist derzeit mit 32 Punkten (neun Tore) punktbester Verteidiger seiner Mannschaft. Auf Rang zwei in dieser Wertung folgt ein Akteur, der weniger als halb so alt ist wie der Tscheche, ihm aber qualitativ kaum nachsteht. Andreas Gawlik (18), der in den letzten Jahren die Talentschmiede der Eisbären Berlin durchlief, gilt als Verteidiger-Juwel und dürfte vor einer großen Karriere stehen. Für die Blue Devils hat der Rechtsschütze bereits elf Tore erzielt und weitere 18 vorbereitet. Sicher ist es auch ein Verdienst dieses Duos, dass Weiden mit einer Erfolgsquote von 24,39 % augenblicklich über das drittbeste Powerplay der gesamten Liga verfügt, während die EC Hannover Indians auf eine Quote von 20,15 % aller Überzahlspiele kommen, die erfolgreich abgeschlossen werden (Rang acht in dieser Wertung). Wichtige Impulse für den Spielaufbau, nicht nur in numerischer Überlegenheit, liefert Jerry Galway. Der Kanadier, im Vorjahr noch für den Zweitligisten Lausitzer Füchse aktiv, verfügt mit 1,70 Metern Körpergröße nicht gerade über Gardemaß für einen Defender, macht diesen Nachteil aber durch ein gutes Auge für den entscheidenden Pass wett. 27 Punkte aus 38 Spielen (sechs Tore) belegen die Qualitäten des 30-Jährigen. Die Defensive komplettieren Tim Schneider – im Vorjahr noch per Wolfsburger Förderlizenz für die Indians spielberechtigt –, der Ex-Ratinger Jan-Philipp Priebsch und der vor Saisonbeginn vom Zweitligisten Bietigheim Steelers gekommene Ralf Herbst. Sein Einsatz ist allerdings fraglich, da er sich im Spiel gegen die Tölzer Löwen am Sonntag vor einer Woche eine Oberschenkelverletzung zuzog. Zwischen den Pfosten der Oberpfälzer ist Benjamin Voigt die unumstrittene Nummer eins. Der 25-Jährige, der 2005/06 14-mal das ECH-Trikot trug und letzte Saison lediglich auf drei Einsätze beim Zweitligisten Moskitos Essen kam, ist wesentlicher Rückhalt der Devils und hat bereits einen Shut-out auf seinem Konto. Da der Linksfänger derzeit konstant auf hohem Niveau spielt, bleibt Eigengewächs Oliver Engmann meist nur der Platz auf der harten Ersatzbank. Alles in Allem steht den EC Hannover Indians morgen eine schwere Aufgabe bevor. Wollen die Niedersachsen auch den dritten Vergleich gegen die Oberpfälzer, die eine gute Mischung aus jugendlichem Elan und Routine ins Rennen schicken, für sich entscheiden (bislang behielt der ECH 4:3 n.P. und 3:2 die Oberhand), müssen die Cracks vom Pferdeturm genauso ruhig und abgeklärt spielen wie am vergangenen Wochenende, um dann in den entscheidenden Momenten eiskalt zuzuschlagen. Dabei fallen Jan Welke, Steve Slaton und Bryan Phillips weiterhin verletzt aus. Zum Gastspiel in der Oberpfalz, das unter der Leitung von Hauptschiedsrichter Michael Deibler (EC Peiting) steht, werden die Indians übrigens von einem Fanbus begleitet. Die reisefreudigen Schlachtenbummler möchten mit lautstarker Unterstützung ihren Teil dazu beitragen, dass die ECH-Erfolgsserie auch in Weiden Bestand hat. |
| Autor: Niki Jaklitsch - Kommentare (0) - 24.01.2008 um 21:35 |
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