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Gelingt gegen Dresden die Überraschung?
Nach dem freitäglichen 3:2-Sieg bei den Saale Bulls Halle messen sich die EC Hannover Indians in der Eishockey-Oberliga Nord am Sonntag (20.01.2008) erneut mit einem ostdeutschen Team. Ab 19 Uhr sind im Eisstadion am Pferdeturm in Hannover die Dresdner Eislöwen zu Gast. Die Sachsen führen mit 83 Zählern derzeit souverän die Tabelle an und sind planmäßig auf dem Weg zurück in die 2. Bundesliga. Auch wenn es ein hartes Stück Arbeit werden wird, möchten die Indians auf genau diesem Weg zum Stolperstein werden. So setzen die Schützlinge von Trainer Joe West am Sonntag alles daran, dem Favoriten ein Bein zu stellen, damit wichtige Punkte in Niedersachsen bleiben. Verzichten muss der ECH bei diesem Unterfangen allerdings auf Steve Slaton, Jan Welke und Bryan Phillips, die weiterhin verletzt ausfallen.


Um dennoch die Überraschung schaffen zu können, müssen freilich alle Rädchen im ECH-Getriebe optimal ineinander greifen, schließlich verfügt Dresden über eines der stärksten, ausgeglichensten und technisch versiertesten Teams der gesamten Oberliga. Michal Marik, vor der Saison vom norwegischen Elitserien-Club Stjernen Hockey an die Elbe gewechselt, wurde mit starken Reflexen schnell zu einem der besten Torhüter der Liga. Bislang drei Spiele ohne Gegentor untermauern die gute Form des 32 Jahre alte Tschechen. Als Back-up steht mit dem Ex-Bayreuther Norbert Pascha ein Mann bereit, der in den vergangenen Jahren konstant gute Leistungen in der Oberliga geboten und gezeigt hat, dass er weit mehr als nur Ersatz ist.


Auch die Defensive im Team von Trainer Marian Hurtik ist hochkarätig besetzt und erhielt kürzlich mit Jakub Körner weitere Verstärkung. Der 28-jährige Deutsch-Tscheche trug zuletzt das Trikot des Zweitligisten Bietigheim Steelers und spielte von 2004 bis 2006 schon einmal in Dresden, davon ein Jahr in der 2. Bundesliga. Weitere herausragende Figur im Defensivverbund ist der Kanadier Jason Lundmark. Der 23-Jährige, im Vorjahr noch für den EC Peiting aktiv, sammelte in 36 Spielen 39 Punkte und ist damit bislang viertbester Scorer unter allen Oberliga-Verteidigern. Zwar nicht ganz so offensivstark, dafür aber körperlich sehr robust agieren Roman Weilert (zuletzt Heilbronner Falken), der vom slowakischen Extraligisten HK 36 Skalica gekommene Martin Zajac und Marcel Linke. Vervollständigt wird die routinierte Verteidigung vom Ex-Kaufbeurer Martin Hamann und dem im vergangenen Jahr noch in Heilbronn aktiven Andreas Maier. Ein besonderes Spiel dürfte die Partie indes für Neu-Indianer Tobias Stolikowski werden. Der 25-Jährige, dem im Dresdner Dress zwei Assists gegen die Indians gelangen, wird im zweiten Einsatz nach seinem Wechsel gegen die alten Teamkollegen sicherlich bis in die Haarspitzen motiviert sein.


Auf Stolikowski und die übrigen Abwehrspieler in Diensten des Tabellendritten (67 Punkte) wird Schwerstarbeit zukommen, gilt es doch, Dresdens starke Angreifer mit konsequent körperbetontem Spiel möglichst nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Akteure wie der Ex-Füssener Kevin Gardner – mit 65 Punkten (27 Tore) aus 36 Spielen momentan Topscorer der Eislöwen und ligaweit auf Rang zehn -, der DEL-erfahrene David Musial (Wolfsburg, Krefeld, Iserlohn, Mannheim) oder der Ex-Regensburger David Cermak haben nicht nur viel Durchschlagskraft, sondern auch eine ganze Menge Routine. Hinzu kommt mit Rückkehrer Petr Sikora – der Tscheche trug zwischen 2001 und 2006 schon einmal das Eislöwen-Trikot und hatte in der vergangenen Saison maßgeblichen Anteil am Höhenflug des SC Riessersee – ein Mann mit brillantem Auge für seine Mitspieler. 61 Scorerpunkte aus 36 Matches, davon 43 Vorlagen, zeigen klar, wo die Stärken des 37-Jährigen liegen. Weiterer großer Dresdner Trumpf ist die Ausgeglichenheit der Mannschaft: So haben insgesamt neun Stürmer bereits die Marke von 15 Scorerpunkten übersprungen, während sich der ECH knapp dahinter einreihen muss, wo dies nur acht Angreifern gelang.

Nicht nur in der Verteidigung hat Dresden jüngst nachgelegt, auch die Abteilung Attacke wurde nochmals aufgewertet. Mit dem ehemaligen Nauheimer Jason Deleurme wechselte ein Kanadier an die Elbe, den nicht nur sein Torriecher, sondern auch große Mannschaftsdienlichkeit auszeichnet. Durch diesen Transfer hat Eislöwen-Coach Marian Hurtik noch mehr Variationsmöglichkeiten und macht sein ohnehin schon sehr ausgeglichen besetztes Team noch schwerer ausrechenbar.


In Anbetracht des durchweg hochkarätigen und kompletten Dresdner Kaders steht den EC Hannover Indians eine hohe Hürde bevor, die übersprungen werden soll. Um erfolgreich zu sein, müssen die Großstadtindianer vor allem an ihrer Effektivität arbeiten. Im letzten Match gegen Dresden verbuchte Hannover ein deutliches Plus an Schüssen, musste sich im Dezember am Pferdeturm aber dennoch 3:5 geschlagen geben, und auch beim ersten Aufeinandertreffen in Dresden unterlagen die Indians im Oktober 2:3 nach Verlängerung. Werden die herausgearbeiteten Torchancen hingegen konsequent genutzt, ist die erste wichtige Erfolgsvoraussetzung erfüllt. Gegen das beste Unterzahl-Team der Liga (87,89 % Erfolgsquote, fast zwei Prozentpunkte mehr als der in dieser Wertung zweitplatzierte ESV Kaufbeuren) wird auch viel davon abhängen, ob sich das Indians-Powerplay kreativer und durchschlagskräftiger zeigt als zuletzt. Wenn der ECH zudem noch mit der nötigen Ruhe und Geduld agiert und einen möglichst großen Bogen um die Kühlbox macht, dürfen sich die Zuschauer auf einen stimmungsvollen Eishockeyabend am Pferdeturm (unter der Leitung von Hauptschiedsrichter Stascha Ninkov von der TSG Reutlingen) freuen, bei dem mit etwas Glück ein Punktgewinn für die Gastgeber durchausim Bereich des Möglichen liegt.
Autor: Niki Jaklitsch - Kommentare (0) - 20.01.2008 um 05:49

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