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Nur zwei Zähler vs. Klostersee
InfoMit einem 5:4-Heimsieg nach Verlängerung gegen den EHC Klostersee die gruppenübergreifende Einfachrunde auf einem höchst durchschnittlichen achten Rang der Gesamttabelle beendet haben am Abend die EC Hannover Indians. Wie mittlerweile üblich schickte der Gastgeber seine nurmehr knapp 2200 Anhänger dabei auf eine emotionale Berg- und Talfahrt – wohl niemand hätte nach einem 4:1-Zwischenstand zur ersten Pause noch mit der realen Mögichkeit eines weiteren Punktverlustes auf eigenem Eis gerechnet. Eine überlegen geführte Overtime sicherte Hannover schließlich noch den Zusatzpunkt, ein ehrliches Kompliment geht aber an den Gast aus Grafing, der eine charakterliche Meisterleistung vollbrachte und sich verdient noch einen Zähler erkämpfte.


Mit lediglich 14 Feldspielern hatte der lange Zeit den Oberliga-Süden aufmischende vermeintliche Underdog den weiten Weg nach Hannover angetreten. Der Einsatz des 18-jährigen D. Vogl sicherte zumindest drei nominelle Sturmreihen, im Tor startete erwartungsgemäß P. Ashton. Bei den Hannover Indians kehrten im Gegensatz zur freitäglichen Niederlage in Peiting T. Morrow, R. Thomson und auch Back-up-Goalie A. Jenike zurück.

Nach 180 Sekunden flotter Anfangsphase waren die Indians in puncto Torabschluss endlich einmal vom Glück verfolgt. Schon der erste echte Schuss auf den EHC-Kasten zappelte zum 1:0 im Netz, als K. Du J. Chamberlain Dank schneller Auffassungsgabe prima eingesetzt hatte – der zweite Assist ging dabei freilich an EHC-Ikone V. Ruprecht, der mit einem kapitalen Aussetzer die ECH-Führung erst ermöglichte und sich über 60 Minuten als defensiver Unsicherheitsfaktor zeigen sollte. Wie durch umlegen eines imaginären Schalters auf `hot` gepolt sollte Hannover im Anschluss den jetzt bemitleidenswerten Gast bis zur ersten Drittelpause beherrschen, dass es eine wahre Freude war, alle drei Sturmreihen zeigten sich engagiert und kreativ, hinten stand die Abwehr sicher, ließ die Klosterseer Wirbelwinde J. Mudryk und P. Zajonc so gut wie nie mit Anlauf in die eigene Zone kommen. Weitere Tore für den ECH als Folge der Überlegenheit sollten sich am Abend endlich einmal einstellen: beim 2:0 kehrte J. Chamberlain den Spieß um und setzte seinerseits K. Du toll in Szene, der Ashton tunnelte, das etwas glückliche 3:0 in Minute 17 war ein Eigentor des EHC, welches Passgeber F. Krull angerechnet wird und auch das überraschende 3:1 durch P. Zajonc nur kurze Zeit später konnte Hannover nicht stoppen, noch vor der ersten Sirene hämmerte P. Baumgartner zum neunten Mal in dieser Spielzeit den Puck im Powerplay ins Tor (19.).

Der donnernde Applaus der Zuschauer wich im zweiten Durchgang leiser Skepsis. Die Drittelpause hatte Hannover zweifelsohne nicht gut getan, denn sämtliche Aktionen wirkten weitaus weniger konsequent und durchdacht als noch eine Viertelstunde zuvor. Zwar verzeichnete der ECH weiterhin ein Chancenplus, doch da war sie wieder, die aus so vielen Spielen in 07/08 bekannte Torsperre. Der Gast, der nach 26 Minuten auch noch S. Gumplinger verletzt verlor und somit defensiv nurmehr zu viert agieren musste, kam Minute für Minute besser ins Spiel, der Ausfall des Youngsters und gleich drei Zehn-Minuten-Strafen in der ersten halben Stunde gegen wichtige Schlüsselspieler konnten den großartigen Charakter des EHC nicht brechen, der immer wieder durch seine Ausnahmeakteure Zajonc und Mudryk zu Konterattacken kam. Nicht genutzte Powerplays und Torchancen Hannovers sowie das 4:2-Anschlusstor durch J. Wieser (31.) brachten den eigentlich schon toten Gast zurück ins Spiel, die krachende Antwort J. Andersons (Pfostenschuss/32.) signalisierte den Grafingern: hier geht im Schlussdrittel noch was.

Förmlich gelähmt taumelte Hannover ab 40:01 wie ein angeschlagener Boxer durch den Ring. Die fast völlige Einstellung des Offensivspiels wäre zu verschmerzen gewesen, wenn die Zuschauer nicht bei flüssig vorgetragenen Angriffen der nun vollends im Spiel angekommenen EHC-Resterampe nicht stets hätten zittern müssen. Bei 5:5 war den Indians jedoch trotz allen Bemühens des Süd-5. nicht beizukommen, es musste schon ein 110-sekündiges 5:3-Powerplay her, um der optischen Überlegenheit auch Zählbares folgen zu lassen. Da die aktuellste Baustelle des ECH seit Weihnachten special teams heißt (die zuvor brillanten Werte sanken seit dem Hallespiel mit 16,9% Überzahl und gar nur 72,9% Unterzahl drastisch, am Abend waren zum siebten Male in Folge die special teams des Gegners effektiver), sollte der EHC der Partie in Überzahl doch noch die ersehnte Wende geben können, als J. Mudryk und B. Cox binnen 75 Sekunden auf 4:4 stellten.
Kurioserweise war die hannoversche Verunsicherung der Minuten zuvor nach dem `endlich` gefangenen Ausgleich wieder verflogen, sofort wurden die eigenen Aktionen wieder zielstrebiger, doch dem nun sicheren P. Ashton konnte auch in einem weiteren Powerplay nicht mehr beigekommen werden, die Partie ging – bei 20:00 undenkbar – in die Verlängerung. Die größeren Spielanteile hier gehörten eindeutig Hannover, das nach einem vergebenen Solo von K. Doyle und einem weiteren Schuss ans Metall neun Sekunden vor dem Penaltyschiessen doch noch den Zusatzpunkt holen konnte, als J. Chamberlain bei 4:3-Überzahl im Fallen seinen bereits 29. Saisontreffer feiern konnte – im gesamten Spieljahr 06/07 waren es deren 25 gewesen.

Fazit: 20 Minuten gerüpelt, fehlerhaft agiert und teilweise schlichtweg geschlafen, dafür umso bemerkenswerter zurückgekommen – der EHC Klostersee sicherte sich zum Einfachrundenhalali einen wertvollen Zähler im Kampf um Rang 4, der gleichzeitig Hannover im so wichtigen Kampf um Platz zwei in der Nordgruppe am Ende noch schmerzhaft abgehen könnte. Warum das Team im Schlussabschnitt so unglaublich gehemmt wirkte, nach dem 4:4 aber noch einmal toll zurückkam, das war die meistgestellte Frage der wieder einmal mit gemischten Gefühlen nach Hause gehenden ECH-Fans.
Die ab Freitag beginnende `Regionalrunde` innerhalb der Nordstaffel wird solche unnötigen Punktverluste ab kommenden Freitag nicht mehr verzeihen, ehedem tat sich Hannover kurioserweise gegen die eindeutig stärkere Südstaffel bisher leichter (1,85 Pkte./Sp.), als in Partien gegen die Nordvertreter (1,69 Pkte./Sp.), wo gegen die Ostclubs Dresden, Leipzig und Halle (am kommenden Freitag, 20.00 Uhr erster Gegner am Gimritzer Damm) überhaupt noch nicht gewonnen werden konnte. Die Rückkehr weiterer Verletzter pünktlich zum 18.1. mag die Chancen vielleicht erhöhen...


So.,13.01.08:
Hannover Indians – EHC Klostersee
5:4 n.V.
(4:1,0:1,0:2,1:0)

Tore: 1:0 (4.) Chamberlain 28, 2:0 (6.) Du 2, 3:0 (17.) Krull 4, 3:1 (18.) Zajonc, 4:1 (19.) Baumgartner 12 5-4, 4:2 (31.) Wieser, 4:3 (51.) Mudryk 5-3, 4:4 (52.) Cox 5-4, 5:4 (65.) Chamberlain 29 4-3.

Strfm.: ECH 20 – EHC 24 +10 f. Drechsler +10 f. Ruprecht +10 f. Sicorschi +10 f. Wieser

Zusch.: 2195

HSR: Krüger

GWG: J. Chamberlain (65.)

Beste Akteure: J. Chamberlain, S. Breiter – J. Mudryk, R. Lorenz


ECH: Agricola,(Jenike) – Baumgartner,Morrow,Engel,Dahms,Sondermann,Staltmayr,Thomson – Chamberlain,Du,Breiter,Anderson,Doyle,Krull,Suchomski,Meyer,Rohatsch.

EHC: Ashton,(Hochhäuser) – Schuster,Ruprecht,Nickel,Lorenz,Gumplinger – Zajonc,F.Saller,Wälde,Cox,Mudryk,Wieser,Vogl,Drechsler,Sicorschi.
Autor: os - Kommentare (0) - 13.01.2008 um 22:58

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