| St. Etienne klaut einen Punkt vom Turm |
Mit einem Heimsieg ins Jahr 2008 gestartet sind am Freitag Abend die EC Hannover Indians. Dabei reichte es vor über 2800 Zuschauern allerdings trotz 60-minütiger drückender Überlegenheit gegen die Eisbären Juniors nicht zu einem Dreipunkteerfolg, da es erst T. Morrow in der Overtime vergönnt war den Ausnahmeyoungster im Gästetor, Etienne Renkewitz, zu überwinden. Wie schon so viele Torhüter in der Saison 07/08 wurde auch der 19-jährige von den Angreifern der Hannover Indians berühmt geschossen, die wiederum eimerweise beste Einschusschancen liegen ließen und somit vor den beiden schweren Auswärtspartien in Rosenheim (So., 18.00 Uhr) und Peiting einen überraschenden Punktverlust zu verzeichnen hatten.
Erwartungsgemäß ohne den an der Schulter verletzten R. Huddy, dafür aber wieder mit M. Dahms und im Tor erstmals von Beginn an mit A. Jenike musste der Ideal-Fahrplan von J. West für die abendliche Partie ein frühes eigenes 1:0 vorgesehen haben, um die defensiv heuer so ungemein starken – einzige Ausnahme das 1:7 in Kaufbeuren nur 48 Stunden zuvor – Nachwuchscracks aus der Bundeshauptstadt davon abzuhalten ihr bekanntes Defensivhockey aufzuziehen. Der am Abend erneut sehr agile D. Meyer hätte dieses Vorhaben im Alleingang umsetzen können, doch weder in der zweiten Minute per Direktabnahme, noch in Minute sieben in Unterzahl per Alleingang nach Du-Vorlage war es dem Center der dritten Angriffsreihe vergönnt, den von Beginn an hellwachen Renkewitz zum bahnbrechenden 1:0 zu überwinden. Etwa ab Minute 10 nahmen dann auch die wieder einmal mit nur 14 Feldspielern angereisten Gäste das Offensivspiel auf und verdienten sich ihre 1:0-Pausenführung, erzielt von A. Oblinger im Powerplay (15.), bis zur Drittelpause allemal, denn ihre Bemühungen im gegnerischen Drittel wirkten Dank läuferischer Klasse und gutem Zusammenspiel einfach durchdachter als die Offensivaktionen Hannovers, die praktisch nur aus Einzelaktionen bestanden. Der noch einmal vier Monate jünger als sein Gegenüber im Eisbärengehäuse daher kommende Jenike war jedoch zunächst nicht noch ein weiteres Mal zu überwinden. Auch der zweite Abschnitt sollte lange Zeit die hannoverschen Probleme im Offensivbereich wiederspiegeln. M. Rohatsch in einer 2:1-Situation und zwei weitere Male D. Meyer fanden erneut mit `Sitzern` ihren Meister im Berliner Keeper, einem dauerhaft aufgebauten Druck standen jedoch immer wieder die Indians selbst und auch lange Zeit HSR Franz im Wege, der kurioserweise erst nach einer kurzen und sachlichen Unterredung mit Indians-Coach J. West an der Indiansbande das tendenzielle Ahnden von Eisbärenfallern unterließ und die Berliner somit ihrer einzigen Offensivhighlights in Abschnitt zwei beraubte. Als sämtliche Angriffsversuche auf das Gehäuse der Juniors zu scheitern drohten, wurde es A. Engel nach genau 32 Spielminuten zu bunt – der Ex-Duisburger packte von der rechten Seite einfach einmal den Hammer aus, gab damit Renkewitz das Nachsehen und eröffnete starke sechs, sieben Minuten der Indians, die durch einen Nachschuss von K. Doyle noch vor der Pause auf 2:1 stellen konnten, als der Kanadier einen von Renkewitz abgeprallten Andersonschuss überlegt und mit Wut im Bauch (Sekunden zuvor war ein Foul an ihm ungeahndet geblieben) genau unter das Tordach setzte (39.). Spiel gedreht, würden die Juniors nun im Schlussdrittel endlich wieder offensiver agieren und Hannover damit Räume zum Kontern geben? Weit gefehlt: gestützt auf den fast 45 Minuten Eiszeit abreißenden F. Thomas und seine vier defensiven Mitstreiter (Durchschnittsalter 18,5 Jahre) war für die Juniors auch in Abschnitt drei Defensive Trumpf, dazu setzte Hannover, das in puncto Engagement wie eh und je keine Wünsche offen ließ, noch konsequenter nach, übertrumpfte sich aber im Schlussdurchgang wieder einmal selbst, wenn es um das im Eishockey nun einmal alles entscheidende Kapitel Torabschluss ging. Von seinen Vorderleuten tatkräftig unterstützt wurde Keeper Renkewitz zum beinahe heiligen Trumpf-As St. Etienne und sollte trotz permanentem hannoverschen Anrennen nicht mehr zu bezwingen sein. Wie blanker Hohn mag da der nicht unbedingt verdiente 2:2-Ausgleich der Juniors wirken, denn Eisbären-Topscorer B. Becker hatte in Minute 50 die Scheibe aus der neutralen Zone vermutlich nur tief spielen wollen – zum Entsetzen der Indians und ihrer Anhänger bahnte sich der scheinbar so harmlose Aufsetzer seinen Weg vorbei am kalten und weitgehend beschäftigungslosen A. Jenike in die Maschen. Als auch noch einem sofortiges Abziehen J. Chamberlains nach einem gewonnenen Bully der Pfosten im Wege stand (56.) und der Puck in der Schlussphase mehrmals pingpongartig durch den Berliner Torraum aber eben nicht über die Torlinie gesprungen war, wurde der Punktverlust traurige Realität. Wie schon in Rostock, Freiburg oder auch Leipzig sprang für die Juniors Dank ihres wirklich ausgeklügelten Defensivverhaltens ein weiterer toller Punkt heraus, der am Abend das absolute Optimum war, mehr verhinderte T. Morrow, der sich wie zuvor in Abschnitt zwei A. Engel nach 114 Sekunden der Overtime endlich einmal ein Herz nahm, entschlossen durch die Juniorsabwehr marschierte und Renkewitz die Scheibe irgendwie ins Tor mogelte, tragischerweise sah der junge Torsteher hierbei alles andere als glücklich aus, dummerweise für Hannover leider zwei Minuten zu spät... Fr.,4.1.08: Hannover Indians – Eisbären Juniors Berlin 3:2 n.V. (0:1,2:0,0:1,1:0) Tore: 0:1 (15.) Oblinger 5-4, 1:1 (32.) Engel 7, 2:1 (39.) Doyle 20, 2:2 (50.) Becker, 3:2 (62.) Morrow 5 4-4. Strfm.: ECH 16 – EBJ 10 Zusch.: 2815 HSR: Franz GWG: T. Morrow (62.) Beste Akteure: J. Staltmayr, D. Meyer – E. Renkewitz, F. Thomas ECH: Jenike,(Smycek) – Morrow,Engel,Staltmayr,Thomson,Baumgartner,Sondermann,Dahms – Krull,Doyle,Anderson,Chamberlain,Du,Breiter,Suchomski,Meyer,Rohatsch. EBJ: Renkewitz,(Güttner) – Thomas,Bielke,Heyer,Seelisch,Kasten – Ziesche,Becker,Geiger,Oblinger,Flynn,Pohl,Schmidt,Dreischer,Rupprich. |
| Autor: os - Kommentare (0) - 04.01.2008 um 23:39 |
Es sind momentan noch keine Kommentare zu dieser News vorhanden! |