| ECH-Lazarett gastiert beim EHC Freiburg |
| Hohe Hürde für die arg dezimierten EC Hannover Indians: Der von zahlreichen Verletzungsausfällen gebeutelte Eishockey-Oberligist, mit 55 Zählern weiter Zweiter der Gruppe Nord, ist am morgigen Freitag (28.12.2007, 20.00 Uhr, Franz-Siegel-Halle Freiburg) beim EHC Freiburg zu Gast. Die Breisgauer sind nach durchwachsenem Saisonstart das Team der Stunde im Süden und haben sich mit zwölf Siegen in den vergangenen 13 Matches und 63 Punkten auf Rang zwei der Süd-Gruppe vorgearbeitet. Zuletzt mussten sich die Mannen von Trainer Peter Salmik, der während der Saison Sergej Svetlov ablöste, allerdings den Dresdner Eislöwen 3:5 geschlagen geben.
Damit gehen beide Mannschaften nach einer Niederlage in die morgige Partie, allerdings haben die gastgebenden Wölfe ungleich bessere Voraussetzungen als der ECH. Bis auf Josef Kottmair (Schlüsselbeinbruch) treten die Breisgauer in Bestbesetzung an und können damit auf einige in der Oberliga herausragende Akteure zurückgreifen. Allen voran Petr Mares, mit 31 Toren aus 31 Matches und insgesamt 66 Punkten momentan bester Goalgetter und Scorer der gesamten Liga. Der 28-Jährige war in Freiburg lange Jahre in 2. Bundesliga und DEL aktiv und kehrte während der vergangenen Saison vom Zwetiligisten Bietigheim Steelers zurück zu den Wölfen. Für kreative Impulse im Angriff zeichnen zudem Antii Karhula und Tom Herman verantwortlich. Das finnisch-kanadische Sturmduo sorgte 2005/06 im Dress der Blue Devils Weiden mit 180 Scorerpunkten regelmäßig für Alpträume bei den Oberliga-Torhütern und findet in Freiburg nun zu alter Stärke zurück. Durch die Verpflichtung des 37 Jahre alten Tschechen Tomas Kucharcik , zuletzt 2006/07 beim HC Vsetin in der Extraliga seines Heimatlandes aktiv, gewann die Abteilung Attacke weiter an Erfahrung hinzu. 23 Scorerpunkte (sechs Tore) in 15 Einsätzen für die Wölfe unterstreichen zudem Kucharciks offensive Qualitäten. Viel Offensivpower können die Freiburger Wölfe auch in der Abwehr vorweisen. Mit dem Kanadier Jeff White vom EV Füssen und dem Finnen Turo Virta, der zuletzt in Weiden spielte, gehen zwei der offensivstärksten Verteidiger der Oberliga 2006/07 nun gemeinsam aufs Eis. Der 31-jährige frühere Stuttgarter Jeff White, dem in Füssen 69 Punkte (23 Tore) in 53 Einsätzen gelangen, hat sich mit 30 Punkten (elf Tore) in 32 Spielen aktuell an die Spitze der Freiburger Verteidiger-Wertung gesetzt. Mit 29 Zählern, davon acht Tore (in ebenfalls 32 Matches), nur einen Punkt dahinter rangiert Turo Virta. Der 25 Jahre alte Finne kam in der vergangenen Spielzeit in Weiden auf 89 Scorerpunkte (32 Tore) in 56 Einsätzen und war damit offensivstärkster Verteidiger der gesamten Oberliga. Dritte tragende Säule der Hintermannschaft der Breisgauer ist Petr Bares. Der Routinier (37 Jahre) war zuletzt für die Schwenninger Wild Wings in der 2. Bundesliga aktiv und sammelte auch in Wolfsburg, Landshut und Ingolstadt reichlich Zweitliga- und sogar DEL-Erfahrung. Nicht zuletzt diesem Trio hat der EHC Freiburg sein starkes Powerplay zu verdanken, das mit einer Erfolgsquote von 22,62 % momentan ligaweit das viertbeste ist. In Anbetracht der Freiburger Offensivstärke wird auf die EC Hannover Indians - mit einer Penalty-Killing-Quote von 85,56 % zweitbestes Unterzahlteam der Oberliga - morgen Schwerstarbeit zukommen. Doch nicht nur bei den Feldspielern sind die Freiburger Wölfe stark besetzt, auch zwischen den Pfosten steht ein echter Könner. Ronny Glaser, der in Ratingen und Heilbronn reichlich Oberliga-Erfahrung sammeln konnte, hat bei einer Gegentorquote von 2,81 pro Spiel bereits zwei Shut-outs auf seinem Konto. Im Bedarfsfall stehen mit Christoph Mathis und dem Ex-Kölner Benjamin Dirksen zwei talentierte Back-ups bereit, die gezeigt haben, dass sie problemlos in der Oberliga eingesetzt werden können. Aufgrund der im Vergleich zum hauchdünnen 2:1-Hinspielerfolg im September dramatisch verschlechterten personellen Situation gehen die EC Hannover Indians morgen als absoluter Außenseiter ins Duell beim EHC Freiburg (Schiedsrichter ist Florian Zehetleitner vom EC Oberstdorf). Neben den bereits bekannten Ausfällen von Roman Kondelik, Jan Welke, Bryan Phillips, Michael Dahms, Steve Slaton und Sebastian Deml ist der Einsatz von Kyle Doyle und Fabian Krull zumindest fraglich. Angreifer Doyle begab sich nach der Penalty-Niederlage gegen Halle mit Verdacht auf Rippenbruch zum Röntgen ins Krankenhaus, während Allrounder Krull über Leistenprobleme klagte. Defender Robin Thomson hatte zuletzt mit einer Magen-Darm-Grippe zu kämpfen; ob er mitwirken kann, wird sich vermutlich erst kurzfristig entscheiden. Keine guten Voraussetzungen also für die EC Hannover Indians, die sich - unterstützt von einem Fanbus - im Breisgau dennoch keinesfalls verstecken und versuchen wollen, den favorisierten EHC Freiburg möglichst lange zu ärgern. Sollte dabei der eine oder andere Punkt auf die Habenseite wandern, wäre dies ein verspätetes Weihnachtsgeschenk, das jeder ECH-Fan nur zu gerne annehmen würde. |
| Autor: Niki Jaklitsch - Kommentare (0) - 27.12.2007 um 19:01 |
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