| Rückschlag gegen Bullen |
Ihren fünften Sieg in Folge verpasst und beim 4:5 (1:0,2:2,1:2,0:0,0:1) n.P. gegen die Saale Bulls aus Halle ihre zwei in Kaufbeuren erkämpften Punkte gleich wieder hergeschenkt haben am Mittwoch Abend die EC Hannover Indians. In einer Partie auf mittelmäßigem Niveau schickten die Gastgeber die über 3000 Zuschauer erneut auf die schon bestens bekannte Achterbahn der Emotionen, verspielten eine 3:0-Führung und mussten am Ende doch den verdienten Sieg des Neulings anerkennen.
Während bei den Hannover Indians Kapitän J. Staltmayr am Abend wieder zum Kader zählte und dem ECH somit zu immerhin drei kompletten Reihen verhalf, musste Gästecoach R. Torgler weiterhin auf J. Kasperczyk verzichten, überdies waren auch P. Weiss und A. Gross abstinent. Nach zuletzt sechs verlorenen Auswärtspartien in Folge mit beschämenden 9:37 Toren reiste der Aufsteiger aus Halle als schwächstes Gästeteam der Nordstaffel an, hatte zuletzt beim knappen 1:3 in Dresden allerdings aufsteigende Tendenz gezeigt und war überdies am Sonntag spielfrei, während der ECH erst am Morgen des Heiligen Abend wieder Hannover erreicht hatte. Um nachlassenden Kräften vorzubeugen sollte somit ein guter Start in die Partie helfen, um der Saale Bulls Herr zu werden. Die wiederum legten in den ersten Minuten vor allem Wert darauf, sich körperlich Respekt zu verschaffen, kassierten gleich fünf Zeitstrafen am Stück, doch Hannovers sonst so zuverlässiges Powerplay sollte am Abend an allen Ecken und Enden Baustellen aufweisen. Nach minutenlangen aber zumeist erfolglosen Versuchen, Gästegoalie L. Smolka unter Dauerbeschuss zu nehmen, fand endlich P. Baumgartner in Minute 13 die Lücke und stellte unter Mithilfe eines marginalen tip-ins von J. Anderson hochverdient auf 1:0. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Bullen noch keinen einzigen eigenen Angriff auf Indianskeeper S. Agricola gefahren, erhöhten nun allerdings langsam ihre Schlagzahl und gestalteten den Rest von Abschnitt eins ausgeglichen, lediglich das Enteilen von F. Krull in Minute 19 konnte der Gast nicht verhindern, der erneut defensiv aushelfende Ex-Heilbronner konnte Smolka allerdings nicht überwinden. Im gleichen Stile sollte sich auch das zweite Drittel gestalten. Trotz der 1:0-Führung war Hannover am Abend weit davon entfernt ein gutes Spiel zu machen, der Gast, der sich im Vergleich zum Hinspiel in puncto Defensivorganisation um eine Klasse verbessert zeigte, schläferte den ECH mit verhaltenem Spiel ein, war aber nach 25 Minuten und einem Traumpass von Oldie J. Schertz auf M. Miklik wieder im Spiel, als der Slowake von P. Baumgartner vor dem Tor gelegt wurde. Zu Regionalligazeiten bei Penalties noch eine Bank, sollte der Gefoulte diesmal am famosen S. Agricola scheitern. Hiervon offensichtlich wach gerüttelt, ließ der ECH kurzzeitig die Muskeln spielen und erhöhte binnen 98 Sekunden auf 3:0, als zweimal Blitzkonter die Salle Bulls überraschten. Beim 2:0 in Unterzahl (28.) fand J. Chamberlain keinen Abnehmer und überwand Smolka schließlich etwas glücklich selbst, beim 3:0 (29.) hatte K. Du R. Huddy auf und davon geschickt und der Kanadier überwand den Hallenser Schlussmann per Rückhand. Ungeschockt von diesen Rückschlägen und nach einer Auszeit neu eingestellt, kamen die Bulls allerdings eindrucksvoll zurück und untermauerten ihren `neuen` Auswärtsgeist. Ein zweiter Nachschuss gegen S. Agricola brachte durch S. Kuhlee das 3:1 und als nur Minuten später beide Teams für 30 Sekunden defensiv aufgelöstes Wild-West-Hockey mit vier Richtungswechseln boten, war es A. Rusch, der völlig blank vor Agricola auf 3:2 stellen konnte (35.). Bei weiteren tollen Bulls-Chancen konnte Hannovers Keeper mehrmals weiteres Unheil verhindern. Vorerst. Denn schon 22 Sekunden nach Beginn des Schlussdurchgangs sollte es sogar zum 3:3 im ECH-Kasten klingeln. Die Topreihe Halles um M. Miklik und den stark aufspielenden M. Kubis überwand Agricola zum Ausgleich und ließ sich auch von der prompten Antwort Hannovers nur weitere 20 Sekunden später – J. Staltmayr überwand Smolka mit einem verdeckten Schuss von der blauen Linie – nicht vom Weg abbringen. Gut drei, vier Minuten galt es die noch einmal euphorisierten Niedersachsen vom eigenen Tor weg zu halten, was bis auf einen Lattenwischer R. Huddys (45.) auch gelang, doch dann übernahm der Gast eindrucksvoll die Schlussinitiative und drängte den Gastgeber in die Defensive. Dass es dabei zu praktisch überhaupt keinen der gefürchteten schnellen Indianskonter mehr kommen sollte, spricht für die tolle Leistung der Bulls, die ohne Niveauverlust mit drei Reihen mutig nach vorne operierten, spricht aber auch für die schon im dritten Spiel des `Fünferpacks` bis zum kommenden Sonntag weniger werdenden Kräfte des Indiansrumpfkaders, dem das `Nach-hause-fahren` der Partie am Abend nicht gelang. Mit dem fünften Überzahlspiel der Gäste fiel auch der erneute Ausgleich zum 4:4, als ausgerechnet A. Dvorak, vor Wochenfrist beinahe aussortiert, von der blauen Linie traf. Die Partie sollte schließlich enden, wie sie begonnen hatte. Durch Undiszipliniertheiten schenkte der Gast Hannover für die letzten 42 Sekunden noch einmal eine 5:3-Überzahlchance, doch stand die bescheidene Tagesform einem erfolgreichen Abschluss trotz reihenweise hochkarätiger Möglichkeiten noch mehrmals im Wege. Schlecht getimte letzte Pässe und schier unfassbare Kreativität im Vergeben bester Einschusschancen bestimmten dann auch die Overtime, die den ECH weiterhin in Überzahl sah, doch alle Schüsse waren nach wie vor zu zentral, flach und mittig platziert, so dass Gästekeeper Smolka zum Helden des Abends werden sollte. Als auch bei einem todsicheren 2:1-Konter J. Chamberlain ein tolles Zuspiel von K. Doyle nicht im leeren Kasten unterzubringen vermochte, hatten die meisten der Indiansfans bereits auch für das Penaltyschiessen ein ungutes Gefühl - und in der Tat sollten R. Huddy, K. Du und auch J. Chamberlain die Abschlussseuche weiterführen, während auf der Gegenseite R. Vavroch sein bereits dritter GWP des Jahres gelang – Ligaspitze. Fazit: trotz nur mäßiger Gesamtleistung wäre am Abend ein `Dreier` für die Hannover Indians absolut möglich gewesen. Zu den bekannten Abschlussschwächen gesellten sich jedoch mit zunehmender Spielzeit auch noch Schnitzer in der eigenen Zone, dazu agierte man in der Schlussviertelstunde schlichtweg zu passiv. Lassen bereits die Kräfte nach? Der freitägliche Trip zu den heute erstmals seit Mitte November wieder bezwungenen Freiburger Wölfen wird darüber Aufschluss geben. Die Saale Bulls Halle mögen nicht recht an die euphorischen Ziele R. Torglers geglaubt haben, der in Hannover hatte gewinnen wollen. Dies ist ihm gelungen, doch ob er auch sein zweites Ziel, den Angriff auf Rang 5, wird umsetzen können? Den Partien in Rostock und daheim gegen Berlin darf mit Spannung entgegen geblickt werden. Mi.,26.12.07: Hannover Indians – Saale Bulls Halle 4:5 n.P. (1:0,2:2,1:2,0:0,0:1) Tore: 1:0 (13.) Anderson 10 5-4, 2:0 (28.) Chamberlain 23 4-5, 3:0 (29.) Huddy 16, 3:1 (31.) Kuhlee, 3:2 (35.) Rusch, 3:3 (41.) Kubis, 4:3 (41.) Staltmayr 2, 4:4 (57.) Dvorak 5-4, 4:5 (P) Vavroch Penalties: Rusch - Huddy - Vavroch + Du - Miklik - Chamberlain – Strfm.: ECH 14 – SBH 20 +10 f. Kubis Zusch.: 3053 HSR: Vogl Top(+): Die Reaktion auf das 3:3 überzeugte – sofort das 4:3 erzielt... Flop(-): ...doch warum scheint es immer, als bräuchte die Mannschaft den ergebnismässigen Nervenkitzel? Flop am Abend auf alle Fälle das Powerplay. Wieder einmal wurde klar: läuft dieses nicht, ist Hannover bei 5:5 einfach viel zu selten in der Lage eine Partie klar zu beherrschen. GWP: R. Vavroch Beste Akteure: J. Anderson, J. Staltmayr – L. Smolka, M. Kubis Bes.: - erst drittes `boxing day`-Heimmatch in 20 Jahren – erstmals wurde verloren - erstmals 07/08 ein eigenes 3:0 vergeigt - `Mr. Penalty` der Vorbereitung R. Huddy: nur einen von fünf Penalties im Spieljahr versenkt ECH: Agricola,(Jenike) – Morrow,Krull,Staltmayr,Engel,Baumgartner,Sondermann – Chamberlain,Doyle,Breiter,Anderson,Du,Huddy,Rohatsch,Meyer,Suchomski. SBH: Smolka,(Schnelle) – Dvorak,Zatopek,Müller,Schertz,Kern,Schmitz – Miklik,Kubis,Rusch,Thiede,Vavroch,Kuhlee,Zille,Kimstatsch,Schubert,Weise,Schulz. |
| Autor: os - Kommentare (0) - 26.12.2007 um 22:52 |
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