| Indians kassieren 3:8 in Füssen |
Dem Kräfteverschleiß und Ausfall diverser Stammspieler Tribut zollen mussten am Sonntagabend die EC Hannover Indians. Beim Altmeister EV Füssen setzte es für das dezimierte Team von Headcoach Joe West – Torhüter Roman Kondelik fiel ebenso verletzt aus wie die Verteidiger Michael Dahms, Steve Slaton und die Angreifer Bryan Phillips, Marian Rohatsch, Jan Welke und Sebastian Deml, hinzu gesellte sich im Laufe des Spiels noch Abwehrrecke Seppi Staltmayr – eine unerwartet deutliche 3:8 (1:2, 0:1, 2:5)-Niederlage. Aufgrund des schlechteren Torverhältnisses gegenüber Rostock und Weiden fielen die Großstadtindianer damit auf Tabellenplatz vier der Eishockey-Oberliga Nord (44 Punkte) zurück.
Im ersten Durchgang im Allgäu konnte der ECH das Spiel noch offen gestalten. In den ersten Minuten hatten die Großstadtindianer die besseren Möglichkeiten auf ihrer Seite, konnten wie in den Spielen zuvor aber selbst beste Torchancen nicht erfolgreich nutzen. Gerade als Hannover eine Unterzahl überstanden hatte, bestrafte Füssens Routinier Eric Nadeau diese Nachlässigkeit und brachte seine Farben in Front (5.). Die Indians zeigten sich dadurch jedoch unbeeindruckt und kamen immer wieder zu hochkarätigen Möglichkeiten. Der Ausgleich sollte jedoch erst in Spielminute 12 gelingen, als Jamie Chamberlain in Überzahl einen Füssener Abwehrfehler eiskalt auszunutzen verstand. Auch im Anschluss machten die Gäste das Spiel, Tore gab es allerdings nur für die Füssener Fans unter den 671 Zuschauern zu bejubeln. Defender Nick Anderson besorgte in der 17. Spielminute das 2:1 für den EVF, das zugleich den Stand nach dem ersten Drittel darstellte. Zu Beginn des zweiten Drittels wirkte Füssen entschlossener und erspielte sich etliche gute Möglichkeiten, doch der hellwache Sandro Agricola im Tor des ECH wusste eine höhere Führung der Gastgeber zunächst zu verhindern. Gegen Andrej Naumanns Schlenzer in die kurze Ecke (26.) war allerdings auch der Youngster im Indians-Tor machtlos, so dass die Gäste aus Niedersachsen fortan einem Zwei-Tore-Rückstand hinterherlaufen mussten. Der ECH ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und überstand mit vereinten Kräften auch eine Füssener Drangphase nach rund der Hälfte der Spielzeit unbeschadet. Je näher das Drittel seinem Ende kam, desto stärker wurde Hannover. So verpasste Kyle Doyle in der 40. Spielminute mit einem satten Schuss an den Pfosten den möglichen und verdienten Anschlusstreffer für die Gäste. Schon zuvor hatte der ECH einen weiteren Nackenschlag wegstecken müssen: Kapitän Seppi Staltmayr wurde nach einem ungeahndeten Füssener Stockstich benommen vom Eis geführt und zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. Die erste Diagnose lautete Verdacht auf Gehirnerschütterung und es steht zu hoffen, dass sich der Routinier, dem wir an dieser Stelle baldige Genesung wünschen, keine schwerwiegendere Verletzung zugezogen hat. Nach Staltmayrs Ausfall startete der ECH weiter dezimiert ins letzte Drittel, war aber nach wie vor gewillt, die Partie umzubiegen. Dies gelang zunächst auch gut, denn erneut Jamie Chamberlain konnte Füssens Goalie André Irrgang in der 45. Minute überwinden – nur noch 2:3 aus Sicht der Indians. Der Jubel der Blau-Weiß-Roten war jedoch noch nicht richtig verklungen, als Eric Nadeau für Füssen wiederum erfolgreich war und praktisch im Gegenzug erneut für die Gastgeber traf. Nach 46 gespielten Minuten war der alte Zwei-Tore-Abstand zugunsten des EVF also wieder hergestellt. Je länger die Partie nun dauerte, desto mehr schwanden dem ersatzgeschwächten ECH die Kräfte. In der 48. Minute besorgte Füssens Eric Nadeau mit dem 5:2 die Vorentscheidung, doch Hannover gab sich noch nicht geschlagen. Wiederum im Powerplay gelang Jamie Chamberlain nach 52 Minuten der dritte Hannoveraner Treffer. In der nun folgenden Schlussphase musste Hannovers Torhüter Andreas Jenike – er hatte Sandro Agricola nach 46 Minuten abgelöst – noch drei Mal hinter sich greifen: Füssens Nick Anderson per Doppelschlag (54./59.) und Tom Fiedler (55.) schraubten das Ergebnis auf 8:3 aus Sicht der Gastgeber, was zugleich die höchste – und um mindestens zwei Tore zu hoch ausgefallene – Saisonniederlage der EC Hannover Indians bedeutete. Bis zum nächsten schweren Heimauftritt gegen die Starbulls Rosenheim am Pferdeturm (14.12.2007, 20.00 Uhr) steht für die EC Hannover Indians vor allem zu hoffen, dass sich die prekäre Personalsituation zumindest ein wenig entspannt. Darüber hinaus wird sicher an der Chancenverwertung gearbeitet zu werden, um möglichst schnell wieder in die Erfolgsspur zurückkehren zu können. EV Füssen – EC Hannover Indians 8:3 (2:1, 1:0, 5:2) Tore: 1:0 (04:06) Eric Nadeau (Florian Häfele, Tom Fiedler), 1:1 (11:04) Jamie Chamberlain (Kyle Doyle, Peter Baumgartner) 6-5, 2:1 (16:03) Nick Anderson (Markus Vaitl), 3:1 (25:14) Andrej Naumann (Robert Scharpf, Raphael Rohwedder), 3:1 (44:22) Jamie Chamberlain (Fabian Krull, Dennis Meyer), 4:2 (45:02) Eric Nadeau (Christian Krötz, Florian Häfele), 5:2 (47:39) Eric Nadeau (Henri Virta, Tom Fiedler), 5:3 (51:28) Jamie Chamberlain (Kyle Doyle, Thomas Morrow) 5-4, 6:3 (53:17) Nick Anderson (Henri Virta, Christian Krötz) 4-3, 7:3 (54:27) Tom Fiedler (Florian Häfele, Florian Bindl) 4-4, 8:3 (58:26) Nick Anderson (Matthias Ziegler, Sebastian Eickmann) Strafminuten: EV Füssen 12, EC Hannover Indians 12 + 10 Disziplinarstrafe gegen Thomas Morrow Zuschauer: 671 |
| Autor: Niki Jaklitsch - Kommentare (0) - 10.12.2007 um 00:50 |
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