| Indianer-Gastspiel in Füssen |
| Nach der 3:5-Heimniederlage am Freitag gegen Nord-Spitzenreiter Dresden, bei der sich die EC Hannover Indians teuer verkauft haben, aber aufgrund mangelnder Chancenverwertung um ein besseres Ergebnis gebracht wurden, reisen die Schützlinge von Trainer Joe West am morgigen Sonntag (09.12.2007, 18.00 Uhr) zum derzeit torgefährlichsten Team der gesamten Oberliga. Beim EV Füssen (115 Treffer in 23 Partien) wird Schwerstarbeit auf die Defensive der Großstadtindianer um Thomas Morrow, Seppi Staltmayr und Peter Baumgartner zukommen.
Dass die Leopards aus dem Allgäu die durchschlagskräftigste Offensive aller 19 Oberligisten besitzen, ist vor allem zwei Akteuren zu verdanken: Eric Nadeau und Garrett Festerling. Der 33-jährige Franko-Kanadier Nadeau, seit 2004 in Füssen und zuvor vier Spielzeiten für die Kemptener Eisbären aktiv, ist momentan Topscorer seines Clubs und hat nach 21 absolvierten Partien 49 Punkte (19 Tore) gesammelt. Die Vorlagen des Routiniers finden meist einen dankbaren Abnehmer in seinem Landsmann Garrett Festerling. Der 21 Jahre alte Angreifer, der erst während der Saison in den Königswinkel kam und im Vorjahr für die Regina Pats in der WHL und die Oklahoma City Blazers in der CHL auflief, hat voll eingeschlagen und brachte es in 17 Matches für den EVF auf 48 Punkte (20 Tore). Damit hat Festerling nicht nur den enttäuschenden Jason Weitzel, für den die Position im Angriff des Altmeisters ursprünglich vorgesehen war, vergessen lassen, sondern sich gemeinsam mit Teamkollege Nadeau auch die Positionen fünf und vier der Topscorer-Wertung der Oberliga gesichert. Allerdings zog sich Festerling kürzlich einen Bruch des großen Zehs zu, als ihn beim Füssener 6:4-Coup beim EHC Klostersee ein Puck am Fuß traf. Aus diesem Grund fehlt der Stürmer morgen gegen den ECH. Dessen ungeachtet hat Füssen eine starke Angriffsabteilung, schließlich können nicht nur Festerling und Nadeau Tore schießen. An der geballten Offensivpower des Tabellensiebten der Oberliga Süd (36 Punkte) hat auch der ukrainische Puckkünstler Ruslan Bezshchasnyy gehörigen Anteil. Der 28 Jahre alte Angreifer glänzt mit 23 Assists aus genauso vielen Partien vor allem als Vorbereiter, ist nach einer Spieldauerdisziplinarstrafe beim 5:1-Sieg der Füssener in Erfurt am Freitag gegen Hannover allerdings gesperrt. Mit dem früheren Ravensburger Andrej Naumann und dem Ex-Berliner Tom Fiedler, der zuletzt in der 2. Bundesliga beim ETC Crimmitschau spielte, hat EVF-Coach Dave Rich jedoch weitere Akteure in seinem Kader, die durchaus einen „Scoring Touch“ besitzen und für – mitunter entscheidende – Treffer gut sind. Hinzu kommen in Füssen schon traditionell Nachwuchsakteure aus der heimischen Talentschmiede, die wie Florian Häfele, Markus Vaitl oder Johannes Mayr schon bewiesen haben, dass sie in der Oberliga verlässliche Stützen sind. Tragende Säulen in der Abwehr der Allgäuer sind zwei Kontingentspieler: Henri Virta und Nick Anderson. Der 24 Jahre alte Finne Virta – jüngerer Bruder des mittlerweile in Freiburg spielenden Turo Virta – ist mit 36 Punkten (11 Tore) nicht nur punktbester Defender seines Teams, sondern nach Punkten auch bester Verteidiger der gesamten Liga. Sein Teamkamerad Nick Anderson aus Kanada hat zwar insgesamt zehn Zähler weniger (25) auf seinem Konto, aber genau so viele Tore erzielt wie Virta. So rangiert der Rechtsschütze auf Rang sieben der Verteidigerwertung der Oberliga. Während dieses Duo also vorrangig für die offensiven Impulse im Spielaufbau verantwortlich ist, haben die Eigengewächse Christian Krötz, Florian Bindl und Routinier Robert Scharpf eher defensive Aufgaben. Für körperlich robustes Spiel steht der Ex-Stuttgarter Markus Wartosch, der ebenfalls dem Füssener Nachwuchs entstammt und gemeinsam mit etlichen Youngsters aus dem eigenen Talentschuppen die Abwehrriege des EVF komplett macht. Einer der jungen Cracks, der erst 17 Jahre alte Leopold Prantl, wird gegen die Großstadtindianer allerdings zuschauen müssen. Den Verteidiger zwingt eine Hüftverletzung zur Pause. Bis auf Prantl, Festerling und Bezshchasnyy hat Füssens Trainer Dave Rich jedoch seine Bestbesetzung zur Verfügung und kann auch zwischen den Pfosten auf ein ausgeglichenes und eingespieltes Duo vertrauen: André Irrgang und Christian Krüger. Beide haben jeweils zwölf Spiele absolviert, so dass man gespannt sein darf, wer gegen die Indians den Vorzug erhält. Während der 29 Jahre alte André Irrgang den Leopards bereits seit 1999 die Treue hält – der Linksfänger spielte zuvor in Weißwasser – und 2007/08 gegen die Eisbären Juniors Berlin bereits einen Shut-out verbuchen konnte, spielt Christian Krüger erst seit dieser Spielzeit wieder in Füssen. Zuletzt war der 24-jährige Rückkehrer, der zwischen 2002 und 2004 schon einmal am Füssener Kobelhang spielte, bei den Schwenninger Wild Wings in der 2. Bundesliga im Einsatz. Zweitliga-Erfahrung konnte Krüger auch in Bietigheim sammeln, zudem hat er insgesamt 22 DEL-Einsätze für Hamburg, Nürnberg und die Berlin Capitals absolviert. So stellen die Leopards des EV Füssen mit ihrer starken Offensive morgen eine hohe Hürde für die EC Hannover Indians dar, zumal mit Bryan Phillips, Roman Kondelik, Jan Welke und Michael Dahms weiterhin vier Akteure verletzt ausfallen. Um dennoch erfolgreich sein zu können, müssen die Großstadtindianer – zusätzlich noch ohne den Langzeitverletzten Steve Slaton – wie schon beim 5:3-Hinspielsieg am Pferdeturm im Oktober kompromisslos und engagiert in die Zweikämpfe, um Füssen nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Können Ryan Huddy, Jamie Chamberlain und die übrigen Angreifer der Blau-Weiß-Roten zudem die herausgespielten Torchancen besser nutzen als noch gegen Dresden, haben die Indianer - mit 44 Zählern momentan auf Position zwei der Oberliga Nord rangierend - alle Trümpfe auf ihrer Seite, die von Hauptschiedsrichter Franz-Josef Trainer (EHC Bad Aibling) geleitete Partie für sich zu entscheiden. |
| Autor: Niki Jaklitsch - Kommentare (0) - 08.12.2007 um 23:46 |
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