| Viel versucht, aber Eislöwen cleverer |
Schon Heimniederlage Nummer vier quittieren mussten am Freitag Abend die EC Hannover Indians gegen die Dresdner Eislöwen. Beim 3:5 (0:3,2:1,1:1) gegen den alten Oberligarivalen aus den Jahren 1999-2005 verdienten sich die Gastgeber gegen den abgezockteren Gast dennoch ein Lob für ihren nimmermüden Kampfgeist, denn wieder einmal war eine ECH-Partie auch nach einem zwischenzeitlichen 0:3 noch lange nicht entschieden.
Nur eine Woche nach dem Vergleich mit Südprimus Tölzer Löwen stand für die Indians gegen den klaren Nordfavoriten Dresdner Eislöwen der zweite `Zahltag` ins Haus. Über 3500 Zuschauer sorgten 60 Minuten lang für eine tolle Stimmung, wozu auch die Partie beitragen sollte, denn acht Tage nach dem Taktikfestival hieß es gegen die Sachsen in alter Tradition `Visier hoch und los`. Wie in den meisten der bisher absolvierten 32 Aufeinandertreffen sollte es auch am Abend kein langes Abtasten geben, die Indians, bei denen Neuzugang Kevin Du Reihe zwei um R. Huddy und J. Anderson als Center führte, brannten tolle fünf Anfangsminuten ab, konnten aber wie schon so häufig in den letzten Wochen tolle Einschusschancen nicht verwerten und fanden immer wieder ihren Meister in Eislöwenkeeper M. Marik. Die Eislöwen kamen nach fünf, sechs Minuten zu ersten eigenen Angriffen, hatten allerdings weiterhin ihr Augenmerk auf die Defensive zu legen, in der es insbesondere brannte, wenn K. Du und der auf der Außenposition gleich wieder etwas stärker wirkende R. Huddy zusammen wirbelten. Der Neu-Indianer war sofort präsent, zeigte sich stark am Bullypunkt, läuferisch exzellent und mit schneller Auffassungsgabe, auch spielerisch passte es mit seinen linemates auf Anhieb. Unter dem Strich jedoch zählen nur Tore und die so unglaublich erfahrene (über 500 DEL-Partien, rund 1400 Zweitligaspiele) Eislöwenmannschaft zeigte sich von allem hannoverschen Wirbel unbeeindruckt, brauchte selbst für Torerfolge nur minimalen Aufwand: dreimal wurde die Scheibe zwischen Minute 12 und Minute 20 vor den ECH-Kasten gespielt, dreimal schlug es hinter S. Agricola ein – M. Guggemos, R. Weilert und K. Gardner in Überzahl sorgten auf den Rängen für einen Schock, die eigentlich prima spielenden Indians lagen bei 20:00 scheinbar rettungslos im Hintertreffen. Mit bewundernswerter Moral betraten die Hannover Indians die Eisfläche für den zweiten Durchgang und versuchten weiter unermüdlich Gästekeeper M. Marik zu überwinden. Alle optische Überlegenheit sollte jedoch erst in Minute 30 fruchten, als S. Breiter in einer 4:4-Situation einen beherzten Antritt hinlegte und D. Meyer bediente, der direkt verwandelte (30.). Die schon ab Minute 21 auf Ergebnisverwaltung spielenden Gäste hatten mit den nun noch einmal bewundernswert hochschaltenden Indians in den folgenden Minuten ihre liebe Müh und Not, doch bewahrte die ohne A. Carciola und M. Rohde angetretenen Eislöwen ihr großartiges penalty-killing vor einem durchaus möglichen Kippen der Partie. Aus fünf Überzahlspielen am Stück resultierte für Hannover lediglich das 2:3-Anschlußtor, das T. Morrow bei 5:3-PP per Direktschuss von der blauen Linie erzielen konnte (38.). Kaum komplett zogen die Gäste sofort wieder etwas an, arbeiteten Dank ihrer individuellen Klasse ihrerseits ein 5:3-Überzahlspiel heraus und spielten dieses in Blitzmanier zum vorentscheidenden 2:4 aus, als D. Musial einen Agricola-Rebound sicher verwerten konnte (40.). Auch Abschnitt drei sollte spektakulär verlaufen. Gerade als eine weitere Eislöwen-Strafe abgelaufen war, stellte K. Doyle mit einem tollen Schlagschuss auf 3:4 (43.) – ein symbolisches Bild des unbedingten Willens Hannovers, denn nicht nur im Überzahlspiel zuvor war dem Kanadier das ein oder andere vermeintlich leichte Anspiel misslungen, doch ohne zu resignieren ging der Indians-Topscorer voran und brachte den Gastgeber wieder für kurze Zeit ins Spiel zurück. Noch bevor Hannover jedoch den Gästekasten weiter in Verlegenheit bringen konnte, schlug der Tabellenführer wieder eindrucksvoll zurück. Nach einem Bully im eigenen Drittel zelebrierten K. Gardner und D. Musial ihre Klasse mit einem Galakonter und sorgten mit dem 3:5 für die vermeintlich endgültige Entscheidung (48.), die der ECH immer noch nicht akzeptieren wollte. Alleine die drei 1:1-Situationen von K. Doyle, R. Huddy und J. Chamberlain, die alle alleine vor Eislöwenhexer M. Marik ihren Meister im tschechischen Torsteher fanden, hätten zwingend weitere Tore bringen müssen, beiden Teams unterliefen nun defensiv einige Stellungsfehler, was auf das zweite Drittel zurückzuführen war, als beide Teams über lange Zeit aufgrund pausenloser Über- und Unterzahl lediglich mit zweieinhalb Reihen gespielt hatten. Die Zuschauer freilich fanden Gefallen am pausenlosen Auf und Ab auf dem Eis, der ECH jedoch sollte auch in einer finalen 6:4-Situation nicht noch einmal verkürzen können, ein Schuss an den Innenpfosten des leeren Tores hätte vielmehr beinahe noch das 3:6 gebracht (60.). Fazit: auch wenn Indianer auf Eislöwen trafen, der Vergleich zweier Hunde umschreibt das Spiel am Abend besser. Hier das wuselig lebhafte Jungtier aus Hannover, das mit seinem Spieltrieb und seiner Begeisterung aber auch einer Spur Naivität Sympathien auf den Rängen sammelte, dort der betagte und erfahrene Veteran aus Dresden, der auf einen sicheren Keeper aufbauend nur dann den Kopf hob, wenn es ums Fressen (sprich: Tore) ging. Es bleibt zu hoffen, das die Hannover Indians ihre ungemein kraftraubende Aufholjagd nicht mit einem weiteren Rückschlag am Sonntag in Füssen werden bezahlen müssen. Den Dresdner Eislöwen kann beinahe zur Hälfte der Oberligarunde wohl bereits zu Platz 1 im Norden gratuliert werden. Einen Vorsprung von elf Punkten plus Nauheimheimspiel in der Hinterhand dürfte sich die clevere Truppe aus Sachsen nicht mehr nehmen lassen, schon am Sonntag dürfte der nächste Heimsieg in der Eisarena gegen den EC Peiting winken. Fr.,7.12.07: Hannover Indians – Dresdner Eislöwen 3:5 (0:3,2:1,1:1) Tore: 0:1 (12.) Guggemos, 0:2 (16.) Weilert, 0:3 (20.) Gardner 5-4, 1:3 (30.) Meyer 5 4-4, 2:3 (38.) Morrow 3 5-3, 2:4 (40.) Musial 5-3, 3:4 (44.) Doyle 17, 3:5 (48.) Musial. Strfm.: ECH 18 – DDE 30 Zusch.: 3507 HSR: Seckler Top(+): Wie sooft ist die Moral der Hannover Indians positiv zu erwähnen. Auch das Fehlen eines kompletten Blocks hinderte den ECH am Abend nicht daran, den bei 20:00 noch geschockten Anhängern noch eine tolle Partie zu liefen. Darüber hinaus ist das Debut von K. Du als gelungen zu bezeichnen. Flop(-): `Hoffentlich hebt der Schiedsrichter den Arm` - als Indiansfan muss man diesen ungewöhnlichen Gedanken 07/08 wohl häufiger haben, denn dass Hannover nach 24 Spielen überhaupt einen Play-Off-Platz belegt, das liegt fast ausschließlich an den tollen special teams. Heißt es allerdings 4:4, oder, wie zumeist, 5:5 auf dem Eis, dann weist das Zahlenmaterial erschreckende Werte von 5:7, bzw. 42:50 Toren auf. Als Mitfavorit bei gleicher Spielerstärke nach 24 Partien so deutlich im Minus, das kann nicht der Anspruch der Hannover Indians sein. GWG: D. Musial (40.) Beste Akteure: D. Meyer, K. Du - M. Marik, K. Gardner ECH: Agricola,(Jenike) – Morrow,Engel,Staltmayr,Baumgartner,Thomson,Sondermann – Chamberlain,Doyle,Breiter,Huddy,Du,Anderson,Suchomski,Meyer,Rohatsch,Krull. DDE: Marik,(Pascha) – Zajac,Weilert,Lundmark,Linke,Maier,Stolikowski – Musial,Sikora,Gardner,Schmerda,Cermak,Hruby,Guggemos,Vit,Glück,Mikesz,Pipp. |
| Autor: os - Kommentare (0) - 08.12.2007 um 00:00 |
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