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Mit Du ins Top-Duell gegen Dresden
Am Freitag blickt die Eishockey-Oberliga gespannt nach Hannover. Die gastgebenden EC Hannover Indians, mit 44 Zählern aktuell Zweiter der Gruppe Nord, empfangen die Dresdner Eislöwen zum Spitzenspiel in Deutschlands dritthöchster Spielklasse (07.12.2007, 20.00 Uhr, Eisstadion am Pferdeturm Hannover). Die Gäste aus Sachsen haben 52 Punkte auf ihrem Konto und belegen damit nicht nur souverän Rang eins im Norden, sondern untermauern auch ihren Anspruch auf eine sofortige Rückkehr in die 2. Bundesliga.



Auf dem Weg dorthin möchte der ECH allerdings zum Stolperstein werden und wie schon im Hinspiel, das 3:2 nach Verlängerung an die Eislöwen ging, punkten. Erstmals wird dabei Neuzugang Kevin Du mit der Rückennummer 72 für die Indians auflaufen. Der 22-jährige Kanadier kam zuletzt in neun Spielen für die Wheeling Nailers in der ECHL auf fünf Scorerpunkte (ein Tor). Zuvor spielte der rechts schießende Angreifer, der vietnamesischer Abstammung ist, vier Spielzeiten für Harvard University in der NCAA. 2006/07 konnte er dort in 33 Spielen 25 Punkte (fünf Tore) bei 27 Strafminuten für sich verbuchen.

Trotz der Neuverpflichtung - Du erhält zunächst einen Probevertrag - wird das Match gegen Dresden aber eine schwere Aufgabe für Seppi Staltmayr, Kyle Doyle und Co., kann doch Dresdens neuer Trainer Marian Hurtik eine routinierte Truppe ins Rennen schicken, die aufgrund ihrer Ausgeglichenheit neben den Tölzer Löwen wohl „der“ große Aufstiegsfavorit ist.


Hochkarätig sind bereits die Torhüterpositionen besetzt. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten in der Vorbereitung hat sich Michal Marik, vor der laufenden Spielzeit vom norwegischen Club Stjernen Hockey an die Elbe gewechselt, als ganz starker Rückhalt erwiesen. Dies belegt die Statistik des 32-jährigen Tschechen, der in seinem Heimatland zuletzt 2006/07 auch für den Erstligisten Mlada Boleslav spielte und zwei Jahre zuvor auch einmal beim HC Litvinov in der Extraliga zum Einsatz kam. Mit einem Gegentorschnitt von 2,49 pro Partie rangiert Marik nach 19 Matches ligaweit auf Rang sieben, sein Shut-out-Wert von drei Spielen ohne Gegentor weist ihn als Besten in dieser Disziplin aus.

Dem steht Norbert Pascha, nominell die Nummer zwei der Gäste, kaum nach. Der frühere Bayreuther hat nicht nur in seiner Zeit in Dresden (seit 2003) bewiesen, dass er zu den stärksten deutschen Keepern der Oberliga gehört. Dies untermauert der 26-Jährige derzeit mit einem Wert von 1,42 Gegentoren pro Match, der ihm nach fünf Partien Rang vier in der ligaweiten Statistik einbringt. So kann Dresden auf zwei Torhüter bauen, die gerade in dieser Kombination zum Stärksten gehören, was die gesamte Oberliga zu bieten hat.


Die Ausgeglichenheit der Defensive setzt sich bei den Verteidigern fort. Herausragender Akteur ist momentan der Ex-Peitinger Jason Lundmark. Der 24 Jahre alte Kanadier bringt mit 1,93 Meter Körpergröße nicht nur Gardemaß in die Abwehr, sondern glänzt mit 28 Punkten (12 Tore) in 22 Spielen auch als Aktivposten für Powerplay und Spielaufbau (und ist zugleich nach Punkten viertbester Defender der gesamten Oberliga). In diese Kategorie fällt auch Roman Weilert. Der frühere Heilbronner, der zuvor in Regensburg und der Lausitz lange Jahre Zweitliga-Erfahrung sammeln konnte, hat bereits fünf Tore erzielt und in 21 Partien 13 weitere vorbereitet.

Nach durchwachsenem Beginn konnte sich der Slowake Martin Zajac, der vom Extraligisten HK 36 Skalica im Sommer 2007 aus seinem Heimatland nach Dresden kam, auf hohem Niveau in seinen Leistungen stabilisieren. Mit 17 Scorerpunkten (sieben Tore) leistet der 26-Jährige einen wichtigen Beitrag zur Offensivkraft der Dresdner Hintermannschaft. Vorrangig defensive Aufgaben hat hingegen der frühere Weißwasseraner Marcel Linke, der seit 2005 für Dresden aufs Eis geht und in dieser Spielzeit bislang 13 Punkte auf seinem Konto verbuchen konnte (drei Tore in 22 Matches). Vervollständigt wird der Eislöwen-Defensivverbund von Tobias Stolikowski (sieben Scorerpunkte, davon ein Treffer, in 14 Spielen) und Youngster Andreas Maier (20 Jahre, 22 Spiele, vier Vorlagen), die im abgelaufenen Spieljahr noch gemeinsam mit Roman Weilert für die Heilbronner Falken aufliefen und dort wichtige Eckpfeiler in dem Team waren, das den Aufstieg in die 2. Bundsliga schaffte. Von ihrer Erfahrung wollen nun auch die Elbstädter profitieren, deren letzte Stelle in der Abwehr mit Martin Hamann besetzt ist. Der letztjährige Kaufbeurer konnte aufgrund einer langwierigen Verletzung bislang jedoch erst ein Saisonspiel absolvieren und muss erst wieder zu seiner Form finden. Dennoch ist die Eislöwen-Defensive gut bestückt und zeichnet sich auch dadurch aus, dass über die einzelnen Positionen hinweg kaum ein Leistungsgefälle sichtbar ist.


Dies trifft auch auf den Sturm der Gäste zu. Zwar rangiert Topscorer Kevin Gardner, letztes Jahr noch für den EV Füssen aktiv und bei den Oberliga-Topscorern auf Platz sieben zu finden, mit 42 Punkten (davon 15 Tore) aus 22 Spielen klar vor Petr Sikora. Der Tscheche, zuletzt für den SC Riessersee am Puck und zwischen 2001 und 2006 schon einmal für die Eislöwen im Einsatz, kann nach 22 Matches 36 Punkte (neun Tore) vorweisen, doch haben insgesamt sechs Angreifer aus Dresden bereits 15 oder mehr Scorerpunkte erzielt – beim ECH ist dies erst fünf Stürmern gelungen. Neben Gardner und Sikora bauen die Dresdner vor allem auf die Treffer des Ex-Wolfsburgers David Musial, der 2004/05 mit den Grizzly Adams noch in der DEL spielte. In der laufenden Saison, seiner dritten im Dresdner Dress, hat der 32 Jahre alte Angreifer in 22 Spielen zwölfmal selbst getroffen und 17-mal die Scheibe für seine Mitspieler zum Torerfolg aufgelegt.

Besonderes Augenmerk wird der ECH am Freitag sicher Petr Hruby zukommen lassen. Der frühere Regensburger durfte sich im Hinspiel im Oktober über drei Tore freuen, womit er die Großstadtindianer in Dresden quasi im Alleingang auf die Verliererstraße schickte. Insgesamt kommt der 31-Jährige nach 21 Spielen auf eine Bilanz von zehn Toren und 16 Assists. Genauso viele Zähler, allerdings nur fünf Tore, hat David Cermak nach 22 gespielten Partien auf seinem Punktekonto. Mit 37 Jahren gehört der gebürtige Tscheche zu den erfahrensten Cracks der Eislöwen und kann in Deutschland auf Stationen in Regensburg, Crimmitschau, Schweinfurt, Hassfurt, Bayreuth und zuletzt wieder Regensburg zurückblicken.

Noch nicht ganz so weit herumgekommen, aber auch 15 Jahre jünger, ist Michael Schmerda. Vor seinem Engagement in Dresden spielte der Freiburger bei seinem Heimatclub in DEL und 2. Bundesliga. In der laufenden Saison stehen für ihn nach 22 Spielen neun Tore und sechs Assists zu Buche, so dass der Angreifer die Dresdner Riege der „15-Punkte-Stürmer“ komplettiert.

Ein besonderes Match wird die Partie am Pferdeturm sicher für Markus Rohde. Der 28-Jährige wechselte vor der Saison nach zwei Spielzeiten im Dress des ECH Richtung Dresden und wird gegen seine alten Teamkameraden voll motiviert sein – wie allerdings auch die verbliebenen Indians-Cracks im Duell mit ihrem früheren Mitspieler. Vervollständigt wird Dresdens Abteilung Attacke durch den bereits seit 2002 bei den Eislöwen aktiven Pavel Vit, den Ex-Selber Klilian Glück und Markus Guggemos, der in der vergangenen Spielzeit für die Zweitligisten Wolfsburg und Essen auflief.

Zudem gibt Eislöwen-Cheftrainer Marian Hurtik, der zuletzt zwei Jahre lang den Bayernligisten Pinguine Königsbrunn coachte und zwischen 1998 und 2000 Assistenztrainer des damals noch als Nürnberg Ice Tigers firmierenden DEL-Clubs Sinupret Ice Tigers war, auch zwei jungen Talenten die Chance, sich in der Oberliga zu präsentieren und endgültig durchzubeißen. Jiri Mikesz (zuletzt Eisbären Juniors Berlin/OL) und Erik Pipp (zuletzt ESV Kaufbeuren/2. BL), beide 20 Jahre alt, wollen in der Elbmetropole endgültig den Durchbruch zum Stammspieler schaffen. Verzichten müssen die Gäste beim Gastspiel in Hannover allerdings auf Adriano Carciola. Der Ex-Kasseler ist nach einer Spieldauerdisziplinarstrafe, die er am Sonntag gegen Bad Tölz kassierte, gesperrt.



Ungeachtet dieses Ausfalls sind die Dresdner Eislöwen in allen Mannschaftsteilen ausgeglichen und hochkarätig besetzt. Die EC Hannover Indians werden am Freitag (geleitet wird die Partie von Hauptschiedsrichter Roland Seckler vom TuS Geretsried) also bis an ihre Leistungsgrenze gehen müssen, um dem Favoriten ein Bein stellen zu können. Gegen das zweitbeste Überzahlteam der Liga (Erfolgsquote 25,76 %, die Indians nehmen mit 21,74 % Rang sechs dieser Wertung ein) müssen die Niedersachsen – mit einer Penalty-Killing-Quote von 86,86 % ihrerseits zweitbestes Unterzahlteam (mit einer Quote von 87,88 % schneidet nur Dresden noch besser ab) – engagiert und clever in die Zweikämpfe gehen, um die starken Techniker aus der sächsischen Landeshauptstadt nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Zudem gilt es für die Schützlinge von Trainer Joe West, geduldig und mit möglichst geringer Fehlerquote zu agieren und unnötige Strafzeiten zu vermeiden. Schlagen die Großstadtindianer im entscheidenden Moment dann eiskalt zu und verwerten die voraussichtlich wenigen Torchancen konsequent, bestehen gute Aussichten auf einen stimmungsvollen Eishockey-Abend mit dem besseren Ende für die EC Hannover Indians.
Autor: Niki Jaklitsch - Kommentare (0) - 06.12.2007 um 13:43

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