| Kurioses Spiel und nur ein Punkt |
Ein sicher nicht alltägliches Spiel war die Freitagspartie der Eishockey-Oberliga zwischen dem TEV Miesbach und den EC Hannover Indians. Die favorisierten Niedersachsen – in der Nordgruppe auf Tabellenplatz zwei rangierend – unterlagen dabei dem gastgebenden Letzten der Südgruppe nach Penaltyschießen mit 5:6 (1:4, 4:1, 0:0) und nehmen so statt der erhofften drei Zähler lediglich einen Punkt mit auf die lange Rückreise.
Über Durchgang eins wird man im Lager der EC Hannover Indians wohl noch lange Zeit einen möglichst großen Mantel des Schweigens legen wollen. Die Schützlinge von Trainer Joe West, bei denen Jan Welke aufgrund von Leistenproblemen und Robin Thomson schulisch bedingt fehlten, waren in Oberbayern noch nicht richtig angekommen, als es bereits vier Mal hinter Roman Kondelik eingeschlagen hatte. Miesbach nutzte Hannovers fehlende Präsenz eiskalt aus und stellte das Ergebnis bis zur 16. Spielminute durch Patrick Neundorfer (2), Max Cousins und Florian Curth auf 4:0. Auch eine Auszeit nach drei Gegentreffern brachte die Großstadtindianer nicht richtig ins Spiel, im ersten Durchgang schien es lange Zeit so, als seien die Gäste aus Norddeutschland überhaupt nicht auf dem Eis. Immerhin gelang Jamie Chamberlain mit dem 1:4 aus Sicht des ECH nach 18 gespielten Minuten im Powerplay ein erster Weckruf. In der Drittelpause richtete Joe West offensichtlich die richtigen Worte an seine Cracks, die wie verwandelt aus der Kabine kamen. Spielte in Durchgang eins eigentlich nur der TEV Miesbach, waren es im Mittelabschnitt die Indians, die die Regie übernahmen und Tor um Tor aufholten. Binnen fünfeinhalb Minuten (22.-27.) hatten Sven Breiter und Topscorer Kyle Doyle per Doppelschlag das Match zum 4:4 egalisiert. Hannover bekam nach der Aufholjagd die „zweite Luft“ und war nun klar Spiel bestimmend. Ryan Huddy münzte die Überlegenheit in Tore um, als er seine Farben mit dem 5:4 nach gut der Hälfte der Partie erstmals in Front brachte (31.). In der Folgezeit versäumte es Hannover, aus seinen Chancen weiteres Kapital zu schlagen und den Sack zuzumachen. So kam es, wie es kommen musste, denn Miesbachs Andreas Veicht sorgte nach 39 Minuten wieder für das Unentschieden – 5:5, zugleich der Stand vor dem Schlussabschnitt. Dort hatte der TEV Miesbach wieder mehr vorm Spiel, konnte jedoch ebenso wenig einen Treffer erzielen, wie die Großstadtindianer, die sich mit den aufopferungsvoll kämpfenden Bayern sehr schwer taten. So fiel die Entscheidung im Penaltyschießen. Während alle Schützen der Indians scheiterten, gelang Miesbachs Patrick Neundorfer der Game Winnig Shot gegen Roman Kondelik. So durfte sich der TEVM über zwei verdiente Zähler freuen, während die EC Hannover Indians aufgrund eines „verschlafenen“ ersten sich – nicht zu unrecht – mit nur einem Zähler begnügen mussten. Die Cracks von Trainer Joe West haben am spielfreien Sonntag die Möglichkeit zu einer kurzen Erholungspause. Nach einer eingehenden Analyse des Matches in Miesbach gilt es dann am Dienstag beim Aufsteiger Saale Bulls Halle (27.11.2007, 19.00 Uhr), mit einer über die volle Spielzeit hoch konzentrierten Leistung die richtige Reaktion zu zeigen und drei Punkte einzufahren. TEV Miesbach – EC Hannover Indians 6:5 n.P. (4:1, 1:4, 0:0) Tore: 1:0 (03:11) Patrick Neundorfer (Andrew Schembri), 2:0 (05:54) Florian Curth (Dory Tisdale), 3:0 (09:30) Patrick Neundorfer (René Müller), 4:0 (15:35) Max Cousins (Andrew Schembri), 4:1 (17:34) Jamie Chamberlain (Kyle Doyle, Dennis Meyer) 5-4, 4:2 (21:24) Sven Breiter (Nils Sondermann, Seppi Staltmayr), 4:3 (23:12) Kyle Doyle (Peter Baumgartner, Jamie Chamberlain) 5-4, 4:4 (26:42) Kyle Doyle (Jamie Chamberlain, Peter Baumgartner) 5-3, 4:5 (30:04) Ryan Huddy (Jamie Chamberlain, Bryan Phillips), 5:5 (38:06) Andreas Veicht, 6:5 (65:00) Patrick Neundorfer (GWS) |
| Autor: Niki Jaklitsch - Kommentare (0) - 23.11.2007 um 23:41 |
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