| Schwache Partie, aber weiterer Dreier |
Gegen den EHC Thüringen drei Punkte eingefahren und sich Dank des Rostocker Patzers gegen Peiting zusammen mit Dresden etwas abgesetzt – dies waren bereits alle positiven Schlagzeilen für die Hannover Indians nach einem wenig schön anzusehenden 6:3 (2:0,2:3,2:0)-Sieg gegen die Gäste aus Erfurt. Weniger erfreulich hingegen die spielerische Darbietung des ECH über die gesamte Spielzeit, dazu schmerzen die gleich zwei in der Schlussminute von HSR Kühnel aufgebrummten Spieldauerdiszis gegen K. Doyle und J. Anderson, die damit am Freitag beim Gastspiel in Deggendorf fehlen werden.
Ohne Kanadarückkehrer R. Thomson und auch ohne den für die anstehenden Aufgaben geschonten R. Kondelik startete Hannover sehr verhalten in die erste Partie nach der gut neuntägigen Deutschlandcuppause. Nicht selten verraten bereits die ersten Spielminuten etwas über die Tagesform eines Teams – die des ECH war wieder einmal nahtlos die gleiche wie die des Gegners, zum x-ten Male heuer passte man sich dem Niveau des Kontrahenten an. Schön, wenn das gegen Topteams wie B. Tölz und Dresden der Fall ist, unschön, wenn dies auch gegen Deggendorf, Passau, Miesbach oder eben Erfurt geschieht. Die ersten Minuten gingen in der Tat an den bislang auswärts mauen Gast, doch bereits mit dem ersten Torschuss ging Hannover prompt mit 1:0 in Führung. R. Huddy traf sehenswert aus der Drehung, die Uhr zeigte zu diesem Zeitpunkt allerdings schon 7:55. Der gleiche Spieler sollte noch vor der Drittelpause auf 2:0 erhöhen (19.), als der einzige gelungene Spielzug des Abends über S. Breiter und M. Rohatsch bei angezeigter Strafe durch den Kanadier die höchste Saisonführung bei 20:00 brachte. Nicht wenige Indiansfans warfen während der Drittelpause einen interessierten Blick in Richtung Eismaschine, doch anders als im Herbst 2000, als ein Hydraulikschlauch an der Zamboni riss, war heute die Partie gegen Erfurt nach dem ersten Drittel nicht beendet (auch damals hatte es 2:0 – Kolesnikov, Stevens – geheißen, die Neuansetzung brachte dann ein 7:3). Im Nachhinein bedauerlich, denn die restlichen 40 Minuten waren alles andere als erwärmend. Hier der für seine Verhältnisse – mit H. Kulczynski, M. Schneider und M. Pinizzotto mussten wegen eines Infekts gleich drei unverzichtbare Akteure in Thüringen bleiben – sehr ordentlich agierende Gast, dort ein spielerisch bescheidener Gastgeber, der große Schwächen schon im Spielaufbau offenbarte, sich spielerisch selbst gegen fünf letztjährige Regionalligadefender nie in Szene setzen konnte und die wenigen Topchancen gewohnt fahrlässig versiebte. Der fünfte Gewinn eines Auswärtsdrittels war für Erfurt ein schönes Etappenziel, den nur 1403 Zuschauern war angesichts des knappen Drittelstandes von nur 4:3 etwas unwohl, waren doch gerade den Gegentoren zwei und drei schlimme individuelle Fehler vorausgegangen, S. Agricola, durchaus mit einer guten Partie, hatte gar noch Schlimmeres verhindert. Mit zwei schnellen Toren zum 5:3 und 6:3 durch D. Meyer und die Trefferpremiere von N. Sondermann am Pferdeturm (zweites Tor im Seniorenbereich überhaupt) gegen den vom Bewegungsablauf suboptimalen K. Fischer im EHC-Tor ward zumindest der Drei-Punkte-Erfolg schnell gesichert, den Gästen allerdings reichte auch ohne den mit Kreislaufkollaps an der Bande zusammengebrochenen erneut luftig gekleideten Coach S. Kagerer (die Hannover Indians wünschen Gute Besserung) eine solide Grundordnung in der eigenen Zone, um sämtlichem weiteren Unheil Herr zu werden, da der ECH weiterhin keine spielerische Linie fand und praktisch ohne Torchancen blieb. Als in Minute 60 nach einem Gerangel hinter dem ECH-Tor dann K. Doyle und L. Heise jeweils eine Zwei-Minuten-Strafe bekamen, hatte HSR Kühnel, bis hierher – ohne, dass es spielentscheidend gewesen wäre – im Zweifel stets pro Erfurt eingestellt, seinen großen Auftritt: schon dass seine Linesmen die Kontrahenten nicht zur Bank begleiteten, sondern sie erneut aneinandergeraten ließen, war ein schwaches Bild; dass allerdings im Anschluss an die heftige Auseinandersetzung K. Doyle 5+Spieldauer kassierte und sein Kontrahent straffrei (!) ausging, dies war reine Willkür des Streifenhörnchens, das bereits am Rande des KKH-Cups in der Saisonvorbereitung für einige Aufregung gesorgt hatte. Die Einmischung J. Andersons in die Keilerei hingegen kann man sicherlich mit einem Ausschluss ahnden. Fazit: „Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss“ – von Woche zu Woche passt dieser Ausspruch besser zu den Hannover Indians, die nur Dank der besseren Individualisten am Abend als Sieger vom Eis gingen, in puncto Spielfluss, Spielfreude und Spielverständnis jedoch fast alle Wünsche offen ließen und auch den Schwachpunkt Torhüter beim EHC nicht im Geringsten zu nutzen wussten. Niemand würde sich freilich wundern, wenn nun gleich am bevorstehenden Wochenende wieder zwei stärkere Auftritte folgen würden, denn „ohne zwei“ im Angriff am Freitag in Deggendorf und am Sonntag im Heimschlager gegen Rostock wird Hannover wieder mehr gefordert werden. Steigt auch prompt wieder das eigene Leistungsvermögen? Di.,13.11.07: Hannover Indians – EHC Thüringen 6:3 (2:0,2:3,2:0) Tore: 1:0 (8.) Huddy 9, 2:0 (19.) Huddy 10 6-5, 3:0 (25.) Suchomski 3, 3:1 (30.) Nickel, 4:1 (30.) Anderson 4, 4:2 (30.) Müller, 4:3 (36.) Corbett, 5:3 (43.) Meyer 4, 6:3 (45.) Sondermann 1. Strfm.: ECH 24 +Spdd. f. Doyle + Spdd. f. Anderson – EHC 8 Zusch.: 1403 HSR: Kühnel GWG: J. Anderson (30.) Beste Akteure: S. Agricola, T. Morrow – P. Vait, Z. Marak ECH : Agricola,(Jenike) – Morrow,Engel,Dahms,Baumgartner,Sondermann,Staltmayr – Welke,Huddy,Deml,Anderson,Doyle,Krull,Chamberlain,Meyer,Phillips,Rohatsch,Suchomski,Breiter. EHC : K.Fischer,(Ohmann) – Vait,Kämmerer,Wright,Hofmann,Basse,Heise – Mehalko,Marak,Buchwieser,Corbett,Hackert,Müller,Zander,Otte,Nickel,C.Fischer |
| Autor: os - Kommentare (0) - 13.11.2007 um 23:18 |
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