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Mit Heimniederlage in die Pause
InfoErstmals 07/08 gegen einen Südvertreter punktlos und erst zum dritten Male in der Ära J. West daheim ohne Zähler geblieben sind am Sonntag Abend die EC Hannover Indians. In einer spannenden und völlig ausgeglichenen Partie waren es einmal nicht die Indians, die ein Spitz auf Knopf stehendes Spiel kurz vor Schluss für sich entschieden, vielmehr kam der auswärtsstarke und am Pferdeturm schon immer gut aussehende EC Peiting in Minute 57 durch einen Penalty zum 3:2 (2:1,0:1,1:0)-Erfolg. Am Ende zweifellos kein unverdienter Sieg, beide Teams hätten allerdings am Abend Zähler verdient gehabt, so dass eine Overtime die Kräfteverhältnisse auf dem Eis wohl treffender wieder gegeben hätte.

Erneut ohne S. Slaton und R. Thomson antretend war der Start ins Spiel für Hannover schleppend verlaufen. Die beste Defensive des Südens machte vom Eröffnungsbully an klar, dass erst 41 Gegentore in 14 Spielen nicht von ungefähr kamen. Dem zunächst leicht verunsichert auftretenden 19-jährigen Goalie S. Vajs wurde praktisch sämtliche Arbeit durch glänzendes Agieren in der eigenen Zone abgenommen, konsequentes Stören der vier Gästereihen und das geschickte Verengen der Räume im Mitteldrittel taten ein übriges dazu, dass der Gast im ersten Abschnitt unter dem Strich den etwas besseren Eindruck machte. Ein Knallbonbon von P. Baumgartner im zunächst noch gut funktionierenden Powerplay stellte früh auf 1:0 (6.), drei weitere Überzahlspiele verpufften jedoch, so dass ein Elche-Doppelschlag binnen 35 Sekunden in Minute 15 den Spielverlauf zur ersten Pause durchaus korrekt wiedergab. Die Tore von J. Mares und A. Hack aus Nahdistanz waren eine empfindliche Bürde für den zweiten Durchgang.

In diesem schaltete Hannover folgerichtig einen Gang hoch und hätte der Partie frühzeitig eine Wende geben können. R. Huddy (22.) und K. Doyle (28.) scheiterten jedoch mit Lattenschüssen, während B. Phillips bei einem break-away in Unterzahl wieder einmal das nötige Abschlussglück fehlte (32.). Das dennoch erzielte 2:2 (26.) war Resultat eines tollen Spielzuges über B. Phillips und D. Meyer, der J. Chamberlain mit einem Querpass vor dem Tor bediente. Bei weiteren Torchancen – insbesondere in einem 100-sekündigen 4:3-Powerplay zum Drittelende – hatten die Indians kein Zielwasser getrunken, mussten aber bei 40:00 trotzdem froh sein nicht sogar hinten zu liegen, da in Durchgang zwei dem ECP fast sechs Minuten Überzahl beschert wurden. Ein guter S. Agricola und mehrere das Tor nur knapp verfehlende Schüsse der Gäste verschonten Hannover jedoch und ließen den ECH heuer bereits zum zehnten Male (!) mit einem Unentschieden in den letzten Abschnitt starten.

Dank einer Bilanz von bislang 7:2 Siegen aus solch knappen Partien starteten die Indians mit ihren nur rund 2300 Fans optimistisch in die letzten 20 Minuten. Zwei Teams auf Augenhöhe belauerten sich nun und erhofften den entscheidenden Patzer der Partie jeweils beim Gegner vorzufinden. Während der ECH als Heimteam eine Nuance aktiver erschien und sich im Anschluss an eine erste Topchance durch J. Welke (48.) Dank dreier weiterer Powerplays ein optisches Plus erspielte, verblüffte die Klasse, mit der der ECP defensiv aufwartete. Rund um den knapp 40 Minuten Eiszeit abreißenden M. Vavrusa verriet der Gast 60 Minuten lang aber auch nicht einen Wackler in der eigenen Zone und suchte auch weiterhin – zumeist über den ganz starken J. Mares – sein Heil in eigenen Angriffen. Ausgerechnet dem bis dahin spielerisch überzeugenden Ex-Peitinger R. Huddy sollte dann in der Crunchtime der entscheidende Fehler unterlaufen. Möglicherweise genervt vom zweitbesten Unterzahlspiel der Liga unterlief dem Kanadier an der gegnerischen blauen Linie beim Versuch einen Gegner aussteigen zu lassen der spielentscheidende Puckverlust. Sein Landsmann bei den Elchen, S. Barg, ging in Unterzahl auf und davon, ward regelwidrig am Einschuss gestört, verwandelte aber den folgerichtig verhängten Penalty gegen S. Agricola eiskalt. Ein Bewerbungsvideo des ansonsten unauffälligen ECP-Neuzugangs, der als Topscorer Peitings natürlich ein potentieller Neuzugang am Pferdeturm für 2008/09 ist...
Der bereits beim Phillips-Solo in Durchgang zwei im entscheidenden Moment hellwache Gästekeeper wurde dann in den Schlussminuten zum Vater des Triumphs der Mannen von der Peitnach, als K. Doyle alleine vor S. Vajs scheiterte und auch im allerletzten Powerplay kein Vorbeikommen am 19-jährigen war.

Mit ihrem Sieg beim Spitzenteam Hannover Indians dürfte der ECP nun auch die letzten Oberligafans auf sich aufmerksam gemacht haben. Bedingt durch eine Partie weniger im Tabellenbild noch nicht ganz vorn auftauchend, hatten die Schlagzeilen 07/08 im Süden bisher lediglich B. Tölz, Klostersee und Freiburg gehört, doch schon das 9:1 gegen Halle am Freitag mit acht deutschen Torschützen hatte aufhorchen lassen – der heutige Sieg nun bietet glänzende Perspektiven. Ist so ein Coup auch nach der Länderspielpause in Rostock möglich?
Für den EC Hannover ist die knappe Niederlage ärgerlich, aber kein Beinbruch. Zwar zieht der Hauptkontrahent um Platz eins im Norden, die Dresdner Eislöwen, nun wieder an den Indians vorbei, doch mit Spielen gegen Erfurt (H) und Deggendorf (A) kann der ECH nach der neuntägigen Pause möglicherweise gleich wieder voll durchstarten. Am Willen des Teams heute den Dreipunkteerfolg zu holen gab es am Abend nichts auszusetzen, was fehlte war – wieder einmal – das nötige Glück im Abschluss.


So., 4.11.07:
Hannover Indians – EC Peiting
2:3
(1:2,1:0,0:1)

Tore: 1:0 (6.) Baumgartner 6 5-4, 1:1 (15.) Mares, 1:2 (15.) Hack, 2:2 (28.) Chamberlain 9, 2:3 (57.) Barg (P).

Strfm.: ECH 12 – ECP 20

Zusch.: 2267

HSR: Ninkov

Top(+): Die Indians im oberen Viertel der Fairplaywertung mit unter 18 Strafminuten im Schnitt? Das gabs – sollte man dies bis ins Frühjahr so durchhalten – als Hannover Indians noch nie. Nach diversen letzten Rängen in dieser Statistik erstaunt die gute Platzierung angesichts der doch stets eng verlaufenden Partien und dem eher kämpferisch-arbeitenden Stil des Teams – J. West hat hier ganze Arbeit geleistet.

Flop(-): Null Fortune bei der abendlichen Spielplanansetzung: während man seit April 2006 Freitags stets daheim punktet, muss man als Indiansfan Dienstags, Samstags und Sonntags leider immer mal wieder mit Nullrunden rechnen. Liegts an der dann weniger euphorischen Stimmung auf den Rängen?

GWG: S. Barg (57.)

Beste Akteure: J. Chamberlain – M. Vavrusa, J. Mares

Bes.:
- Phänomen A. Hack: in drei Oberligaspielzeiten bringt es der 21-jährige auf zwei eigene Tore, beide erzielt am hannoverschen Pferdeturm, keines davon allerdings gegen R. Kondelik.
- Heute hier kein Tor, sonst eine Stärke: im Intervall 56.-60. Spielminute verzeichnet Hannover heuer schon 11 Tore. Zum Vergleich: 06/07 waren es in der gesamten Saison nur 11.

ECH: Agricola,(Kondelik) – Morrow,Engel,Staltmayr,Baumgartner,Sondermann,Dahms – Deml,Huddy,Welke,Phillips,Meyer,Chamberlain,Anderson,Doyle,Krull,Rohatsch,Suchomski,Breiter.

ECP: Vajs,(Sievers) – Vavrusa,Vogler,Kößl,K.Orr,Hain,Zeck,Schöpf – D.Orr,Barg,Krabbat,Saal,Mares,Guggenmos,Keppeler,Müller,Hack,Rehle,Wichert,Meier.
Autor: os - Kommentare (0) - 04.11.2007 um 22:29

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