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Schwere Aufgabe gegen den EC Peiting
InfoAm morgigen Sonntag (04.11.2007, 19.00 Uhr, Eisstadion am Pferdeturm Hannover) empfangen die EC Hannover Indians den EC Peiting zum Kräftemessen in der Eishockey-Oberliga. Gegen die Bayern, zuletzt mit 9:1 gegen die Saale Bulls des Aufsteigers ESC Halle 04 erfolgreich, tun sich die Großstadtindianer beinahe schon traditionell schwer. Im vergangenen Spieljahr mussten sie eine 3:4-Heimniederlage hinnehmen und sich in Peiting 2:3 nach Penaltyschießen und 2:3 nach regulärer Spielzeit geschlagen geben. Das zweite Heimspiel am Pferdeturm entschied der ECH hingegen 5:3 für sich. Auch wenn über 60 Minuten ein heißer Tanz bevorstehen wird gegen das junge Team von Peitings Coach Alexej „Leos“ Sulak, sind natürlich morgen drei Punkte das erklärte Ziel der Indians.


Mit einem der jüngsten Torhüter-Dreigestirne der Oberliga belegt der ECP in der Südgruppe mit 24 Zählern aktuell Rang fünf. Nachdem der ursprünglich für den Platz zwischen den Pfosten vorgesehene Tscheche David Adamec die Erwartungen nicht erfüllen konnte und bereits nach wenigen Einsätzen seine Koffer packen musste, vertrauen die Gäste auf zwei Förderlizenz-Torhüter des DEL-Partners Augsburger Panther. Der 19-jährige Stefan Vajs hat nach 10 Einsätzen bei einem Gegentorschnitt von 2,86 pro Spiel bereits einen Shut-out auf seinem Konto, während der 18 Jahre alte Markus Keller nach fünf Partien auf 2,96 Gegentreffer pro Partie kommt (zum Vergleich: ECH-Kultkeeper Roman Kondelik hat nach 11 Matches 2,59 Gegentore pro Spiel vorzuweisen, Sandro Agricola nach vier Einsätzen 3,00). Dritter in der Gilde der jungen Torhüter ist Eigengewächs Nicolas Sievers. Der 20-Jährige war zuletzt Torhüter der Peitinger Bundesliga-Junioren und wird sicher auch im Seniorenbereich die eine oder andere Chance bekommen, sein Talent zu zeigen.


Dass die Elche des EC Peiting derzeit mit 41 Gegentreffern den zweitbesten Wert aller Oberliga-Teams aufweisen – lediglich die Dresdner Eislöwen sind mit 32 Gegentoren noch weniger anfällig – ist jedoch nicht nur Verdienst starker Torhüter, sondern auch einer sattelfesten Abwehr. Stützen sind hier insbesondere der vom tschechischen Erstligisten Havirov Panthers gekommene Milos Vavrusa und der auch schon in Landsberg aktive Werner Kößl. Der 29 Jahre alte Linksschütze Vavrusa ist zudem mit 13 Punkten aus 14 Spielen (drei Tore) Peitings zweitbester Defensivscorer. Übertroffen wird er nur noch vom 27-jährigen Werner Kößl, der mit 14 Zählern aus genau so vielen Matches (fünf Tore) derzeit auf Platz zehn der Verteidiger-Scorerwertung der Oberliga rangiert. Wichtiger Mosaikstein der Abwehr ist auch Reiner Hain. Der seit 2005 wieder für seinen Heimatclub aktive Rechtsaußen (war zuvor in Landsberg) wurde in dieser Spielzeit von Coach Leos Sulak zum Verteidiger umgeschult und glänzt seitdem mit viel Routine und Übersicht. Die zeichnet auch Thomas Zeck aus, der mit seiner Erfahrung ein ruhender Pol in der Hintermannschaft ist und ab und an im Powerplay auch offensive Akzente setzen kann. Komplettiert wird der Defensivverbund von Rückkehrer Hubert Schöpf (vom SC Riessersee), Fabian Weyrich, Mario Kögler und Nikolaus Meier. Zudem kann der ECP per Förderlizenz im Bedarfsfall auch auf den früheren Heilbronner Heiko Vogler zurückgreifen, der mittlerweile bei den Augsburger Panthern in der DEL unter Vertrag steht.

Eine besondere Art von Familienzusammenführung durfte Doug Orr kürzlich erleben. Peitings stürmender Rechtsaußen spielt seit dem vergangenen Wochenende wieder mit seinem Bruder in einem Team. Als Ersatz für den hinter den Erwartungen zurückbleibenden Kamil Drimal verpflichteten die Gäste aus dem bayerischen Oberland Kyle Orr. Er absolvierte in der vergangenen Spielzeit 14 Partien für die Phoenix Roadrunners aus der nordamerikanischen Minor League ECHL und kam zudem auf 32 Einsätze für die Arizona Sundogs (CHL). Gegen Miesbach, den EHC Klostersee und Halle feierte der 22-jährige Kanadier ein viel versprechendes Debüt im Peitinger Dress und die Verantwortlichen hoffen, dass er der Hintermannschaft noch mehr Stabilität verleihen und zudem für offensive Impulse sorgen kann.


Kyle Orrs Vorlagen kann dann beispielsweise Simon Barg verwerten. Der 24-Jährige, zuletzt für die University of Toronto in der College-Liga CIS aktiv, ist mit 25 Punkten (13 Tore) aus 14 Spielen momentan fleißigster Punktesammler der Gäste. Seinen Teil zum Erreichen der Play-offs beitragen will auch Doug Orr. In der vergangenen Spielzeit sammelte der 26 Jahre alte Kanadier für die Rio Grande Valley Killer Bees, Youngstown Steelhounds und Arizona Sundogs – allesamt in der CHL beheimatet – in 33 Matches insgesamt 17 Scorerpunkte (zehn Tore). Bei seinem ersten Europa-Engagement hat sich Doug Orr rasch zum Führungsspieler des EC Peiting entwickelt. Solch eine Rolle fällt auch Jaroslav Mares zu. Der 30-jährige Tscheche kam gemeinsam mit Milos Vavrusa aus Havirov an die Peitnach und verbuchte in der vergangenen Saison in 13 Einsätzen in der 1. Liga Tschechiens vier Punkte (zwei Tore) auf seinem Konto.

Neben erfahrenen Kontingentspielern bauen die Elche auch auf eine Reihe routinierter Deutscher, von denen einige den Eishockey-Sport sogar in Peiting erlernt haben. In diese Kategorie fallen beispielsweise Markus Keppeler und Klaus Müller. Anton Saal stammt hingegen aus dem Nachwuchs des SC Riessersee, gehört nach einem Intermezzo beim Zweitligisten Fischtown Pinguins Bremerhaven aber bereits seit 2006 zu den unverzichtbaren Stützen der Peitinger Offensive. Dies gilt auch für Andreas Guggenmos, der in der Saison 2005/06 maßgeblichen Anteil am Aufstieg des EV Landsberg in die 2. Bundesliga hatte und anschließend nach Peiting wechselte. Per Förderlizenz ist zudem noch ein Augsburger Quartett für Peiting spielberechtigt. Daniel Huhn und Christian Wichert waren 2006 Mitglieder der Aufstiegsmannschaft des EV Landsberg 2000, die sich in einer dramatischen Play-off-Serie gegen die EC Hannover Indians durchsetzte, während Daniel Menge zuletzt für die Dresdner Eislöwen die Schlittschuhe schnürte. Komplettiert wird die „Vierer-Bande“ vom 18-jährigen Alexander Rehle aus dem Augsburger Nachwuchs, der in Peiting Spielpraxis sammeln soll und zum 9:1-Erfolg am Freitag gegen Halle einen Treffer beisteuerte.

Gemeinsam mit starken Akteuren aus der eigenen Talentschmiede wie Florian Simon und Dominic Krabbat – er hat ebenfalls eine Förderlizenz für Augsburg – kann Peitings Übungsleiter Leos Sulak ein zwar junges Team (Durchschnittsalter: 23,1 Jahre) aufs Eis schicken, das aber im Verbund mit seinen Führungsspielern über die nötige Erfahrung verfügt, um den Weg in die Play-offs erfolgreich beschreiten zu können.


Dorthin möchten auch die EC Hannover Indians, die am Sonntag mit dem in Bestbesetzung antretenden ECP eine hohe Hürde überwinden müssen. Gegen das zweitbeste Unterzahlteam der gesamten Oberliga mit einer Penalty-Killing-Quote von 86,67 % wird es für die früheren Peitinger Kyle Doyle, Ryan Huddy und Peter Baumgartner mit ihren Mitspielern schwer werden, das zuletzt immer besser funktionierende Powerplay richtig zur Geltung zu bringen. So gilt es denn, über die gesamte Spielzeit geduldig und diszipliniert aufzutreten und auch bei Fünf gegen Fünf im entscheidenden Moment eiskalt zuzuschlagen. Kann diese Marschroute umgesetzt werden, sind drei Punkte ein realistisches Ziel für die Großstadtindianer aus Niedersachsen. Bei der unter Leitung von Hauptschiedsrichter Stascha Ninkov (TSG Reutlingen) stehenden Partie gegen den EC Peiting müssen die Indians allerdings auf den noch immer verletzten Abwehrspieler Steve Slaton genauso verzichten wie auf Defender Robin Thomson, der mit der deutschen U 19-Nationalmannschaft in Kanada weilt.
Autor: Niki Jaklitsch - Kommentare (0) - 03.11.2007 um 19:00

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