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Indians gastieren beim Überraschungsteam
InfoNach sechs Punkten aus den Matches gegen Kaufbeuren (5:2) und bei den Passau Black Hawks (4:3) möchten die EC Hannover Indians auch am kommenden Wochenende weiter auf der Erfolgsspur bleiben. Zum Auftakt führt den niedersächsischen Eishockey-Oberligisten der Weg am morgigen Freitag nach Grafing bei München, wo der EHC Klostersee beheimatet ist (02.11.2007, 20.00 Uhr, Eisstadion Grafing, Hauptschiedsrichter ist Christian Oswald vom EV Bad Wörishofen).

Den Rot-Weißen gelingt es unter der Regie von Präsident Alexander Stolberg seit Jahren konstant, mit einem engen finanziellen Rahmen starke Mannschaften aufs Eis zu schicken, die für die eine oder andere Überraschung sorgen können und regelmäßig um den Einzug in die Play-offs mitkämpfen. So auch in der Spielzeit 2007/08, in der sich die Cracks von Trainer John Samanski hinter Spitzenreiter EC Bad Tölz mit 31 Zählern derzeit auf Platz zwei der Oberliga-Gruppe Süd festgebissen haben und damit neben Rostock sicher zu den großen Überraschungen der noch jungen Saison gehören.

Zwei Faktoren sind hauptsächlich ausschlaggebend für den Klosterseer Erfolg: Die große Talentschmiede, aus der immer wieder starke Akteure des eigenen Nachwuchses nachrücken, die dann zu Leistungsträgern in der Oberliga werden. Zum anderen die Tatsache, dass das Team im Laufe der vergangenen Jahre nur auf wenigen Positionen umgebaut wurde und so sehr eingespielt ist.


Dies gilt auch für die Torhüterposition, wo Florian Hochhäuser bereits seit 1999 seiner Tätigkeit für die Grafinger nachgeht. Der 29-Jährige hat seine Schulterverletzung vom Dezember letzten Jahres, die das frühzeitige Saison-Aus bedeutete, komplett weggesteckt und gehört mit zu den Garanten für den starken Auftritt des EHCK. Ein Blick auf die Statistik untermauert Hochhäusers Stärke, ist er doch mit einem Gegentorschnitt von 2,28 pro Partie derzeit zweitbester Torhüter der gesamten Oberliga.

Hinter dem Routinier steht mit Patrick Ashton, per Förderlizenz vom ERC Ingolstadt für den morgigen Indians-Gegner spielberechtigt, ein junger Keeper bereit, der in der Oberliga bedenkenlos eingesetzt werden kann. Der Deutsch-Kanadier spielte zuletzt 2005/06 für den EV Landsberg in der dritthöchsten deutschen Spielklasse und hatte dort als Entlastung für Dennis Endras großen Anteil am späteren Aufstieg der Lechstädter. In David Heymann vom DNL-Team der Star Bulls Rosenheim lauert zudem ein junges Talent auf seine Chance, die er sicher auch bekommen wird. Da EHC-Cheftrainer Samanski im Bedarfsfall per Förderlizenz auch noch auf den Landshuter Josef Mayer zurückgreifen kann, sind die Grafinger zwischen den Pfosten insgesamt sehr gut besetzt.


Dies trifft in der aktuellen Spielzeit auch auf die Abwehr der Süddeutschen zu. Agierte Klostersee 2006/07 noch mit bis zu drei „umfunktionierten“ Stürmern in der Hintermannschaft, legten die Verantwortlichen heuer Wert darauf, gestandene Defensivkräfte hinzuzugewinnen. Dies ist insbesondere mit Alexander Schuster gelungen. Der 32 Jahre alte Routinier, in der abgelaufenen Spielzeit einer der Publikumslieblinge am Pferdeturm, wollte wieder in die Nähe seiner in München lebenden Familie und nimmt nun in Grafing eine tragende Rolle ein. Gemeinsam mit dem ebenfalls neuen Darren McMillan von Wichita Thunder (CHL) sorgt der Rechtsschütze vor allem für mehr Stabilität in der Hintermannschaft und die Absicherung des eigenen Tores.

So kann Vaclav Ruprecht, der seine achte Spielzeit in Diensten der Rot-Weißen bestreitet, sein Offensivpotential voll ausschöpfen. Gemeinsam mit Darren McMillan (Zwölf Scorerpunkte, davon drei Tore) ist der Tscheche derzeit punktbester Verteidiger des EHC Klostersee (Zehn Zähler, davon zwei Treffer). Vorrangig defensive Aufgaben nehmen hingegen Rückkehrer Rudi Lorenz vom TEV Miesbach und der junge Sebastian Gumplinger aus Landshut wahr, der mit einer Förderlizenz auch für den Zweitligisten EHC München spielberechtigt ist. Die gelungene Mischung aus Erfahrung und jugendlichem Elan, Offensivkraft und Defensivstabilität in der Grafinger Abwehr komplettieren Raymond Nickel und Bernd Rische, die bereits seit 1997 bzw. 1998 ohne Unterbrechung im Seniorenbereich für ihren Heimatclub auflaufen.


Eingespielt sind auch die Angriffsreihen des EHCK, von denen insbesondere die Formation um Petr Zajonc und die Saller-Brüder Florian und Michael der Indians-Abwehr höchste Aufmerksamkeit abverlangen dürfte. In der vergangenen Spielzeit markierte das Trio gemeinsam 186 Scorerpunkte. Dabei hatte der trotz seiner mittlerweile 37 Jahre noch immer pfeilschnelle Tscheche Petr Zajonc – er spielt seit 1999 für die Rot-Weißen – mit 41 Treffern die Rolle des Torjägers inne, während der auch schon für den Zweitligisten Fischtown Pinguins Bremerhaven aktive Florian Saller mit 46 Vorlagen eher für die Vorbereitung der Tore zuständig war. Eine nahezu ausgeglichene Bilanz (22 Tore und 27 Vorlagen in 49 Spielen) wies hingegen Michael Saller auf, mit 21 Jahren der Youngster dieser Sturmreihe.

Der aktuelle Topscorer des EHC Klostersee ist jedoch im nominell zweiten Angriff zu finden. Jared Mudryk, vor der abgelaufenen Spielzeit vom Neusser EV aus der Regionalliga NRW nach Süddeutschland gewechselt, ist inzwischen endgültig in der Oberliga angekommen. Mit 13 Toren und 13 Vorlagen aus 15 Saisonspielen rangiert der 24-jährige Kanadier momentan auf Rang neun der ligaweiten Top-Scorer-Statistik. Gemeinsam mit Mittelstürmer Jonathan Hobson von den Lubbock Cotton Kings, die ebenfalls in der nordamerikanischen Minor League CHL aktiv sind, und dem früheren Ratinger Oliver Wälde soll Mudryk die ohnehin hohe Durchschlagskraft des EHCK-Angriffs weiter erhöhen.

Mit Johannes Wieser und Uli Drechsler stehen Grafings Coach John Samanski zudem etablierte deutsche Stürmer zur Verfügung, die ebenfalls für etliche Scorerpunkte gut sind und weitere Variationsmöglichkeiten eröffnen. Komplettiert werden die Angriffsreihen von Cori Sicorschi und dem Ex-Füssener Valentin Scharpf, der mit 19 Jahren als großes Talent gilt und nach acht Scorerpunkten im Vorjahr in seiner zweiten Spielzeit für den EHC Klostersee einen weiteren Sprung nach vorne machen möchte. Mit Sebastian Bonner und Max Rosic stehen zudem zwei Youngster aus der vereinseigenen Talentschmiede bereit, die darauf warten, in der Oberliga Spielpraxis sammeln zu können.


In Anbetracht des ausgeglichen besetzten Kaders und des großen Offensivpotentials des morgen in Bestbesetzung auflaufenden EHC Klostersee steht den EC Hannover Indians eine hohe Hürde bevor. Die Großstadtindianer müssen vor allem defensiv über die gesamte Spielzeit hellwach sein, um die Kreise von Zajonc und Co. entscheidend stören zu können. So gilt es dann, unnötige Strafzeiten zu vermeiden und geduldig auf eigene Chancen zu warten. Können die Cracks um Ryan Huddy und Kyle Doyle diese Möglichkeiten dann konsequent verwerten, bestehen gute Chancen auf einen Fortbestand der Erfolgsserie des ECH gegen den EHC Klostersee. In der vergangenen Spielzeit behielten die Niedersachsen in vier Vergleichen vier Mal die Oberhand (5:4 n.P., 4:3, 8:4, 6:5 n.V.) und natürlich möchten die Indians – ohne den Langzeitverletzten Steve Slaton und den mit der deutschen U 19 in Kanada weilenden Robin Thomson – auch morgen in Bayern Punkte einfahren.
Autor: Niki Jaklitsch - Kommentare (0) - 01.11.2007 um 16:07

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